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Dämmfolie hinter der Heizung: Kann man so sparen?

Um Energie und damit Geld zu sparen, wird dazu geraten, hinter den Heizkörpern Dämmfolie anzubringen. Was genau ist das und wie kannst du damit sparen?
Heizkörper mit angebrachter Reflexionsfolie.
Heizkörper mit angebrachter Reflexionsfolie. Foto: Von Magnus Fröderberg/norden.org, CC BY 2.5 dk, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=24994865
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  • Was ist Dämmfolie?
  • Wie wird sie angebracht?
  • Welchen Effekt hat sie?

Die Preise für Strom, Gas und Öl sind auf schwindelerregende Höhen gestiegen. Um diese ein wenig abzufedern, wird oft dazu geraten, hinter den Heizkörpern eine sogenannte Heizkörper-Reflexionsfolie anzubringen. Doch spart man wirklich damit?

Was ist die Heizkörper-Reflexionsfolie und wie bringt man sie an?

Die Heizkörper-Reflexionsfolie* ist im Grunde genommen eine dünne Platte. Auf der einen Seite besteht sie aus einer Dämmschicht, meist Polystyrol, auf der anderen Seite ist eine Aluminiumfolie aufgebracht. Man erhält sie in den meisten Baumärkten und im Fachhandel entweder auf einer Rolle oder aber als einzelne Platte. Je nach Qualität und Dicke liegen die Kosten zwischen circa fünf bis fünfzehn Euro pro Quadratmeter. Damit ist diese Art der Dämmung relativ preiswert. 

Anbringen kannst du sie selber, sofern du über ein wenig handwerkliches Geschick verfügst. Spezialwerkzeug ist dafür nicht notwendig. Du schneidest die Folie auf das passende Maß zurecht, dann reinigst du die Wand hinter dem Heizkörper. Sie muss staubfrei und frei von möglichen Spinnweben sowie trocken sein. In den meisten Fällen ist sie selbstklebend, das heißt, du entfernst die Schutzfolie und klebst sie vollflächig auf. Dabei achtest du darauf, dass die aluminiumbeschichtete Seite in Richtung Heizkörper zeigt. 

Ein Problem entsteht nur dann, wenn die Heizung sehr nah an der Wand ist, du die Folie also nicht einfach dahinter schieben kannst, oder aber in Nischen sitzt, wo du schlecht hinkommst. Es empfiehlt sich, den entsprechenden Heizkörper vorher abzumontieren. Hier sollte allerdings eine Fachkraft Hand anlegen. Du musst aber unbedingt dafür sorgen, dass die Folie wirklich komplett auf der Wand klebt, andernfalls kann es zu einer unangenehmen Schimmelbildung führen.

Funktionsweise und was man spart

Die Reflexionsfolie hat zwei Funktionen: Durch die Dämmschicht wird verhindert, dass durch das Mauerwerk die Kälte von außen in den Raum dringt, sie wirkt also zunächst einmal isolierend. Zum anderen wird durch die Aluminiumschicht die Wärme von der Wand wieder nach innen abgestrahlt, damit geht sie nicht nach außen durch die Mauer verloren. Durch die Abstrahlung der Wärme nach Innen erreichst du schneller die gewünschte Temperatur. Somit wird also die Innentemperatur mit weniger Energieaufwand erreicht. 

Doch wie hoch ist das Einsparpotenzial am Ende? Nach Einschätzung von Expert*innen bringt eine Reduzierung der Raumtemperatur um ein Grad eine Ersparnis von circa sechs Prozent. Wenn man diese Ersparnis zugrunde legt, so ist unter Umständen eine Gesamtersparnis von etwa sechs bis zwölf Prozent der Heizkosten möglich, allgemein wird aber von vier Prozent ausgegangen. Laut Focus sparst du somit bei Heizkosten von circa 2.000 Euro rund 80 Euro pro Jahr. Generell gilt allerdings: Je schlechter eine Wand isoliert ist, umso größer kann das Einsparpotenzial sein. Dennoch gilt es zu beachten, dass man von diesen Folien keine Wunder erwarten kann, sie ersetzen keine grundlegenden Maßnahmen zur Wärmedämmung. Dazu kommt, dass sie nur punktuell angebracht werden, also nur einen kleinen Teil der Wände bedecken. Doch sie verbessern generell den Wärmeschutz und auch das Raumklima. 

In vielen Häusern gibt es sie noch Heizkörpernischen. Hier sind die Heizkörper an dünneren Stellen der Hauswand eingebaut. Das hatte den Vorteil, dass die Heizkörper nicht in den Raum ragten. Oft sind sie auch hinter Lüftungsgittern verborgen. Diese Art des Einbaus hat allerdings massive Nachteile. Zum einen ist an dieser Stelle die Außenwand dünner, das heißt, dass die Wärme schneller nach außen entweicht und die Kälte schneller nach innen eindringen kann. Ferner wird damit die Luftzirkulation behindert, die Strahlungswärme wird durch die möglicherweise angebrachten Abdeckungen blockiert. Des Weiteren besteht hier die Gefahr von Schimmelbildung. Der Grund für diese Bauweise liegt zum Teil darin, dass früher die Fenster die kältesten Bereiche waren, so baute man die Heizkörper unter die Fenster zurückliegend ein. Heutzutage, mit den modernen und sehr dichten Fenstern, ist dies eher kontraproduktiv. Eine einfache Methode, um an dieser Stelle Energie zu sparen, wäre damit die Heizkörper-Reflexionsfolie. Das kannst du auch als Mieter*in vornehmen.

Fazit

Mit der Reflexionsfolie ist es durchaus möglich, Energie und damit Geld zu sparen, du solltest hier aber keine Wunder erwarten. Doch gerade in Altbauten, in denen die Heizkörper noch in den Nischen sitzen, kannst du hier einiges sparen. Allerdings kann diese Folie keine professionelle Fassadendämmung ersetzen, sie kann nur ergänzend wirken. Bei gut isolierten Neubauten lohnt sie sich nicht. 

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