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Gut bedacht

Tondachziegel und Betondachsteine zählen zu den gängigsten Materialien auf deutschen Dächern
 
Foto: U. J. Alexander - stock.adobe.com
Foto: U. J. Alexander - stock.adobe.com

Betondachstein? Tondachziegel? Oder doch ein ganz anderes Material? Wenn das Dach eine neue Eindeckung braucht, stehen Hauseigentümer vor der Qual der Wahl. Denn jedes Material hat seine ganz eigenen Vor- und Nachteile. Die Beratung vom Fachmann kann dabei helfen, die optimale Lösung für das Eigenheim zu finden.

Der Dauerbrenner

Tondachziegel sind wohl der Klassiker unter den Dacheindeckungen. Die bereits von den Römern verwendete Form der Dachbedeckung besteht aus Ton, Lehm und Wasser. Dachziegel bestechen vor allem durch ihr geringes Gewicht und ihre Langlebigkeit. Heutzutage sind verschiedene Oberflächen sowie eine große Auswahl an Formen, Farben und Modellen erhältlich. Man unterscheidet zwischen naturroten, engobierten und glasierten Ziegeln. Die matten, naturroten Ziegel werden ohne Beimischung von Farbe gefertigt und entwickeln somit ihren klassischen roten Farbton, der sich von Ziegel zu Ziegel unterscheiden kann.

Obwohl es sich bei der sogenannten Engobe nicht um eine Schutzschicht handelt, sind engobierte Tondachziegel widerstandsfähig gegen Verwitterung und Moosbefall. Ihre matte bis glänzende Oberfläche entsteht durch den Überzug mit einer Tonschlämme vor dem Brennen.

Bei glasierten Ziegeln enthält die Glasurmasse zusätzlich gemahlenes, vorgeschmolzenes Glas, was eine harte und glänzende Oberfläche zur Folge hat. Die Glasur stellt ebenfalls keine Schutzschicht im klassischen Sinne dar, auch wenn sie die Anhaftung von Schmutz erschweren und Verwitterung vorbeugen soll.

Immer wieder werden auch Ziegel mit sogenanntem Lotuseffekt angeboten. Der Begriff geht auf die indische Lotuspflanze zurück, die so beschaffen ist, dass weder Schmutz noch Wasser auf den Blättern haften kann. Grund dafür ist eine spezielle Struktur. Diese Struktur macht man sich mittlerweile in verschiedensten Bereichen zu Nutze, so auch bei den Dachziegeln. Das selbstreinigende Dach funktioniert jedoch nur unter bestimmten Bedingungen. Nachteilig bei den verschiedenen Arten von Tondachziegeln sind sowohl die energieintensive Herstellung als auch der höhere Preis im Vergleich zum Betondachstein.

Der Konkurrent

Der Betondachstein macht dem Dachziegel Konkurrenz. Betondachsteine bestehen größtenteils aus Sand, Zement und Beimischungen. Die Bestandteile werden dann miteinander vermengt und in Form gebracht. Das anschließende Abspritzen mit einer Acryldispersion soll den Stein vor Schmutzanhaftungen schützen und Moosbewuchs verringern. Im Vergleich zu Tondachziegeln werden Betondachsteine nicht gebrannt, sondern lediglich bei geringer Temperatur getrocknet, was sie dank dem geringen Energieeinsatz günstiger und klimafreundlicher macht.

Eine hohe Anfälligkeit für Moos- und Algenbewuchs in der Vergangenheit bescherte den Dachsteinen ein sich bis heute haltendes Vorurteil. Dieses trifft jedoch nicht mehr zu. Wer eine gegen Witterungseinflüsse beständige Dacheindeckung sucht, kann also auch auf Betondachsteine setzen. Sie härten mit der Zeit weiter aus und werden somit witterungsbeständiger. Auch in besonders windigen Gegenden bietet es sich an, die Dachsteine zu verwenden, da diese ein gewisses Gewicht mit sich bringen. Voraussetzung ist dabei eine Dachkonstruktion, welche die Last aushält. Ein Nachteil, den diese Bedachungsart hat, ist das sogenannte Absanden: Vor allem bei älteren Exemplaren können Regen und Schnee feines Material abtragen und in die Regenrinne spülen.

Die Alternativen

Wer weder auf Tondachziegel noch auf Betondachsteine setzen will, kann auch Alternativen wie Schiefer- oder Blechdächer wählen. Die besondere Ästhetik von Schieferdächern sowie ihre extreme Langlebigkeit machen diese Art der Bedachung reizvoll. Dadurch, dass jede Schieferplatte einzeln auf einer Holzkonstruktion befestigt wird, punktet Schiefer auch in Sachen Sturmfestigkeit. Einziger Wermutstropfen ist der höhere Preis für eine Schie fereindeckung.

Das Hauptargument für ein Blechdach ist wohl sein geringes Gewicht. Die hohe gestalterische Freiheit, die dieses Material mit sich bringt, erlaubt auch eine Umsetzung extravaganter Kundenwünsche.

Die Qual der Wahl

Sowohl Tondachziegel, Betondachsteine als auch alternative Dacheindeckungen erfüllen vor allem eine Funktion: Sie decken das Dach ein und schützen vor Umwelteinflüssen wie Regen, Schnee oder Hagel. Bei der Wahl des Materials spielt neben Witterungsbeständigkeit und Optik auch der Kostenfaktor eine Rolle. So kommen zu den reinen Materialkosten noch Aufwendungen für den Dachdecker hinzu. Welches Material die optimale persönliche Lösung darstellt und mit welchen Kosten zu rechnen ist, lässt sich am besten durch ein Beratungsgespräch bei einem Fachmann feststellen. jr

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