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Umweltbewusst bauen und wohnen

Der Grün-Faktor

Nachhaltiges Bauen und Wohnen wird immer wichtiger
 
Foto: Jenny Sturm - stock.adobe.com
Foto: Jenny Sturm - stock.adobe.com

Zum Wohl des Bewohners und des Planeten: Im Idealfall sollte jedes Bauprojekt auf einen ganzheitlich gesunden Nenner gebracht werden. Obwohl es nicht leicht ist, außerhalb der Energie-Effizienz Standards zu finden, gibt es durchaus Orientierungshilfen. Und innerhalb derer trotzdem noch maximal Freiheit bei der Gestaltung.

Ein Geheimrezept oder eine Zauberformel gibt es nicht. Grundsätzlich gilt: Beim nachhaltigen Bauen wird die Belastung der Umwelt in jeder Phase eines Bauwerkes bedacht und minimiert. Von der Herstellung über die Nutzung bis zum potenziellen Abriss eines Hauses spielen demnach ressourcenschonende, energiesparende und haltbar machende Maßnahmen die Hauptrollen. Oder andersherum: Wer ökologisch baut, wendet beim Bau und beim Leben im Bau energieeffiziente, nachhaltige und gesunde Methoden an, die weder dem Bewohner noch der Umwelt schaden - und das am besten von A bis Z und möglichst weitbli ckend.

Gesetzliche Auflagen

Gleich am Anfang minimal Bodenversiegelung und maximal Grünfläche: Ein möglichst lichtreicher Grund soll im besten Fall möglichst sensibel behandelt und beplant werden. Außerdem werden beim ökologisch sinnvollen Projekt klimaneutrale und schadstoffarme Baustoffe bevorzugt, natürliche Materialien favorisiert und auf chemische Zusatzstoffe weitgehend verzichtet. Pflicht sind aber immer ein drinnen wie draußen maximal reduzierter Energieverbrauch und Energie-Gewinnung aus nachhaltigen Quellen. Und hier gibt es offizielle gesetzliche Regularien: Weil ein ökologisches Haus versucht, so wenig Energie wie möglich zu verschwenden und kaum Abfallprodukte zu hinterlassen, gelten für zukünftige Neubauten laut EU-Recht noch strengere Auflagen. Ab 2021 müssen Neubauten nach Niedrigstenergiestandard gebaut werden, was nach heutigem Stand mindestens dem KfW-Effizienzhaus 50 entspricht. Bis 2050 sieht das Gesetz vor, dass Gebäude fast vollständig klimaneutral sind, indem der Bau vom Passivhaus und die Sanierung von Bestandsgebäuden forciert wird. Konkret heißt das bei neuen als auch alten Gebäuden sinnvolle Dämmung von Fassade und Dach plus moderne Fenster plus effiziente Heizsys te me.

Ökologisch oder ökonomisch

Ökologisch ist kostenintensiver als konservativ? Nur auf den ersten Blick. Teurere Technik, teurere Produkte, kostenintensivere Verfahren: Generell liest man zwar von bis zu zehn Prozent Mehrkosten für ein biologisch gebautes Haus. Der anfangs höhere Preis gleicht sich laut Experten aber trotzdem auf lange Sicht aus, weil bei der Öko-Variante hochwertiger und dauerhaft stabil gebaut und ständige Renovierung vermieden wird. Ob Solarstrom, Erdwärme oder Holzpellets: Sogenannte erneuerbare Energien gelten außerdem als wichtige Bausteine einer ökologischen, nachhaltigen und preiswerten Versorgung. Stichwort Autarkie: Regenerative Strom- und Wärmequellen wie Sonnenenergie, der nachwachsende Brennstoff Holz oder Umweltenergie aus Luft und Boden helfen, den Verbrauch fossiler Energiespender zu senken und übers Selbsterzeugen ausdauernd Energie und Geld zu sparen. Nicht umsonst ist ein klimaneutraler Gebäudebestand aus energiesparenden Niedrigenergiehäusern und energieproduzierenden Energie-Plus-Häusern das definitive Ziel des staatlichen Großprojektes Energiewende. Solarthermie und Photovoltaik gehören deswegen zum Standard im Neubau, Biomasse-Heizungen und Wärmepumpen sind weiter auf dem Vormarsch.

Dasselbe gilt auch für moderne Dämmmaterialien und effiziente Fenster: Qualität mit verbrieftem Nutzen spart Energie und Geld - und deren Verwendung eröffnet oft vielfältige Fördermöglichkeiten zur dauerhaften Kostensen kung.

Förderung nutzen

Lehmbau oder Holzhaus? Fertighaus oder individuell geplant? Ökologisch korrekte Maßnahmen können gefördert werden, so lange sie zum Beispiel den vorgeschriebenen KfW-Standards entsprechen. Beim erwähnten Effizienzhaus der staatlichen Förderbank gibt es schon länger verschiedene Anforderungsstufen an ein Wohngebäude. So darf beim aktuell angesagten KfW-Effizienzhaus 40 beispielsweise nur vierzig Prozent der Energie verbraucht werden, die ein konservativ gebautes Gebäude fordert - beim demnächst geforderten KfW-Haus 50 sogar nur noch die Hälfte. Im Gegenzug bietet die KfW besonders günstige Kredite zur ökonomischen und ökologischen Finanzierung an.

Die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau ist aber nicht die einzige Option. Regionale, grüne oder auch ethische Banken oder Einrichtungen sind ebenfalls Anlaufstelle für die Förderung eines nachhaltig gebauten Objekts über die Energieeffizienz hinaus und helfen mit klar definierten Kriterien: Beim Bau müssen Anforderungen erfüllt werden, um sich für das jeweilige Programm zu qualifizieren - oft auch mittels Zertifizierung des Bauvorhabens.

Wo informieren?

Bei einer umweltgerechten Komplett-Planung ist es immer angesagt, entsprechende Experten zu befragen. Ob Bundesindustrieverband der deutschen Heizungsindustrie, Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen, Institut für Bauen und Umwelt, die Arbeitsgemeinschaft ökologischer Forschungsinstitute, Baubiologen - alle bieten Orientierung bei Grundsatzfragen. Das Bundesministerium für Umwelt unterstützt außerdem per Leitfaden für nachhaltiges Bauen, der durchaus als Checkliste fungieren kann. Und: Natürlich orientieren sich auch Bauträger und Fertighausspezialisten an umweltverträglichen Kriterien und offerieren zur teilweise zertifizierten Theorie noch die konkreten Umsetzungsmaßnahmen. Was wo wann und im speziellen Fall besonders bio funktioniert, bleibt trotzdem individuell und bedarf der Kooperation und Koordination: von Profis, Profi-Wissen und persönlichen Vorausset zungen.Annette Gropp

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