Anzeige
Anzeige
Sicheres Zuhause

Rundum geschützt

Mit diesen Vorkehrungen haben Einbrecher keine Chance
Artikel drucken Artikel einbetten
Foto: Paolese - stock.adobe.com
Foto: Paolese - stock.adobe.com

Viel Sorglosigkeit, wenig Vorsorge: Alle vier Minuten wird in Deutschland irgendwo eingebrochen. Dabei gibt es viele Möglichkeiten rund ums Abschrecken und Absichern. Und alles beginnt schon mit sicherheitsbewusstem Ver halten.

Signale setzen und Einladungen vermeiden: Die Haustür zweimal abzusperren gehört ohnehin zur obersten Pflicht. Auch Balkontüren, Terrassentüren und Fenster sollten niemals gekippt bleiben, sondern richtig verschlossen werden. Weil Einbrecher meistens alle Versteck-Optionen kennen, ist es zudem fahrlässig, den Schlüssel draußen zu deponieren. Bei längerer Abwesenheit empfiehlt es sich außerdem, auf Ich-bin-dann-mal-weg-Signale wie überfüllte Briefkästen, permanent geschlossene Rollläden oder Urlaubsposts in sozialen Medien zu verzichten. Besser ist es, Nachbarn um kleinere Dienstleistungen zu bitten, wechselndes Licht per Zeitschaltuhr zu programmieren und innerhalb des Smart Homes auf vermeintliche Anwesenheit zu setzen. Wenn es nette Nachbarn gibt, hilft es auch, Bepflanzungen zwecks besserer Einsicht niedrig zu halten. Einladende Gartenmöbel, Leitern und Mülltonnen sollten bei längerer Abwesenheit weggeschlossen werden: Viele Gerätschaften funktionieren perfekt als Einstiegshilfe.

Gesundes Misstrauen ist auch ein probates Mittel bei Anwesenheit: Auf Klingeln niemals bedenkenlos öffnen, sondern immer Wachsamkeit zeigen. Und natürlich funktioniert das auch per Technik und dementsprechend über variable Maßnahmen mit Signalwirkung wie Sprechanlage, Türkette und Co.

Technische Vorkehrungen

Die polizeiliche Erfahrung zeigt ohnehin, dass die wenigsten Einbrecher gut ausgerüstete Profis sind. Meist handelt es sich um relativ spontane Gelegenheitstäter, die sich schnell wieder von ihren Absichten abbringen lassen - und das am besten schon draußen. Bewegungsmelder vor der Haustür machen es unwillkommenen Besuchern schon ab der ersten Aktion schwer, unbemerkt durch den Garten, zum Haus oder zur Kellertür zu gelangen. Eine entsprechende Lichtquelle sollte am besten auch die Hausfront ausleuchten - die Kriminalpolizei rät hier zu Halogenscheinwerfern mit mindestens 500 Watt, die sabotagesicher in einer Höhe von mindestens dreieinhalb Metern angebracht sein sollten. Auch sichtbare Kameras oder komplette Alarmanlagen mit wählbaren Features nach Maß zeigen Wirkung, wenn sie professionell installiert werden. Was allerdings definitiv nicht erlaubt ist: Glasscherben oder Stacheldraht auf der Mauer. Verletzt sich jemand beim Übersteigen des Hindernisses, kann dies sogar den Strafbestand der fahrlässigen oder vorsätzlichen Körperverletzung erfüllen.

Mechanischer Schutz

Die wichtigste Barriere ist ein genormter mechanischer Komplett-Schutz am Haus. Nach Empfehlungen von Profis sollten einbruchhemmende Türen, Fenster und Rollläden mindestens der europäischen Widerstandsklasse RC 2 entsprechen - um dem Einbrecher wertvolle Zeit zu stehlen und ihn im Zweifelsfall zum Abbruch seiner Aktion zu bewegen. Wer sein Haus neu errichtet oder umbaut, sollte sich bei Fachleuten nach Sicherheitspaketen umhören oder Fenster und Türen der DIN-Norm entsprechend nachrüsten. In die Eingangstür sollte beispielsweise ein einbruchhemmendes Schloss mit besonders geschütztem Profilzylinder verbaut werden - am besten durch einen Beschlag mit zusätzlicher Zylinderabdeckung. Zusatzteile wie zum Beispiel ein Kastenschloss mit Sperrbügel, ein Stangenriegelschloss oder eine weitere Mehrfachverriegelung bringen zusätzliche Sicherheit. Im Mauerwerk verankerte oder verlängerte Schließbleche können außerdem das Aufhebeln der Tür wesentlich erschweren und im Bandbereich schützen Hintergreifhaken gegen äußere Gewalt. Falls das Türblatt zu schwach ist, sollte es am besten zusammen mit dem Rahmen durch eine geprüfte robustere Qualität der empfohlenen Widerstandsklasse ersetzt werden. Glaseinsätze zu vergittern oder mit Durchschlagschutz nachzurüsten kann materialbedingte Schwachstellen eliminieren. Und was Balkon, Terrasse und Co. betrifft: Fenster und Fenstertüren können zum Beispiel mit absperrbaren Zusatzsicherungen aufgerüstet werden.

Einbruchhemmende Fenster zeichnen sich durch eine extra stabile Konstruktion, Scheiben aus Sicherheitsglas und abschließbare Griffe aus - und sind in unterschiedlichen Rahmenmaterialien zu haben. Wie bei Türen müssen auch bei Fenstern nicht nur Rahmen und Schlösser, sondern auch Bandseiten gesichert werden. Nur mit Montageschaum im Mauerwerk befestigte Fenster sind leicht herauszubrechen, sie müssen deswegen von Fachleuten nach geprüften Vorgaben befestigt werden. Und: Einfache Fensterbeschläge dienen nur dazu, Fenster bei Wind und Regen geschlossen zu halten. Wirklich wirksame Einbruchhemmung wird erst durch einen innen liegenden Beschlag mit mehreren Pilzkopfzapfen erreicht, die rundum angeordnet sind und beim Verschließen in stabile Stahlschließbleche greifen. Mit ihrer T-Form krallen sich die Zapfen in den Rahmen und bieten so einen hohen Schutz gegen das übliche Aufhebeln des Fensters. Einfache Kunststoffrollläden bieten übrigens keinen besonderen Einbruchschutz. Dennoch sollten sie zumindest gegen das Hochschieben gesichert wer den.

Digitale Vernetzung

Und apropos ganzheitliche Vorsorge: Im Zweifelsfall lassen sich sicherheitsbewusste Präsenz und die Steuerung von mechanischen Komponenten digital perfekt vernetzen. Rollläden, Außenjalousien oder Beleuchtung lassen sich im Smart Home-System mit Schutzprogrammen verknüpfen und leisten zum Beispiel einschließlich Beleuchtung und Videoüberwachung auch eine intelligente Anwesenheitssimulation. Smart Home-Anwendungen können auch mit Alarmanlagen verbunden werden und zur Einbruchmeldung für Bewohner, Betreiber und Ordnungshüter wichtige Zusatzfeatures liefern.

Annette Gropp

Unsere Partner
Verwandte Artikel

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.