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Mietrecht: Welche Reparaturen in der Wohnung müssen Mieter selber zahlen?

Welche Reparaturkosten sind eigentlich Sache des Mieters und welche nicht? Wann der Vermieter auf jeden Fall zahlen muss: Das sagt die aktuelle Rechtsprechung dazu.
Wann müssen Mieter selbst für Reparaturen aufkommen?
Wann müssen Mieter selbst für Reparaturen aufkommen? Foto: stux / pixabay.com
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  • Schäden im Mietshaus oder der Mietwohnung: Wer dafür zahlen muss
  • Welche Reparaturen die Mieter selbst übernehmen müssen und welche nicht
  • Muss und sollte man Kleinigkeiten dem Eigentümer überhaupt melden?
  • Reparaturen auf eigene Faust: Wann man das lieber bleiben lassen sollte

Lebt man in einer Mietwohnung und es sind Reparaturen nötigt, stellt sich schnell die Frage: Wer muss nun dafür zahlen? Ist das immer Sache des Vermieters und Eigentümers oder kann auch der Mieter selbst zur Kasse gebeten und wenn ja, wann ist das der Fall? Ein Überblick.

Wenn während der Miete mal etwas kaputtgeht: Wer trägt die Kosten?

Wer kennt nicht den tropfenden Wasserhahn, das nicht mehr richtig schließende Türschloss oder gar den Sprung im Waschbecken? So etwas passiert einfach und muss dann selbstverständlich wieder in Ordnung gebracht werden. Doch was ist da eigentlich besser: Erstmal den Vermieter anrufen oder gleich einen Handwerker?

Manche Mieter nehmen sich der Sache aber auch selbst an, fahren gleich in den Baumarkt und im Handumdrehen ist das Tropfen des Hahns Geschichte. Grundsätzlich sind solche Reparaturen laut Gesetzgeber Sache des Eigentümers, also des Vermieters. Vermieter können aber in Mietverträgen eine sogenannte Kleinreparatur-Klausel einbauen und die Mieter damit verpflichten, zumindest die Kosten für kleinere Reparaturen selbst zu tragen. Die Grenze dafür hat lange Zeit bei 75 bis 80 Euro gelegen, heute akzeptieren Gerichte aber auch Beträge zwischen 100 und 120 Euro pro Reparatur, da die Instandsetzungskosten inzwischen gestiegen sind. Diese Grenzwerte müssen zudem explizit im Mietvertrag genannt werden. Dazu kommt, dass die Summe eine bestimmte Obergrenze innerhalb eines Jahres nicht überschreiten darf: Bis maximal 6-8 Prozent der Jahreskaltmiete muss der Mieter davon selbst tragen. Auch diese muss, um wirksam zu werden, ausdrücklich im Vertrag aufgeführt sein. Außerdem wird solch eine Klausel auch nur in bestimmten Fällen wirksam. Dazu muss sie grundsätzlich drei Kriterien erfüllen.

Zwei davon sind die bereits genannten Höchstbeträge bei den einzelnen Handwerkerrechnungen sowie die Summe aller Kosten pro Jahr. Werden die genannten Summen überschritten, kann sich der Vermieter unabhängig davon, was im Mietvertrag vereinbart wurde, nicht auf die genannte Kleinreparatur-Klausel beziehen. Das dritte Kriterium ist, dass es sich um kleinere Reparaturen an Gegenständen handeln muss, die dem täglichen oder wenigstens häufigen Zugriff des Mieters ausgesetzt sind. Dies können somit sowohl der tropfende Wasserhahn, das nicht schließende Schloss der Wohnungstür sowie der klemmende Fenstergriff sein. Schäden an Rohren oder die Heizungsanlage fallen jedoch eindeutig nicht darunter und sind damit nicht zulässig. Falls sich im Mietvertrag zwischen zulässigen Gegenständen auch nicht zulässige finden, wird damit die gesamte Klausel unwirksam. Im Falle des Wasserhahns bedeutet das, dass im Falle einer defekten Dichtung der Mieter zahlen muss, da er diesen ja täglich oder zumindest häufig benutzt. Wenn der Hahn aber im Laufe der Zeit verkalkt ist, dann hat dies nicht der Mieter zu verantworten, weil er keinen Einfluss auf das durchlaufende Wasser hat. Somit muss er die Reparaturkosten auch nicht bezahlen. 

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Sollte man dem Vermieter auch Kleinigkeiten melden oder einfach selbst reparieren?

In jedem Fall sollte man selbst relativ geringe Kosten für eine Instandsetzung dem Wohneigentümer melden, auch wenn diese eigentlich vom Mieter zu zahlen wären. Der Grund dafür ist, dass ja im Lauf der Zeit durchaus mehrere kleinere Reparaturen notwendig werden können und dann sammelt sich womöglich im Laufe eines Jahres doch noch eine nicht ganz unerhebliche Summe an. Und falls diese dann die  Jahreshöchstgrenze überschreitet oder nicht korrekt im Mietvertrag benannt wurde, muss ohnehin der Vermieter die Kosten tragen.

Auch wenn es schon im vornherein absehbar ist, dass der Reparaturaufwand die genannten Beträge übertreffen wird, sollte man besser nicht einfach selbst und ohne Rücksprache mit dem Wohnungs- oder Hauseigentümer einen Handwerker beauftragen. Denn gerade dann, wenn dieser die Kosten zu tragen hat, hat er auch das Recht zu entscheiden, welchen Handwerker er gerne beauftragen möchte oder ob er die Reparatur vielleicht sogar selbst durchführen möchte. Nicht selten möchten Mieter aus den unterschiedlichsten Gründen gerade bei kleineren Schäden nicht gleich den Vermieter informieren.

Möglicherweise ist man selbst handwerklich relativ fit oder hat vielleicht gerade im Baumarkt die neue Duschkabine zu einem günstigen Preis gesehen. Wozu also unnötige Umstände machen, könnte man denken, denn das lässt sich ja gerade mal selbst erledigen und man braucht nicht lange dem Wohnungseigentümer gute Worte geben. Aber ist das wirklich eine gute Idee? Gut gemeint ist leider nicht immer auch gut gemacht. Mit anderen Worten: Gelegentlich geht bei so einer Aktion mal etwas schief und dabei reicht es dann nicht, wenn man vielleicht selbst mit dem Ergebnis zufrieden ist. Letztlich ist ja alles in der gemieteten Wohnung oder dem gemieteten Haus Eigentum des Vermieters. Falls dieser dann früher oder später mit der Eigenreparatur nicht zufrieden ist, dann kann dieser eine professionelle Instandsetzung in den früheren Zustand verlangen. Das kann unter Umständen deutlich teurer werden, als wenn man es gleich einem Profi überlassen hätte. Somit gilt, am besten jeden Schaden erst einmal dem Eigentümer melden und diesen entscheiden lassen.

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