Trotz jüngster Entwicklungen wie dem rapide fallenden Ölpreis bleibt das Heizen mit Holz attraktiv. Für diese Variante sprechen unter anderem gute ökologische Eigenschaften. Bei der Verbrennung wird nur soviel Kohlendioxid abgegeben, wie während des Wachstums aufgenommen wurde. Damit ist die Kohlendioxid-Bilanz weitaus günstiger als bei Öl und Gas. Einzig die Feinstaubbelastung trübt das Bild. "Je mehr mit Holz geheizt wird, umso höher die Belastung durch Feinstaub", erklärt Robert Martin, Klimaschutzbeauftragter des Landratsamtes Bamberg. Deshalb sei es umso wichtiger, dass richtig geheizt wird.
Feuchtegehalt und Lagerung: Brennholz darf maximal einen Feuchtegehalt von 25 Prozent haben. Dazu muss das Holz rund zwei bis drei Jahre trocknen, bei günstigen Voraussetzungen kann sogar ein Jahr genügen. Günstig sind richtige Schichtung, ausreichende Luftzufuhr und geschützter Lagerort. Das Holz sollte mindestens einen Sommer im Freien gelagert werden. In der kalten Jahreshälfte ist eine Abdeckung erforderlich. Nicht sinnvoll ist die Lagerung in geschlossenen Räumen oder Garagen.
Welches Holz: Entscheidend ist die Energieausbeute. Ein Raummeter lufttrockenes Laubholz (circa 450 Kilogramm) liefert etwa 1900 Kilowattstunden, während ein Raummeter Nadelholz aufgrund seines niedrigeren Gewichts (circa 300 Kilogramm) nur mit 1300 Kilowattstunden zu Buche schlägt. Harzreiches Holz wie etwa von der Kiefer sollte, so Martin, nicht für offene Kamine verwendet werden, da es zum Funkenflug kommen kann. Dafür besser geeignet ist zum Beispiel Birkenholz. Verboten sind Paraffinbrennscheite und Altpapier-Briketts, auch wenn diese im Handel zu kaufen sind. Auch Holz, das mit Holzschutzmitteln oder Lack behandelt wurde, ist verboten.
Richtig anzünden: Zum Anzünden eignen sich dünn gespaltenes Holz, wachsgetränkte Holzfaserblöcke oder Holzwolle. Nicht verwendet werden sollten Papier und Kartonagen. Diese brennen zwar schnell an, erreichen aber keine hohen Temperaturen. Außerdem führen Druckfarben und Bleichmittelrückstände zu unnötigen Schadstoffemissionen.
Richtig betreiben: In der Aufheizphase sollten schnell hohe Temperaturen erreicht werden. Dafür sind dünn gespaltenes Holz und ausreichend Verbrennungsluft erforderlich. Auch nach dem Nachlegen von Brennstoff die Luftschieber maximal öffnen. Zu wenig Sauerstoff verursacht Schadstoffe und macht sich durch Rauch- und Rußentwicklung bemerkbar. Martin rät davon ab, die Glut über Nacht aufrecht zu erhalten. Je sauberer die Verbrennung, desto weniger Asche. Größere Rückstände oder Rußpartikel deuten auf eine unvollständige Verbrennung hin. Die Asche sollte, nach der Zwischenlagerung in einem feuerfesten Gefäß, mit dem Hausmüll entsorgt werden.
Preisentwicklung: Dass der Holzpreis nur die Entwicklung nach oben kennt, stimmt nicht. Pellets zum Beispiel lagen schon bei etwa 300 Euro pro Tonne, jetzt kostet diese 230 bis 250 Euro. Entscheidend für den Preis ist, was noch als Arbeitsleistung eingebracht wird. Wer selber Holz im Wald macht, zahlt entsprechend weniger als derjenige, der sich sauber geschichtete Holzscheite auf Paletten liefern lässt. Aktuell kostet der Ster frisch geschlagenes Weichholz 40 Euro, abgelagert 70 Euro, bei Hartholz liegen die Preise bei 55 Euro (frisch geschlagen) bzw. 80 Euro je Ster. Die Preise bleiben übrigens, so Sebastian Weber vom Maschinenring Bamberg, trotz des milden Winters stabil, da der Rohstoff stark von der Holzindustrie nachgefragt werde.
Prognose: Martin geht davon aus, dass Heizen mit Holz attraktiv bleibt. Der niedrige Ölpreis dürfe als Momentaufnahme betrachtet werden. Um die Reserven braucht man sich keine Gedanken machen. Es wachsen im Schnitt zehn Festmeter pro Hektar nach. Experten haben erklärt, dass in Deutschland mehr Holz nachwachse als verbraucht werde. geb