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Umweltbewusst bauen und wohnen

Heizungswechsel leicht gemacht

Das perfekte Klimapaket für zuhause
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Foto: Bumann - stock.adobe.com
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Fossil verbrennen ade, klimafreundlich heizen willkommen: Mit dem "Gesetz zur Vereinheitlichung des Energieeinsparrechts für Gebäude" geht es veralteten Heizmethoden final an den Kragen. Das Verfallsdatum für Uralt-Heizkessel ist dabei nicht mal neu. Schon die Energieeinsparverordnung EnEV von 2019 rief zum Austausch von vor 1989 eingebaute Heizungen auf. Und auch für die neue Deadline rund um Anlagen, die vor dem 1. Januar 1991 eingebaut wurden, gibt es gute Gründe: Laut Berechnungen ist immer noch ein Siebtel der deutschen Treibhausgasemissionen direkt auf Gebäude zurückzuführen. Um die neuen Klimaziele zu erreichen, sollen bis 2030 120 Millionen Tonnen Kohlendioxid bis auf 72 Millionen Tonnen reduziert werden - und gerade die abgasintensiven Ölkessel nach und nach Alternativen Platz machen.

Individuelle Lösungen

Die beste Heizung? Gibt es nicht. Ein simpler Vergleich ist gar nicht so einfach, weil für jedes Gebäude und jedes Nutzungsprofil ein anderes Optimum gilt. Der Verbraucher kann sich allerdings individuell wichtige Fragen stellen: Neben dem Klimaschutz spielen immer auch Investitionskosten, Betriebskosten, lokale Voraussetzungen und persönliche Vorlieben eine große Rolle. Was wo reinpasst und was sich in welches Leben am besten einfügt, lässt sich idealerweise über Fachleute klären. Energieberater, Verbraucherzentralen oder Fachbetriebe für Heizungen helfen bei der finalen Entscheidung und errechnen schon mal kurz- und langfristige Kosten. Aber: Eine ganz private Tendenz darf durchaus vorher festgelegt werden.

Klimaschutz im Blick

Als besonders musterhaft hinsichtlich Öko-Aspekt gilt die Solaranlage. Allerdings kann sie nicht solo als Heizung arbeiten, da sie nur verhältnismäßig geringe Temperaturen erzeugt und nebenbei zwar Brauchwasser-Erwärmung leisten kann, aber Partner zur Wohnraumbeheizung braucht. In Kooperation mit einer Wärmepumpe oder einer Pelletheizung bleiben ihre umweltfreundlichen Aspekte aber trotzdem weitgehend gewahrt. Wärmepumpen verursachen geringe CO2-Emissionen, Pelletheizungen verwenden nachwachsende Rohstoffe als Brennmaterial - ihr energetischer Einsatz wird daher als CO2-neutral betrachtet. Beide Heizungsarten können übrigens auch ohne Solarunterstützung relativ umweltfreundlich betrieben werden.

Als Ergänzung einer Heizungskombination und als sogenannte "Einzelraumfeuerungsanlage" wird übrigens gerade der Kamin rehabilitiert: Beim Neukauf sind auch hier gesetzliche Anforderungen an das Emissionsverhalten zu beachten. Wie viel Feinstaub Kamin oder Ofen freisetzen, müssen Hersteller mit einem Zertifikat per Bundesimmissionsschutzverordnung belegen. Aufgrund des Gesetzes sollen außerdem seit Ende 2017 alle alten Kaminöfen, Kachelofeneinsätze sowie Heizkamine mit einer Typprüfung vor 1985 stillgelegt werden, wenn die vorgegebenen Grenzwerte nicht eingehalten werden.

Platz-Potenzial

Zum Beispiel: Für Solarthermie müssen Sonnenkollektoren verlegt werden. Da Sonnenenergie naturgemäß nicht gleichmäßig reichhaltig verfügbar ist, sollten Dächer mit optimaler Ausrichtung und ohne Beschattung vorhanden sein - und außerdem eine Kombination mit anderen Heizarten eingeplant werden. Für eine Erdwärmepumpe wiederum müssen Kollektoren im Erdreich verlegt werden; das Grundstück sollte entsprechend großzügige Abmessungen und passende Bodenstrukturen aufweisen. Blockheizkraftwerke stellen übrigens nicht nur eine großformatige Heiz-Variante für große Gebäude mit einem konstanten Wärmebedarf dar: Inzwischen gibt es auch Mikro- oder Nano-Versionen, die sich durchaus für kleinere Häuser und für Heizkooperationen eignen. Scheitholzvergaser, Hackschnitzel- und Pelletkessel wiederum haben schlicht großen Platzbedarf hinsichtlich Kessel, Lager, Fördertechnik und Speicher.

Aspekt Anschaffungskosten

Beim Anschaffungspreis punkten Elektroheizungen mit niedrigen Beschaffungs- und Einbaukosten. Pelletheizungen oder Wärmepumpen wiederum gelten als vergleichsweise teuer. Holzpelletkessel werden meistens im Keller installiert - Wärmepumpen teilweise auch im Freien über oder unter der Erde. Die jeweilige Hardware und deren Installation auch in Kombination mit Solarthermie gilt im Einbau als sehr arbeitsintensiv und deswegen auch verhältnismäßig teuer. Aber auch Brennstoffzellen-Heizungen oder Blockheizkraftwerke gehören zu den stromerzeugenden Geräten, die zunächst mal ordentlich kos ten.

Faktor Betriebskosten

Aber: Wenn die Investitionen hoch sind, helfen niedrige Betriebskosten. Als besonders sparsam gelten da Pelletsysteme - besonders, wenn ausschließlich Brennstoffpreise verglichen werden. Je nach Energieeffizienz des Hauses kann die beste Heizungsalternative auch eine Kombination aus Pelletheizung und Solaranlage oder aus Wärmepumpe und Solaranlage sein.

Stehen moderne Technologien und Niedertemperaturheizkörper zur Verfügung, gilt eine Solaranlage als besonders rentabel. Die Vorlauftemperatur der Heizung kann schon mit der genutzten Sonnenenergie beinahe erreicht werden, für die restliche Aufheizung ist dann nur noch relativ wenig Energie nötig. Trotzdem beachten: Eine Wärmepumpe bezieht den Großteil der Energie aus der Umwelt und nutzt die Wärme aus dem Erdreich, dem Grundwasser oder der Luft. Diese Umweltwärme hebt die Wärmepumpe mittels Strom aufs benötigte Temperaturniveau - was zum Beispiel bei Luftwärmepumpen im Winter durchaus einen deutlich höheren Betriebskosten-Faktor bedeuten kann.

Bei einer Dreier-Kombination aus Solarthermie, Wärmepumpe plus modernem Kamin- oder Kachelofen als Einraumheizer hat man den Vorteil, dass große Teile der Stromkosten wiederum gespart werden können.

Allerdings muss man hierbei noch bedenken, dass zusätzlich noch Holz- und Kaminkehrerkosten obendrauf kommen: Das Reinigen des Abgasweges durch einen Schornsteinfeger ist drei- bis viermal im Jahr gesetzlich ver ordnet.Annette Gropp

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