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Tag des Bades

Erst planen, dann planschen

Der Weg zum Traumbad: Bei der Sanierung steht vor dem Neuanfang eine radikale Trennung.
 
Foto: Adobe Stock
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Irgendwann kommt der Punkt, da geht nichts mehr. Dann hilft nur noch eines: Trennung. Doch dieser Schritt sollte nicht spontan, sondern nach reifer Überlegung stattfinden. Wer sich für eine Badsanierung entscheidet, hört erstens auf sein Bauchgefühl, achtet zweitens auf die Kosten und drittens auf die Zeit, die das Projekt beanspruchen kann.

Eine komplette Sanierung umfasst die Entkernung und den neuen Aufbau. Damit alles schnell geht, sollte man vorher planen. Ästhetik und Funktionalität stehen bei der neuen Ein richtung auf den vorderen Plätzen.

Präzise planen

Zuhause kann man sich Zeit lassen, spätestens beim Gespräch mit dem Badexperten sollte der Grundriss maßstabsgetreu möglichst auf den Zentimeter genau vorliegen. Im Grundriss müssen Heizung, Fenster und Türen, sowie die Lage der Waschbecken, der Wasseranschlüsse und auch der Toilette eingezeichnet sein. Stromleitungen lassen sich eher verlegen als Abwasserleitungen, auch das sollte berücksichtigt werden.

Für viele Arbeiten braucht man spezielle Fertigkeiten und die beherrschen Profis einfach besser. Wer zwei linke Hände sein Eigen nennt, vertraut sowieso bei allen Arbeiten auf die Handwerker vor Ort. Gefragt sind Elektriker, Fliesenleger, Maler, Maurer und Sanitärinstallateure. Bei Maßanfertigungen hilft auch der Schreiner weiter. Unternehmen, die eine komplette Sanierung übernehmen, schonen die Nerven - je nach Größe des Objekts sind auch Einzelaufträge sinnvoll.

Optimal informiert

Im Fachhandel bekommen Badsanierer Informationen über die optimale Einrichtung - von den Armaturen über die Fliesen bis zum Waschbecken. Vorneweg: Wer heute ein Bad saniert, sollte an morgen denken. Barrierefrei bauen und Türen so breit planen, dass man bequem mit einem Rollstuhl ins Bad fahren kann, hilft älteren oder Menschen mit Behinderung. Je präziser der Plan, desto einfacher die Umsetzung.

Bleibt das Badezimmer in der vorhandenen Größe? Wird eine Zwischenwand entfernt, um an Fläche zu gewinnen? Soll die Wanne bleiben? Erhält sie eine Anti-Rutschbeschichtung? Kommt eine separate Dusche dazu oder soll es eine Duschwanne werden? Wird es eine schieb- oder klappbare Abtrennung, durchsichtig oder satiniert oder reicht ein Duschvorhang? Wird die Dusche bodengleich eingebaut? Tipp: Glasduschen machen einen kleinen Raum heller und lassen ihn moderner wirken. Werden zwei kleine, ein großes oder vielleicht sogar ein höhenverstellbares Waschbecken benötigt? Soll die Waschmaschine im Bad stehen? Welche Beleuchtung erhellt den Raum? Integrierte Spots? Lampen, um munter zu werden, zum Schminken oder Entspannen? Oder alles zusammen und je nach Laune dimmbar? Die Fliesen: groß oder klein? Quadratisch oder rechteckig? In einem Mosaik ausgelegt? Bunt? Gemustert? Unifarben?

Holzboden im Bad

Ein einfaches Beispiel zeigt: Blaue Fliesen sind nicht einfach blau, sondern azurblau oder türkisblau oder eben in anderen Nuancen zu finden. Dank spezieller Verfahren kann sogar Holz auf dem Badboden glänzen. Wer eine große Fläche zur Verfügung hat, kann eine Wellness-Oase entstehen lassen. Kleine Bäder bieten durch geschickte Umbau maßnahmen mehr Stauraum und wirken dadurch übersichtlicher.

Je genauer das Traumbad vor dem geistigen Auge vorbeizieht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, sich später genau in diesem Bad tatsächlich die Zähne zu putzen. Traum und Realität schwimmen an komplett unterschiedliche Ufer, wenn die Kosten explodieren. Die Luxusvariante wirkt oft am schönsten, sich darüber die nächsten Jahre maßlos zu verschulden - keine kluge Entscheidung. Deshalb: Vorab das Budget festlegen.

Zwei Posten

Auf der Endrechnung stehen für den Badbauherren zwei Posten: Die Kosten für das komplette Material (Fliesen, Farbe, Einrichtung, ...) und die Kosten für die Handwerksbetriebe. 10 000 Euro sollte man für ein kleineres Bad rechnen - nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Grundsätzlich gilt: Je größer, komfortabler oder stylischer, desto höher die Kosten. Klar ist, wer sein Bad saniert, hat Staub, Lärm und fremde Leute im Haus oder in der Wohnung. Auch hier hilft eine Regel: Je weniger Aufwand und je kleiner das Bad, desto schneller ist alles fertig. Einen Tag braucht es - wenn alles glatt läuft -, um aus einem kleinen Bad einen Minihygienetempel zu bauen.

Sanierung in Kürze

Bei normalen oder großen Bädern rücken die Handwerker gleich mehrere Wochen an. So kann die Sanierung ablaufen: Radikaler Abriss, Abschlagen der Fliesen, je nach Größe können die Installateure schon ans Werk gehen. Am Tag darauf kümmern sich die Handwerker um die Installation und Verrohrung, je nach Baufortschritt beginnen die Elektriker mit ihrer Arbeit. Danach kommen die Maurer und Verputzer, ihre Arbeit kann mehrere Tage in Anspruch nehmen. Sie gleichen schiefe Wände aus und verputzen Schlitze. Nach dem Feinschliff sollte der Raum gründlich trocknen, dann geht es weiter mit den Fliesenarbeiten, die je nach Größe mehrere Tage dauern können. Auf die Fliesenleger folgen Feininstallationen, Sanitär- und Elektroarbeiten werden ausgeführt, Armaturen und Einrichtungsgegenstände angepasst, was nicht gefliest ist, erhält einen frischen Anstrich, zum Schluss werden Silikonfugen gezogen und dann bleibt nur noch eines: Wasser marsch und sich wohlfühlen.

Anja Vorndran

Unsere Partner
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