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Renovieren - Modernisieren

Aus groß wird großartig

Gestaltungsmöglichkeiten für geräumige Bäder
 
Foto: slavun - stock.adobe.com
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Von der Hygienestation zum Wohlfühlraum, von der Nasszelle zur Erlebnisoase: Das Bad ist über sich hinausgewachsen. Weil großzügige Raumgestaltung im Trend ist und heimische Wellness viele funktionale Features fordert, sind bei Neubauten inzwischen ordentlich Quadratmeter gefragt. Und die wiederum oft schon vorhanden, wenn es sich um alte Gebäude handelt. Wie sich große Räume und viele Elemente zu maximal Atmosphäre mixen lassen, ist überall Herausforderung. Aber: Obwohl das neue große Traumbad eine persönliche Sache bleibt und sich über Geschmack immer noch wunderbar streiten lässt, gibt es ein paar Regeln, die Flair und Größe auf einen Nenner bringen. Und die Innenarchitekten und Badprofis ganz individuell in einen persönlichen Style übersetzen können.

Optisch Struktur schaffen

Waschbecken, Dusche und Wanne immer an der Wand entlang und in der Mitte ein gigantisches Nichts: Große, alte Bäder wirken oft unharmonisch, weil die generelle Aufteilung nicht passt. Wer einen großen Raum behaglich machen will, kann ihn einfach optisch auflockern und in kleinere Einheiten oder Inseln aufteilen. Zum Beispiel mit raffiniert angeordneten Bodenfliesen, mittels Podest oder abgehängter Decke, per unterschiedlich tapezierter oder gestrichener Bereiche oder auch mit Markierungen per Bodentextilien: Es gibt viele Möglichkeiten, Zonen, Nischen und Inseln zu schaffen und fürs Auge Struktur zu ge ne rieren.

Sanitärelemente als Raumteiler

Beim kompletten Neuanfang geht die Sache mit der Teilung leichter. Schon beim Verlegen der Leitungen kann nach optischen Gesichtspunkten geplant und sanitäre Elemente raffiniert platziert werden. Den Waschplatz in den Raum hineinwandern lassen, Badewanne mit Schürze gestalten und mit halbhoher Wand vom Rest des Bades abtrennen, Toilette plus Bidet außer Sicht und zum Beispiel in eine separate Nische am Fenster verbannen: Alles ist möglich. Laut Experten sind ruhige Bereiche mit Wanne und Wellness übrigens im hinteren Teil des Bades am besten aufgehoben, aktive Posten wie der Waschplatz dafür gleich vorne.

Ein Mix aus Groß und Klein

Häufig unterschätzt: das Volumen der Einrichtungsgegenstände. Gerade große Bäder wirken oft unruhig, weil sie voller Kleinteile sind. Andere wiederum wirken voll, weil zu viele große Sachen um den Highlight-Status konkurrieren. Der Experten-Tipp: Groß und Klein ausgewogen mixen. Zum Beispiel zwei, drei große Teile zentral inszenieren und kleinere Elemente drum herum arrangieren. Bei den Sanitär-Elementen zum Beispiel darf im großen Bad gern großzügig inszeniert werden - aber klar dosiert. Doppelwaschtisch, zwei Einzelwaschtische, frei stehende Badewanne oder Walk-In-Dusche: Bad-Spezialisten orientieren sich am Grundriss und an der Lage der Wasser- und Sanitäranschlüsse und zeigen, was in welcher Größe und mit welchem Volumen am besten wohin passt.

Wohnliche Akzente

Alles weiß, alles Hochglanz? Homogen eingerichtete Bäder wirken sehr clean, aber nicht wirklich wohnlich. Fürs sanitäre Wohlgefühl im großen Bad gilt deswegen, was auch im Wohnzimmer funktioniert: Ausbalancierter Materialmix und harmonische Farbakzente fabrizieren Flair. Beispielsweise Badmöbel aus Holz plus Bodenfliesen im Kiesellook, Monochrom-Fliesen plus Wandfarbe, Mosaik-Fliesen plus Tapete, Muster-Fliesen und warme Farben an Wänden oder auf Böden arbeiten jeweils im Team und in unendlich vielen Varianten zuverlässig als Gemütlichkeits-Garanten. Als besonders trendige Accessoires gelten übrigens Dekorationen, die eigentlich ins Wohnzimmer gehören: Experimente mit Stoffen, Teppichen oder Möbeln wirken spektakulär und minimieren das Zuviel an Coolness und Purismus gekonnt.

Passende Beleuchtung

Auch ganz wichtig: Die Sache mit dem Licht. Egal wie groß ein Bad ist - gute Beleuchtung entscheidet, wie es sich anfühlt. Weil Großraum-Varianten oft auch mit großen Fenstern ausgestattet sind, ist zumindest tagsüber automatisch Helligkeit angesagt. Damit aber auch das künstliche Licht passt und eine gute Kombi aus Funktionalität und Behaglichkeit offeriert, sollte übrigens das große Deckenlicht verbannt und stattdessen ein echtes Lichtkonzept erstellt werden. Apropos Inseln: Auch über die Beleuchtung können Bereiche betont oder abgeteilt werden. Experten empfehlen als Basis Lichtdecken oder breit streuende Deckenfluter. Für lebendige Strukturen arbeiten dann verschiedene Lichtbereiche, die mit einzelnen Leuchten definiert oder - am Spiegel - optimal dosiert werden. LED-Bänder im Boden, auf Stufen, in Regalen oder in Wänden fungieren buchstäblich als Highlights. Generell wichtig: Kaltlicht vermeiden. Und damit großen Bädern Waschraum-Flair ersparen.

Freie Flächen oder viele Extras?

Freie Flächen sorgen für einen ruhigen Gesamteindruck. Am besten funktioniert ein durchdachter Mix aus Einrichtung und Freifläche, der per Geometrie und Raumwirkung entspannt und ästhetisch glücklich macht - übrigens auch ganz pragmatisch im Sinne von Barrierefreiheit. Bei richtig großen Bädern locken trotzdem noch funktionale Extras. Viele Quadratmeter erlauben beispielsweise einen luxuriöseren Einstieg in den Wellness-Bereich. Ob Whirlpool, Sauna, Dampfbad oder Dusche mit Seitendüsen plus großflächiger Regendusche: Um ganzheitliche Ästhetik und Behaglichkeit zu wahren, helfen natürlich auch Zwischenwände. Badspezialisten und Trockenbauer präsentieren sie als echte Stilelemente.

Planung vom Profi

Von allen Themen überfordert? Profis gleich von Anfang an einzubinden und sich von deren Angebot und Ideen inspirieren zu lassen, bewahrt vorm buchstäblichen Größenwahn. Mit deren digitalen Badplanern können heute schon sehr wirklichkeitsnahe Visionen erstellt und anschließend konkret verwirklicht werden: für dreidimensionale Badträume und Traumbäder.

Annette Gropp

Unsere Partner