Anstich

O'zapft is - Die Erlanger Starkbierzeit geht los

Bock auf Bock und Rock hatten die Erlanger am Wochenende. Bier, Brotzeit und Musik waren die Zutaten, mit denen die Brauerei Kitzmann die Bierprobe und ihr Jubiläum würzte.
Gisela Volk, Bierkönigin Mirjam I., MdB Stefan Müller, Brauerei-Chef Peter Kitzmann, Braumeister Stefan Herz und  Klaus Karl-Kraus beim Bockbieranstich. Foto: Kai Link
 
Über 400 Gäste machten sich auf den Weg in den Hof der Erlanger Brauerei Kitzmann in der Südlichen-Stadtmauer-Straße. Extra aufgestellte Feuerkörbe sorgten bei herbstlichen Temperaturen dafür, dass die Besucher ihren Gerstensaft beim ersten Brauerei-Geflüster genießen konnten.

Gisela Volk und Klaus Karl-Kraus spielten in einem Mummenschanz nach, wie das Bier vor genau 300 Jahren in die Südliche-Stadtmauer-Straße kam: Wir schreiben das Jahr 1712, als der Brauereigründer Leonhardt Vernand de Buirette die Kutsche der Markgräfin anhielt und sie zum wiederholten Mal um eine Lizenz zur Bierherstellung bat. "Warum stört er meinen Spaziergang", soll Markgräfin Elisabeth Sophie gefragt haben. "Na, weger dem Bier haldd", soll er geantwortet haben.

Nach einigem Hin und Her, geplante Veränderungen im Verkehr sowie Ingenieure einer großen, in Erlangen ansässigen Firma eingeschlossen- derblecken gehört zum Starkbieranstich -, bekam de Buirette seine Erlaubnis. So, oder zumindest so ähnlich muss es damals passiert sein.

Erster Anstich nach fünf Jahren Durststrecke


"Ich hoffe, Sie sind alle richtig angezogen. Wenn nicht, können Sie sich an unseren Winterbieren aufwärmen", begrüßte Brauerei-Chef Peter Kitzmann. Nach fünf Jahren Abstinenz gab es wieder einen offiziellen Bockbieranstich. Mit frischem Gesicht am passenden Ort, fand das Spektakel auf Anhieb begeisterte Anhänger. Nach sechs Wochen Reifung habe das Bier eine Stammwürze von 18,3 Prozent und einen "ambrosianischen Alkoholgehalt von 7,1 Prozent", erläuterte Kitzmann. Mit Klaus Karl-Kraus ging der Brauerei-Chef auf das 300. Jubiläum am Brauereistandort ein. Das wolle er nutzen und mit dem Brauerei-Geflüster eine weitere Tradition begründen.

"Das ist sicher ein guter Abschluss der Freiluft-Biersaison", freut sich Kitzmann. Begleitet wurde der offizielle Teil des Festaktes vom Blechbläserquintett "Harmonic Brass", das sich extra in barocke Kostüme geworfen hatte. Das sorgte bei ein paar kleinen Besuchern kurz für Verwirrung: "Seid ihr Piraten?" Die Feierlaune litt auch nicht, weil Bundestagsabgeordneter Stefan Müller (CSU) beim Anstich ein wenig schwächelte. Da musste er nicht lang nach Profis suchen: Peter Kitzmann und Braumeister Stefan Herz packten routiniert an.

Ein prächtiges, barockes Feuerwerk war Schlusspunkt des offiziellen Teils: Die funkensprühende "300" läutete den noch gemütlicheren Teil mit der Band "Zefix" ein. Die Schlange am Ausschank war lang, aber die Männer am Zapfhahn ließen es Schuss laufen. Hektoliterweise Bier floss vor ihren Augen und sie hatten kaum Zeit, einen Schluck zu nehmen. Der Nachschub rollte permanent und fleißige Hände sorgten für prasselnde Glut in den Feuerkörben.