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Stiftung Warentest prüft Zahnpasta: Ergebnis bei vielen Zahncremes ist "mangelhaft"

Stiftung Warentest hat 96 Zahncremes getestet. Viele sind gut, etliche sind mangelhaft - ihnen fehlt Fluorid. Den Testsieger dürfte fast niemand kennen, dabei ist er besonders günstig.
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Die Auswahl an Zahnpasta im Supermarkt und Drogeriemarkt ist schier unüberschaubar. Stiftung Warentest hat 96 Zahnpasten für Erwachsene unter die Lupe genommen. Die Zahncremes wurden von den Testern in drei unterschiedliche Kategorien unterteilt: Universal- und Sensitiv-Zahnpasten sowie Zahnpasta mit Weiß-Auslobung. Geprüft wurden neben den Inhaltsstoffen auch der Abrieb und das Entfernen von Belägen und Verfärbungen.

14 Zahnpasten enthielten kein Fluorid. Da Fluorid für einen funktionierenden Karies-Schutz aber entscheidend ist, rauschten diese 14 Zahncremes allesamt durch den Test. Das Urteil der Stiftung Warentest: "mangelhaft". Unter den Testverlierern sind bekannte Marken, wie beispielsweise Weleda, Dr. Hauschka, Biorepair und Dr. Bronner's. Der Testsieger hingegen dürfte für viele ein Unbekannter sein. Dabei ist er mit nur 45 Cent für 125 ml besonders günstig.

Alle Testsieger und Testverlierer finden Sie kostenpflichtig auf der Webseite der Stiftung Warentest. Wir stellen Ihnen im Folgenden die wichtigsten vor.

Universal-Zahnpasta: Rundumschutz

Universal-Zahnpasten versprechen "Rundumschutz" für Zähne und Zahnfleisch sowie Schutz vor Karies. Entscheidend ist hier der Wirkstoff Fluorid. Zudem unterteilt Stiftung Warentest die universellen Zahncremes noch in diejenigen mit Zink (nur für Erwachsene) und die ohne Zink (für Kinder und Erwachsene geeignet). 17 Universal-Zahnpasten hat Stiftung Warentest 2019 getestet.

Testsieger und Verlierer

Die Plätze 1-3 bei den universellen Zahnpasten streichen allesamt hervorragende Noten ein: zweimal "1,2" und einmal "1,3". Auf Platz 1 steht ein Testsieger, den die wenigsten Verbraucher kennen dürften: Budnident Zahncreme Kräuter aus dem Budni-Drogeriemarkt, der mit seinem ökologisch-nachhaltigen Konzept seit kurzem von Hamburg aus die Republik erobert. In Bamberg und Umland gibt es mittlerweile drei Budni-Märkte (der Name leitet sich vom Gründer des Unternehmens, Iwan Budnikowsky, her). Platz zwei geht an Parodontax Extra Frisch Complete Protection*, Rang drei erobert Oral-B Professional Zahnfleisch & -schmelz Pro-Repair*.

Unter den weiteren mit "sehr gut" bewerteten Zahnpasten finden sich zudem Marken wie

Odol-med 3 Extreme Clean Langzeit-Frische*, Colgate Komplett 8 Natürliche Kräuter* oder Edekas Elkos-Zahnpasta.

Unter den getesteten Universal-Zahnpasten befand sich nur eine einzige, die kein Fluorid enthält und dementsprechend mit "mangelhaft" bewertet wurde: Dr. Bronner"s Pfefferminze Zahnpasta. Sie war mit 9 Euro je Tube überdies die teuerste Zahncreme im Test, so Stiftung Warentest.

Sensitiv-Zahnpasta: Für schmerzempfindliche Zähne

Sensitiv-Zahnpasten richten sich an Menschen mit schmerzempfindlichen Zähnen. Laut Stiftung Warentest betrifft das jeden vierten Deutschen. Die häufigste Ursache sind freiliegende Zahnhälse. Entsprechend wichtig ist ein niedriger Abrieb. Auch zu starkes Putzen kann die Zähne schädigen. Manche Sensitiv-Zahnpasten enthalten kein Fluorid - diese wurden von Stiftung Warentest als mangelhaft bewertet, weil ihnen ein nachgewiesener Karies-Schutz fehlt. Seit 2013 hat Stiftung Warentest insgesamt 12 Sensitiv-Zahnpasten getestet. Zahnpasten ohne Fluorid erhalten auch in dieser Kategorie das Testurteil "mangelhaft".

Testsieger und Verlierer

Im aktuellen Test wurden keine neuen Sensitiv-Zahnpasten untersucht. Im Test von 2017 schaffte es die Kaufland K-classic dental Sensitive (heute unter dem Namen "Bevola" erhältlich) mit Note "1,9" ("gut") auf den ersten Platz. Mit "mangelhaft" abgestraft wurde Biorepair sensitive, da Sie aufgrund des fehlenden Fluorids nicht über eine wirksame Kariesprophylaxe verfügt.

Weißmacher-Zahnpasta: Gegen Verfärbungen

Weißmacher-Zahnpasta ist das Richtige für Menschen mit stark verfärbten Zähnen. Allerdings konzentrieren sich viele dieser Zahnpasten auch sehr auf diesen einen Wirkaspekt. 17 Produkte hat die Stiftung Warentest in dieser Kategorie getestet, zwei davon schnitten mit "sehr gut" ab. Jedoch bemängeln die Tester: "Allerdings stützt sich ein Großteil ihrer Wirkung auf das Entfernen von Verfärbungen. Das schaffen viele Universalpasten in den Tests der Stiftung Warentest ebenfalls hervorragend - und sind teilweise noch deutlich günstiger."

Testsieger und Verlierer

Perlweiss Schönheits Zahnweiss* schneidet mit Note "1,4" am besten ab. Allerdings ist es mit dem stolzen Preis von 3,40 Euro auch eine der teuersten Zahncremes im Test. Zum Vergleich: Den Testsieger Budnident (Note 1,2) gibt es im Budni-Markt Bamberg für gerade mal 45 Cent. Auf Platz 2 der "Zahnpasta mit Weißauslobung" schafft es Odol-med 3 Extra White* mit der Testnote "1,5".

Mit "mangelhaft" schneidet Logodent Naturweiß Pfefferminz-Zahncreme ab. Sie enthält kein Fluorid und bietet daher keine ausreichende Kariesprophylaxe.

Warum ist Fluorid in Zahnpaste so wichtig?

Fluorid ist einer der wichtigsten Bestandteile einer wirksamen Zahnpasta, betont die Stiftung Warentest. "Karies wird durch bakterielle Zahnbeläge, die Plaque, verursacht. Plaque-Bakterien ernähren sich vom Zucker aus unserer Nahrung. Sie bilden Säuren, die Mineralien aus dem Zahnschmelz lösen und ihn schädigen." Mit fluoridhaltiger Zahnpasta lasse sich dem entgegenwirken. "Die Wirksamkeit ist klar belegt: Fluorid hilft, der Zahnoberfläche Mineralien zurückzugeben. Und es macht die Zähne widerstandsfähiger gegen Säuren - so beugt es Karies vor."

Ist Fluorid in Zahnpasta giftig?

Auch die oft gestellte Frage, ob Fluorid giftig sei, beantwortet die Stiftung Warentest im Rahmen des Zahnpasta-Tests mit einem klaren Nein. "Nicht in den Mengen, die wir üblicherweise aufnehmen." Wie bei allen Stoffen sei auch hier die Dosis entscheidend. "Fälschlicherweise werden die Begriffe Fluor und Fluorid oft synonym verwendet. Fluor ist ein giftiges Gas, Fluoride sind die Salze des Fluors. Sie kommen überall in der Natur vor. Auch der menschliche Körper enthält Fluorid, vor allem in Knochen und Zähnen. Es stecke zudem in Tee, Fisch, Mineralwasser und weiteren Nahrungsmitteln.

Eine Gefahr der Überdosierung bestehe beim Zähneputzen nicht: Nach dem Putzen werde die Zahncreme ausgespuckt, der Mund gespült. "Selbst beim versehentlichen Verschlucken liegt die Menge innerhalb der Richtwerte."

Bei Zahnpasta ist auch der Abrieb entscheidend

Der Abrieb einer Zahnpasta wird über den sogenannten RDA-Wert bestimmt. Je höher dieser Wert, desto stärker der Abrieb und desto besser entfernt die Zahnpasta Belege und Verfärbungen. Ein zu hoher RDA-Wert wirkt sich aber langfristig negativ auf den Zahn aus. "Ein RDA-Wert unter 60 weist eine Zahncreme als sanft (niedriger Abrieb) aus. Handelsübliche "normale" Zahncremes haben im Durchschnitt RDA-Werte zwischen 70 und 80", erklärt die Stiftung Warentest. "Werte ab 100 werden als hoher Abrieb bezeichnet. Weißmacher Zahncremes liegen meist bei 100 und darüber. [...] Der RDA-Wert darf 250 in Zahnpasten nicht überschreiten."

Den kompletten Zahnpasta-Test finden Sie kostenpflichtig auf der Webseite der Stiftung Warentest.

Zahncreme im Test bei Öko-Test

Auch Öko-Test hat 2019 Zahnpasten getestet: Von 400 Zahncremes im Test - darunter auch Naturkosmetik-Produkte - fiel rund die Hälfte durch. 85 der getesteten Zahnpasten enthielten kein oder zu wenig Fluorid.

116 Zahncremes erhielten von Öko-Test die Note "sehr gut", 27 Zahncremes "gut". 58 Produkte schnitten mit "befriedigend" oder "ausreichend" ab, 199 erhielten das Testurteil "mangelhaft". Alle Ergebniss und natürlich die Testsieger finden Sie in unserem Artikel zum Zahnpasta-Test von Öko-Test.


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