Der durchschnittliche Trinkwasserverbrauch pro Person in Deutschland wird auf etwa 125 Liter täglich geschätzt. Bedenkt man, dass dabei nur circa zwei bis drei Liter tatsächlich getrunken werden, ist diese Zahl enorm und erscheint unnötig hoch. Für alltägliche Vorgänge wie Duschen, Waschen, Zähneputzen, die Klospülung und Ähnliches ver(sch)wenden wir sauberes Wasser, das für diese Vorgänge nicht unbedingt immer vonnöten ist. Vor allem die Klospülung muss nicht mit Wasser in Trinkwasserqualität gespeist werden, sondern kann durchaus mit Regenwasser, oder aufbereitetem Abwasser getätigt werden. Wie Sie Ihr Wasser ökologisch behandeln und dabei auch noch Kosten sparen, zeigen Ihnen die folgenden Optionen.

Regenwassernutzung                                 
Bei durchschnittlich 174 Regentagen erreicht Bamberg einen Durchschnittswert von 646 Millilitern Regen pro Quadratmeter im Jahr. Das ist relativ viel und deckt den Bedarf an Wasser eines Haushaltes vielfach. Warum nicht diesen Überschuss an kostbarem Wasser nutzen? Eine Regenwassernutzungsanlage kann bei ausreichender Größe den Wasserbedarf von Toilette und Gartenbewässerung vollständig decken. Was vielen nicht bewusst ist: Regenwasser kann gereinigt auch für das Wäschewaschen verwendet werden. Durch seinen geringen Kalkgehalt ist Regenwasser schonend für die Waschmaschine und spart damit teures kalklösendes Waschmittel ein. Eine Regenwassernutzungsanlage besteht aus vier Komponenten, die gerade beim Neubau problemlos integriert werden können: eine Zisterne aus Kunststoff oder Beton, die das Wasser unter- oder oberirdisch einspeichert, ein Filter, der das aufgefangene Regenwasser für den Hausgebrauch reinigt, ein Hauswasserwerk und ein Leitungsnetz, das das Wasser zu den Verbrauchsstellen abführt. Mit etwa 3000€ bis 4000€ ist eine Regenwassernutzanlage relativ teuer, lohnt sich aber, denn der Trinkwasserverbrauch sinkt erheblich und auch die Abwasserkosten werden reduziert.

Grauwasseranlagen
Grauwasser ist leicht verschmutztes Wasser von Dusche, Badewanne und Waschbecken. Im Gegensatz zu Schwarzwasser enthält Grauwasser keine Fäkalien und kann somit für den erneuten Hausgebrauch aufgearbeitet werden. Das Wasser wird zu diesem Zweck gefiltert, belüftet und hygienisiert und kann dann dem Wasserkreislauf des Hauses zugeführt werden. Mit Grauwasser kann die Toilettenspülung gespeist und der Garten gegossen werden. Generell spart eine Grauwasseranlage sauberes Trinkwasser ein und reduziert die Abwasserkosten, da das benutzte Wasser aufbereitet und ein zweites Mal verwendet wird. Grauwasser bietet zudem noch die Möglichkeit der Wärmerückgewinnung. Dusch-, oder Waschwasser und Abwasser aus der Waschmaschine sind zumeist warm. Diese Wärme kann durch einen Wärmetauscher an das saubere Trinkwasser abgegeben und gespeichert werden. So geht die Energie nicht im Abfluss verloren, sondern wird zumindest zu einem Teil wiederverwertet. Bei diesem Prozess können bis zu 20 % Energiekosten für die Erwärmung von Nutzwasser eingespart werden.

Fazit
Planen Sie einen Neubau, steht es Ihnen völlig frei, ob Sie sich für eine Regenwassernutzungs- oder eine Grauwasseranlage entscheiden. Beide Anlagearten lassen sich problemlos in die Planung eines Neubaus inkludieren. Der Einbau einer Regenwassernutzanlage in ein bestehendes Haus ist möglich, sollte jedoch von einem Sanitärfachmann durchgeführt werden. Eine Grauwasseranlage muss schon beim Hausbau eingeplant werden, ein nachträglicher Einbau ist aufgrund der Notwendigkeit getrennter Grau- und Schwarzabwasserleitungen schwierig. Grundsätzlich ist es wichtig, sich über den eigenen Wasserverbrauch bewusst zu werden. Wir verschwenden tagtäglich sauberes Trinkwasser, das kann verhindert werden!