• PV-Anlagen auf deutschen Dächern: Studie offenbart "Ansteckungs-Effekt"
  • Forscher sprechen von positivem Kipppunkt für Klimaschutz
  • Bayern ist Spitzenreiter bei installierter PV-Leistung, Saarland gilt als "Nachahmer" 

"Tu, was deine Nachbarn tun, oder ziehe weg" heißt es in einem marokkanischen Sprichwort. Das nehmen sich offenbar auch viele Eigenheimbesitzer*innen bei der Kaufentscheidung für eine Solaranlage zu Herzen.

Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) hat in einer Studie in der US-amerikanischen Stadt Fresno festgestellt, dass die Ausbreitung der Solarenergie auf privaten Gebäuden einem "Ansteckungs-Effekt" unterliegt. Wenn der Nachbar oder die Nachbarin eine PV-Anlage installieren lässt, wollen demnach viele Menschen auch eigenen Sonnenstrom erzeugen. Tipp: Der Solarrechner von Selfmade Energy* wirft dir PV-Fachbetriebe aus, die noch Kapazitäten für 2023 haben. 

Solaranlagen auf benachbarten Dächern kurbeln Nachfrage an

Die Wissenschaftler*innen konkret: Wenn man ein Solarpanel vom eigenen Fenster aus sieht, beschließt man mit größerer Wahrscheinlichkeit, auch eine zu kaufen. Die Studienautor*innen halten diesen Faktor sogar für wichtiger bei der Ausbreitung der Solarenergie als Einkommen und Bildungsniveau. Auch die Mund-zu-Mund-Propaganda im eigenen Umfeld spielt der Studie zufolge eine untergeordnete Rolle.

Umgekehrt heißt das: Die Kaufwahrscheinlichkeit halbiert sich laut den Forscher*innen, wenn die nächste Solaranlage in einer Entfernung, die etwa der Länge eines Fußballfeldes entspricht, installiert ist. Hier berichtet unser Leser, nach wie vielen Jahren sich eine Solaranlage rechnet

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Solaranlage in Sichtweite: Auch Deutsche sind "Nachahmer"

Auch in Deutschland fällt auf, dass in manchen Orten mehr Photovoltaikanlagen auf den Dächern benachbarter Häuser zu sehen sind als anderswo. Diesen deutschen "Nachahmer-Effekt" hat ein internationales Forscher*innen-Team untersucht. Die Studie haben die Wissenschaftler*innen, unter anderem von der Universität Mannheim, 2016 veröffentlicht. Du möchtest Teil der Energiewende werden? Der kostenlose Solar-Check von DZ4* rechnet aus, wie viel Autarkie mit deinem Dach möglich ist. 

Anhand der Daten der Netzbetreiber haben sie die Installationszeitpunkte  von 2000 bis 2012 analysiert. Danach haben die Studienautor*innen Gemeinden gesucht, in denen gerade die erste Anlage installiert worden war und mit Kommunen verglichen, in denen es zu dem Zeitpunkt keine Solaranlage gab. Die Entwicklung in 11.000 Gemeindepaaren haben die Forscher*innen über eine lange Zeitspanne beobachtet.

Das Ergebnis entspricht in etwa dem, das die PIK-Wissenschaftler*innen einige Jahre später in den USA beobachteten. In Gemeinden, in denen schon Solaranlagen vorhanden waren, war die Anzahl der neu installierten um 50 Prozent höher. Die Wahrscheinlichkeit, dass innerhalb eines Jahres mindestens eine PV-Anlage dazukam, war um 25 Prozent höher

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Solar-Cluster: Positiver Kipppunkt für Klimaschutz

Die Expert*innen des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung sehen in dem Effekt einen positiven Kipppunkt beim Klima. Da das Klimasystem ansonsten nur negativen Kipppunkten, wie der Schmelze des westantarktischen Eisschildes, unterliegt, setzen die Forscher*innen bei der Ausbreitung von Solarenergie auf die "soziale Ansteckung".

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Bayern und Baden-Württemberg sind PV-Vorreiter, Saarländer*innen "Nachahmer"

Die Leistung von Solaranlagen ist bundesweit ungleichmäßig verteilt. Baden-Württemberg und Bayern gelten als Vorreiter bei der Photovoltaik, was die gesamte Stromausbeute betrifft - allerdings nicht beim Wert pro Fläche. Dass Baden-Württemberg zu den sonnenreichsten Bundesländern zählt und sich Bayern diesbezüglich auch im oberen Bereich bewegt, spielt dabei keine Rolle. Denn der Wert beschreibt die Leistung, welche die installierten Solarmodule bei optimalen Bedingungen leisten können. 2021 wies Bayern einen Wert von 232 Kilowattpeak (kurz kWp) pro Quadratkilometer (kurz km²) auf, Baden-Württemberg 207 kWp/km² auf.

Die Erkenntnisse aus den Studien zum "Nachahmer-Effekt" spiegeln sich demnach anschaulich im Saarland wieder. Das kleinste Flächenbundesland ist mit 237 kWp/km² nicht nur beim PV-Wert pro Fläche an der Spitze, sondern auch bei der Eigentümerquote. Im Saarland leben die meisten Menschen im Eigenheim - 2018 nach der letzten Erhebung 64,7 Prozent der Bevölkerung. In unserem Service-Artikel erfährst du, wie viel Solarertrag an deinem Wohnort möglich ist

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