Bamberg
PR-Sonderveröffentlichung

Demografie und die Folgen: Immobilienmarkt in Franken

Während in vielen ländlichen Gegenden mit Bevölkerungsrückgang die Immobilienpreise sinken, steigen sie in den Ballungszentren unverhältnismäßig schnell an. Diese Entwicklung wird sich Experten zufolge in Zukunft fortsetzen - mit Folgen auch für den Immobilienmarkt in Franken.
Bamberg entwickelt sich bei Wohnungsmieten zu einer der teuersten Städte Deutschlands. Foto: Thomas Scholz / pixelio.de
Bamberg entwickelt sich bei Wohnungsmieten zu einer der teuersten Städte Deutschlands. Foto: Thomas Scholz / pixelio.de
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Der demografische Wandel hat den Wohnungsmarkt längst erreicht und sorgt neben anderen aktuellen Entwicklungen wie dem Trend zum Singlehaushalt oder der Landflucht für neue Probleme auf dem Immobilienmarkt. Barrierefreies Wohnen, Wohnungsnot, teure Mieten und steigende Wohnkosten - dies sind Themen, die immer mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken und vor allem immer mehr Menschen betreffen. Das grundlegende Problem sind jedoch die steigenden Einwohnerzahlen in vielen Ballungszentren bei gleichzeitig geringer Bautätigkeit, die zu einem Engpass auf dem Wohnungsmarkt führen und sich, falls nicht entsprechend gegengesteuert wird, zunehmend verschlimmern könnten.

Auch Klein- und Mittelstädte sind betroffen
Betroffen sind längst nicht nur die Metropolen und Großstädte Deutschlands, auch in Mittel- und Kleinstädten wie Bamberg sind ähnliche Tendenzen zu erkennen. Die demografische Entwicklung im Landkreis Bamberg ist zwar derzeit noch stabil, doch insbesondere in den Städten wird mit einer Zuwanderung gerechnet, sodass die Einwohnerzahlen entgegen des Trends im gesamten Landkreis vermutlich zunehmen werden. Hinzu kommt, dass die Zahl der Haushalte steigt, da immer mehr Menschen in Einzelhaushalten leben.



Die steigenden Miet- und Kaufpreise in Verbindung mit einem zunehmenden Wohnungsmangel sind besonders problematisch für Studenten, die sich in den Universitätsstädten Bamberg, Würzburg oder Erlangen-Nürnberg auf Wohnungssuche befinden. Das Ende der Wehrpflicht, doppelte Abitur-Jahrgänge und allgemein steigende Studierendenzahlen verschärfen die Wohnungsnot zusätzlich. Das Ausweichen auf benachbarte Städte wie nach Forchheim oder das Errichten von Bettenlagern ist längst keine Seltenheit mehr, um den Studienanfängern kurzfristig ein Dach über dem Kopf bieten zu können. Langfristig sind Notunterkünfte allerdings keine befriedigende Lösung. Stadt und Land müssen hier nach neuen Lösungen für die Problematik suchen. Mittlerweile entdecken immer mehr Anleger den Markt rund um Studentenwohnungen, wie an der steigenden Bau- und Investitionstätigkeit im Bereich studentisches Wohnen deutlich wird.

Bauboom in der Region reicht noch nicht aus
Entstanden ist die derzeitig angespannte Situation auch durch einen jahrelangen Schwund der Neubauzahlen mit dem Tiefstand im Jahr 2008, als Angaben des Statistischen Bundesamtes zufolge in ganz Deutschland der Bau von circa 175.000 Wohnungen genehmigt wurde. Zum Vergleich: Im Jahr 1994 wurden noch fast 713.000 neue Wohnungen genehmigt. Erst seit dem Jahr 2009 gehen die Zahlen wieder leicht nach oben, ohne bisher das alte Niveau zu erreichen oder den Bedarf zu decken. Für 2013 erwarten die Statistiker die Genehmigung für 250.000 Wohnungen, was dem Niveau des Jahres 2006 entsprechen würde.



Den neuerlichen Anstieg der Bautätigkeit hängt zudem mit der Finanzkrise zusammen. Investoren suchen nach sicheren Anlageformen und dafür sind Wohnungen in Deutschland eine gute Alternative. Auch die historisch niedrigen Zinsen für Baugeld tun ihr übriges, um Anleger anzulocken. Regionale Bauträger freuen sich über die steigende Anzahl an Aufträgen und sind für 2013 größtenteils komplett ausgelastet. Besonders die Metropolregion rund um Nürnberg, Fürth und Erlangen besitzt großes Potenzial, das vor allem auf dem Zuzug und den guten wirtschaftlichen Aussichten gründet.

Auch in Bamberg befand sich der Wohnungsbau vor einigen Jahren auf einem Tiefststand. Um der Wohnungsnot entgegenzuwirken, entstehen derzeit zirka 600 Wohnungen auf dem Schaeffler-Areal, einem ehemaligen Industriegebiet im Norden der Stadt. Bis Ende 2014 sollen hier 1000 Menschen untergebracht werden. Einziger Haken: auch hier kostet der Quadratmeter mindestens 2800 Euro. Auch die 66 Studentenwohnungen, die auf dem Gelände entstehen sollen, sind angesichts der knapp 12.000 Studenten in Bamberg derzeit nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

30 Prozent mehr Bautätigkeit in Nürnberg
Um bis zu 30 Prozent gestiegen ist die Bautätigkeit in Nürnberg, allerdings wird nur wenig in den sozialen Wohnungsbau investiert, was die Situation bei preiswertem Wohnraum verschäft. Hier gilt es, mit entsprechenden Förderprogrammen neue Anreize zu schaffen und mehr Bauflächen zur Verfügung zu stellen. Insgesamt müssen sich sowohl Mieter als auch Käufer in den regionalen Zentren auf Preissteigerungen in den kommenden Jahren einstellen.