Lichtenfels
Garten

Ziergräser im Winter: Nicht nur schön, sondern auch wichtig

Im Winter bricht die Große Zeit der Ziergräser an. Sie bilden Fruchtähren und symbolisieren das Element Luft mit ihren feinen Bewegungen im Wind.
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Selbst im November macht der Chinaschilf  einen sehr guten Eindruck.Foto: Josef Schröder
Selbst im November macht der Chinaschilf einen sehr guten Eindruck.Foto: Josef Schröder

Die Ziergräser haben in der kalten Jahreszeit im Garten ihren großen Auftritt. Sie verkörpern mit ihren feinen Bewegungen im Wind das Element Luft. Gräser erhalten die größte Aufmerksamkeit im Herbst und Winter, wenn sich das Gartenjahr zu Ende neigt hat. Jetzt sind vor allem die Fruchtähren sichtbar. Gräser gibt es in vielen grazilen Formen, die selbst noch im Winter eine harmonische Wirkung entfalten. Vor allem aber, wenn Reif und Schnee auf ihnen lagert. Deshalb sollten die Gräser auch nicht im Herbst und Winter geschnitten werden. Das alte Laub schützt in dieser Zeit die Austriebsknospen. Der Rückschnitt sollte erst im Frühjahr vorsichtig erfolgen. Außerdem besteht sonst die Gefahr, dass in den verbleibenden Stoppeln in der kalten Jahreszeit das Regenwasser wie in Bechern stehen bleiben. Somit kommt es leicht zum Faulen der Pflanze. Fast alle Gräser lieben nämlich einen trockenen Standort und wollen keine "nassen Füße" haben.

Überwintern von Freilandgehölze

Obstbäume und Freilandgehölze in Kübeln überwintern am besten, wenn der Topf in ein Gartenbeet eingegraben wird. Ist das nicht möglich, kann man die Gefäße gut einpacken. Dazu eignen sich Luftpolsterfolien oder Jute, die um den Topf und am Stamm gewickelt werden. Möglich ist auch, das Gehölz in einen weit größeren Kübel oder Korb zu stellen und dann die Zwischenräume mit trockenem Laub, Stroh oder Papier auszufüllen. Mit dem Einpacken sollte man aber nicht zu früh beginnen. Erst bei dauerhaftem Frost ist der Schutz sinnvoll. Mit den Pflanzen in frostbeständigen Gefäßen kann man auch im Winter einen dekorativen Balkon haben.

Palmkohl, Mangold und Ginkgos

Palmkohl wird auch italienischer Kohl genannt. Er ist eine sehr dekorative Gemüsepflanze. Die Blätter werden etwa 60 bis 80 cm lang und sind palmartig aufgerollt. Die Ernte führt immer von unten nach oben. Die oberste Rosette bleibt dabei stehen und wächst dann immer weiter in die Höhe. Palmkohl ist mildern als der Grünkohl. Er wird schon nach den Eisheiligen ausgepflanzt. Es sollte immer beachtet werden, dass die älteren Blätter viel mehr Nitrat gespeichert haben als die jüngeren.

Beim Mangold sind frische Blätter ausgetrieben, die frei von Mehltau sind. so kann man noch bis zum Frost ernten. Das Gemüse, welches jetzt draußen ist, legt noch richtig zu.

Die Blätter des Ginkgos sind etwas Besonderes. Sie stellen den Übergang von Nadel- zu Laubbäumen dar. Entwicklungsbiologisch ist der Ginkgo daher mit keiner anderen Pflanze vergleichbar und quasi ein Überbleibsel längst vergangener Evolutionsschritte. Es gibt beim Ginkgo männliche und weibliche Pflanzen, die gut an der Wuchsform erkennbar sind. Dieser Baum ist so widerstandsfähig, dass er im direkten Zentrum der Explosion stehend, sogar die Atombombe in Hiroshima überstanden hat.

Schwarze Apfelbeere: Nicht nur gesund sondern auch optisch ansprechend

Die schwarze Apfelbeere gilt als Superfrucht mit dem höchsten gesundheitlichen Wert. Sie ist ein robuster Kleinstrauch und passt in jeden Garten. Neben dem hochgradigen gesundheitlichen Wert, ist die Apfelbeere auch eine besondere Zierde. Sie hat weiße Blütendolden, eine schöne Herbstfärbung und einen dekorativen Fruchtschmuck. Die sehr vitaminreichen erbsengroßen Miniäpfel kann man mit anderen Früchten zu Marmelade, Gelee und Spirituosen verarbeiten. In kleinen Mengen kann man sie auch roh genießen. Gute Fruchtsorten sind Aron, Hugin, Rubina, Viking und Nero.

Biologische Gleichgewicht im Garten

Für das biologische Gleichgewicht im Garten ist es wertvoll, Stängel von Stauden wie Phlox oder Rudbeckien stehen zu lassen, da in diesen viele Nützlinge überwintern. Außerdem können die Pflanzen besser ausreifen. Auch bei frostempfindlichen Stauden wie Astilben und Herbstanemonen ist es besser, diese im Frühjahr zurückzuschneiden. Die oberirdischen Teile bilden zudem einen kleinen Schutz vor Kälte. Die Blütenfruchtstände von Herbststauden wie, Herbstastern, Karden und Sonnenbraut, Fette Henne, Sonnenhut und Königskerzen zeigen beim ersten Frost nicht nur eine dekorative Kulisse, sondern halten auch für Meisen und Stieglitze noch nahrhaften Samen bereit. Bei Farnen bilden die Wedel, die sich im Winter herunter neigen, einen zusätzlichen Schutz vor Frost. Ein Herunterschneiden ist deshalb auch hier im Frühling besser. Das gilt besonders für die immergrünen Farne. Der beste Winterschutz ist aber immer eine zusätzliche Laubdecke.



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