Farbtemperatur und Weißabgleich, Bässe und Höhen: Die Einstellmöglichkeiten an Fernseher und AV-Receiver sind nicht nur für Heimkino-Einsteiger häufig ein Buch mit sieben Siegeln. "Viele Verbraucher trauen sich nie an diese Menüs heran", sagt Jenny Braune von der Stiftung Warentest. "Dabei kann es sich durchaus lohnen, damit herumzuspielen." Kaputt machen könne man dabei nichts - fast alle Geräte haben eine Reset-Funktion, die das Gerät wieder in den Ursprungszustand zurückversetzt.
Der ist aber vor allem beim Fernseher nicht immer die beste Wahl, hat die Stiftung Warentest herausgefunden. In einem Test ("test", Ausgabe 12/2011) lieferten zum Beispiel nur 3 von 20 geprüften Fernsehern vom Start weg gute Farben und Kontraste. "Früher war das sogar noch schlimmer", sagt Christoph de Leuw, Redakteur bei "Audio Video Foto Bild". Der Grund für vermurkste Bilder sei der Verkauf im Laden. Viele Fernseher sind so eingestellt, dass sie neben vielen Konkurrenten und in hellem Licht ordentlich Eindruck machen. Für den Heimgebrauch ist dieses Bild aber deutlich zu grell. Einige Modelle fragen deshalb inzwischen beim ersten Einschalten nach, ob sie zu Hause oder im Laden laufen sollen.

Am besten funktioniert die Feinarbeit an der Darstellung über ein Testbild.

Das findet sich auf verschiedenen Seiten im Internet, wird einfach auf DVD gebrannt und zeigt auf einen Blick, wie der Fernseher verschiedene Situationen abbildet. Wer seinem eigenen Urteilsvermögen nicht traut, kann in Internetforen nach idealen Einstellungen anderer Nutzer suchen. Dabei muss das richtige Bild für jeden Signalweg oder Bildeingang neu gefunden werden. Denn die Fernseher speichern die Bildeinstellungen meist für jeden Eingang oder jeden Zuspieler separat ab.
Christoph de Leuw rät vor allem Einsteigern, zuerst einmal die verschiedenen TV-Voreinstellungen auszuprobieren. Setups mit Namen wie "Normal", "Natürlich" oder "Film" seien meistens gut geeignet - "Dynamisch" oder "Spiel" dagegen oft zu knallig. Auch Jenny Braune wirbt fürs Experimentieren: "Viele Einstellungen sind auch nicht objektiv zu bewerten, sondern einfach Geschmackssache." Das gelte zum Beispiel für die Farbtemperatureinstellungen, durch die das Bild insgesamt kälter oder wärmer wirkt.

Auch die idealen Lichtverhältnisse im Heimkino sind Geschmackssache.

"Ganz dunkel sollte es nur beim Einsatz von Beamern oder 3D-Technik sein", findet de Leuw. "Und grelles Tageslicht ist natürlich auch nicht so gut." Ideal sei ein schummriges Licht - wie viel davon genau, müsse jeder selbst entscheiden. Die Lichtquelle sollte allerdings so aufgestellt sein, dass sie beim Fernsehen nicht blendet, rät der Berufsverband der Augenärzte. Viele Fernseher kommen inzwischen mit einem Sensor, der bei wechselnden Lichtverhältnissen Helligkeit und Kontrast entsprechend anpasst. "Bei neueren Fernsehern arbeiten die inzwischen relativ zuverlässig", sagt Jenny Braune.

Ähnliche Aufmerksamkeit wie das Bild verdient auch der Ton.

"Ein Laie muss sich da nicht zu detailliert mit beschäftigen", sagt Thomas Brieger vom Audio-Branchenverband High End Society. "Ein paar Grundregeln sollte aber jeder beachten." Darunter fällt die richtige Aufstellung der Lautsprecher. Bei einem 5.1-System gehört die Center-Box nah ans Bild, die Stereo-Lautsprecher sollten links und rechts davon und etwa auf Kopfhöhe stehen. Der Ton von hinten kommt im Idealfall aus einer noch etwas höheren Position.

Wo die Boxen genau stehen, sollte neben dem Nutzer auch der Verstärker wissen. Viele Geräte haben eine automatische Kalibrierung. Sie orten die Lautsprecher über einen Signalton. Alternativ lassen sich Größe und Abstände der Boxen meist von Hand eingeben. Die Mühe sollten sich Wohnzimmer-Cineasten auf jeden Fall machen, findet Brieger: "Gerade für den richtigen Raumklang macht das einen enormen Unterschied." Für einen gleichmäßigen Sound sollten möglichst alle Lautsprecher vom gleichen Hersteller kommen. Wer schon gute Stereo-Boxen hat und diese in eine 5.1-Anlage integrieren will, nutzt die alten Lautsprecher am besten für den Klang von hinten, da macht sich der Unterschied nicht so deutlich bemerkbar.
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"Die Technik muss nicht nur günstig und leistungsfähig sein, sondern auch zum Wohnzimmer passen", sagt Christoph de Leuw von "Audio Video Foto Bild". In kleine Räume gehören also entsprechend kleine Boxen, die sich platzsparend an die Wand dübeln lassen oder unauffällig im Regal verschwinden. Auch ein zu großer oder kleiner Fernseher kann das Filmvergnügen trüben. Die Bildschirmdiagonale sollte im Idealfall etwa ein Drittel des Abstands zwischen Sofa und TV betragen. dpa