Mit Solaranlagen lässt sich umweltverträglich Energie für den eigenen Haushalt produzieren. Das klingt vielversprechend. Bevor eine Anlage aber voller Enthusiasmus am Haus angebracht wird, braucht es etwas Rechnerei und ein bisschen Planung.
Von Ort zu Ort variiert die Sonneneinstrahlung - aber das nur bedingt in einem Nord-Südgefälle. So haben Teile Baden-Württembergs die gleiche Ausbeute wie Regionen Brandenburgs, ermittelte der Deutsche Wetterdienst. Aber Carsten Körnig vom Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) sagt: "Egal in welchen Gefilden Deutschlands eine Solarstromanlage steht, rechnet sich die Anschaffung."
Prüfen solle man auf jeden Fall die Situation auf dem Grundstück: Die Module sollten möglichst nicht im Schatten von Bäumen, Dachgauben und dem Kamin liegen. Das verringert den Ertrag. "Sie sollten als Kunde darauf achten, dass sich der Installateur die Verhältnisse auf dem Dach vor Ort anschaut", betont Körnig. Früher setzte man vor allem auf nach Süden ausgerichtete Dächer. Hier lässt sich schließlich der größte Ertrag erzielen, vor allem in der Mittagszeit. Weil die Einspeisevergütung aber immer geringer wird, macht es finanziell nicht mehr viel Sinn, möglichst viel Solarstrom zu erzeugen und diesen ins öffentliche Netz einzuspeisen, erklärt Stefan Nakazi, Referent für Energieeffizienz der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. "Besser ist es, seine Anlage auf die Größe des Eigenverbrauchs abzustimmen." Eine Anlage mit mono- und polykristallinen Siliziummodulen kann auf etwa sechs Quadratmetern ein Kilowattpeak erwirtschaften, erklärt BSW-Solar. Eine Fläche von 30 Quadratmetern ist für einen Vier-Personen-Haushalt sinnvoll. Denn mit einer Anlage mit einer Leistung von fünf Kilowattpeak können in Deutschland etwa 4500 Kilowattstunden im Jahr erzeugt werden, der Jahresbedarf eines Haushalts dieser Größe.
Für Eigenheime werden wegen ihres hohen Wirkungsgrads vornehmlich mono- und polykristalline Siliziummodule verwendet. Sie können selbst auf den verhältnismäßig kleinen Dächern von Wohnhäusern viel Strom erzeugen. Die Technologie wird immer leistungsfähiger: Eine moderne Anlage mit einer Leistung von fünf Kilowattpeak benötigt eine Dachfläche von etwa 30 Quadratmeter, 2010 waren es laut BSW-Solar noch rund 36 Quadratmeter. Bei großen Solaranlagen kommen auch Dünnschichtmodule zum Einsatz. Sie sind zwar pro Kilowattstunde häufig günstiger, haben aber wegen des geringeren Wirkungsgrades mehr Platzbedarf. Selten werden Anlagen installiert, die gleichzeitig Strom und Wärme produzieren. Oft wird aber neben der Photovoltaik-Anlage eine Solarthermie-Anlage zur Wassererwärmung oder Heizungsunterstützung installiert. Wie viel Rendite Hausbesitzer erwarten können, hängt von den Umständen vor Ort ab. Berechnen lässt sich das mit dem Vergütungsrechner des Verbandes BSW-Solar (http://dpaq.de/0HHAg) oder mit einem Tool der Energie-Agentur.NRW (http://dpaq.de/FCApR).
dpa-mag