Unter der Grasnarbe stimmt das Klima: Im Sommer hält sie kühl, im Winter wirkt sie wie eine zusätzliche Isolierung.
Mit einer Dachbegrünung können Hausbesitzer deshalb ihre Energiekosten senken. Trockenheits- und hitzebeständige Pflanzen wie Sedum, Dachwurz, Thymian, Felsennelke und Margerite geben zudem ein farbenfrohes Bild auf dem Dach ab und brauchen kaum Pflege. Und sie können noch mehr.
"Gründächer sind nicht nur schön und klimafreundlich", erklärt Wolfgang Ansel von Deutschen Dachgärtner Verband in Nürtingen (Baden-Württemberg). "Sie verlängern auch die Lebensdauer von herkömmlichen Dachabdichtungen." Da die Pflanzen sie schützen, können ihnen Hitze, Frost und UV-Strahlen nicht viel anhaben.
Aber es gibt auch noch einen ökonomischen Vorteil: "Dachbegrünungen sind Klimaanlagen fürs Haus - und das zum Nulltarif", erläutert Michael Henze vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL). "Im Winter halten sie die Kälte ab. Und im Sommer verhindern sie, dass der Dachraum sich überhitzt." Pflanzen auf dem Dach tragen also zum Energiesparen bei. Deshalb gehören sie künftig zu den Maßnahmen der energetischen Sanierung, die von der staatlichen KfW-Förderbank bezuschusst werden.
Seit 1. Juni können Bauherren, die im Zuge einer Gebäudesanierung auch ein neues Gründach anlegen wollen, einen Förderantrag bei ihrer Bank stellen, erläutert die KfW-Sprecherin Sybille Bauernfeind. In Rahmen des Programms "Energieeffizient Sanieren" vergibt die Staatsbank bis zu 75 000 Euro Kredit für jede Wohneinheit in einem KfW-Effizienzhaus oder bis 50 000 Euro bei Einzelmaßnahmen für einen Zinssatz von nur einem Prozent im Jahr. Überdies gewährt sie Hauseigentümern einen Tilgungszuschuss als zusätzlichen finanziellen Anreiz. Dieser reduziert das Darlehen und verkürzt gleichzeitig die Laufzeit. So könnten bis zu 13 125 Euro gespart werden.
"Voraussetzung für die Förderung ist, dass vor der neuen Begrünung das Dach entsprechend den vorgegebenen technischen Mindestanforderungen für Effizienzhaus oder Einzelmaßnahme gedämmt wird", erklärt Bauernfeind. Wenn dann der Kreditrahmen noch nicht ausgeschöpft ist, können die Kosten für die Dachbegrünung mitfinanziert werden. "Eine Förderung der Begrünung von Fassaden ist nicht möglich und für die nächste Zeit auch nicht geplant", stellt sie klar. Wie bisher werden aber auch weiterhin Renovierungsmaßnahmen an bereits vorhandenen Gründächern unterstützt.
Die KfW-Förderung lässt sich mit anderen Fördermöglichkeiten kombinieren. "Einige Städte und Kommunen unterstützen die Dachbegrünung bereits durch verschiedene Subventionsmodelle", so Henze. "So müssen zum Beispiel die Besitzer von begrünten Dächern in vielen Regionen deutlich weniger Niederschlagswassergebühren bezahlen." Das kann bis zu einem Euro pro Quadratmeter und Jahr ausmachen. Andere Städte gewähren direkte finanzielle Zuschüsse, sie liegen häufig bei 10 bis 20 Euro pro Quadratmeter.  dpa-mag