Die Freude bei Beziehern von Heizöl ist groß. Dank des rapide gefallenen Ölpreises gleicht der Heizölkauf nahezu einem Schnäppchen. Wo beim Preis die Reise hingeht, erklärt Adrian Willig, Geschäftsführer des Instituts für Wärme und Öltechnik (IWO).
Wann war Heizöl zuletzt so günstig?
Die derzeitigen Preise sind ungefähr so günstig wie vor fünf Jahren. Nachdem es zu Beginn des Jahrzehnts Preisanstiege gab, beobachten wir seit 2012 einen Rückgang. 2014 lagen die Heizölpreise im Durchschnitt rund zehn Prozent unter dem Vorjahresniveau: Der Verbraucherpreis für 100 Liter betrug bei einer Abnahmemenge von 3.000 Litern von Januar bis Dezember im Schnitt 76,64 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Besonders seit Herbst des vergangenen Jahres haben die Heizölpreise noch einmal deutlich nachgegeben: Im Januar lag der Durchschnittspreis nur noch bei 53,05 Euro für 100 Liter. Heizöl ist damit billiger als Erdgas. Und die jährlichen verbrauchsgebundenen Kosten einer Öl-Brennwertheizung sind jetzt günstiger als die einer Pelletheizung.
Der Bezieher von Heizöl argwöhnt, dass der Verfall des Ölpreises nicht voll bei ihm ankommt. Was zum Beispiel kassiert der Fiskus?
Ungefähr zwei Drittel des Heizölpreises entfallen auf den Einkaufspreis auf den Ölmärkten. Mehr als ein Viertel auf die Energie- und Mehrwertsteuer. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass die Energiesteuer ein fester Betrag pro Liter ist. Das heißt: Je günstiger das Heizöl ist, desto größer ist der Anteil der Energiesteuer am Preis!
Was raten Sie: Jetzt auftanken oder noch warten? Bleiben die Preise auf lange Sicht auf niedrigem Niveau?
Der Ölpreis, und damit auch der Heizölpreis, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen zum Beispiel geopolitische Aspekte ebenso wie die Entwicklung von Angebot und Nachfrage. Daher lassen sich keine Prognosen zur künftigen Preisentwicklung treffen. Generell bieten Ölheizungen den großen Vorteil, dass Verbraucher sich in Phasen niedriger Heizölpreise bevorraten können. Eine kürzlich erfolgte Verbraucher-Umfrage des Nürnberger Marktforschungsunternehmens GfK hat ergeben, dass mehr als 85 Prozent der Ölheizer den Vorzug der flexiblen Bevorratung besonders schätzen. Warum das so ist, wird durch die aktuelle Preis-Situation wieder einmal deutlich. geb