Kronach
Sanierung

Giebelsanierung der Klosterkirche Kronach

Die Sanierung der Kronacher Klosterkirche ist abgeschlossen. Es gab mehr Schäden als zuerst angenommen zu beseitigen.
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Die zuletzt 1990 sanierte Klosterkirche erstrahlt in neuem Glanz.
Die zuletzt 1990 sanierte Klosterkirche erstrahlt in neuem Glanz.
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Was für ein herrlicher Anblick: Die Klosterkirche fügt sich mit ihrem neuen Anstrich im warmen Gelbton harmonisch ans Oblatenkloster St. Heinrich an. Aufgrund der Sanierung war die Frontseite der Barockkirche seit Herbst vergangenen Jahres eingerüstet. Nun konnte alles abgeschlossen werden - und das zuletzt 1990 ertüchtigte Gotteshaus erstrahlt in neuem Glanz.
Wie aufwändig sich die Sanierung gestaltet, war zu Beginn nicht absehbar. Geplant war, nur auf der rechten Giebelseite den Putz auszubessern und neu zu streichen. "Es sollte also nur die Fassade gemacht werden", erinnert sich Architekt Thomas Beierwaltes von Müller Architekten. Damals hatte sich an der Vorderfront des Putzes eine etwa circa 50 mal 50 Zentimeter große Wölbung befunden.

Beim Abschlagen stellte man fest, dass sich der ganze Putz des Giebels gelockert hatte, sodass man diesen komplett abnehmen musste.


Außergewöhnliche Bautechnik

Dabei stieß man auf eine außergewöhnliche Bautechnik. Die Besonderheit besteht darin, dass dort zur Verblendung der Fachwerkkonstruktion auf die Holzbalken speziell angefertigte Abdeckplatten aus Ziegel und Sandstein befestigt wurden. Die Ausmauerung des Fachwerks ist bündig mit den Ziegelplatten ausgeführt. Die Befestigung der Platten erfolgte durch schmiedeeiserne Nägel bzw. Eisenklammern.
"Wir haben daraufhin die Untere Denkmalschutzbehörde eingeschaltet und die Untersuchung veranlasst", erklärt Kirchenpfleger Wolfgang Simon.

"Mit dieser Bautechnik wurde wohl gewährleistet, dass mit den damals zur Verfügung stehenden Baumaterialien eine optimale rissfreie Putzoberfläche hergestellt werden konnte", vermutet Kreisheimatpfleger Dr. Robert Wachter.


Umfangreiches Schadensbild

Die Tragwerksuntersuchung führte das " Büro für angewandte Denkmalpflege" Johann Müller aus Stettfeld durch. Das Schadensbild mit geschätzten Kosten von rund 150 000 Euro gestaltete sich umfangreicher als angenommen. Der Bericht listet zahlreiche Schäden auf, u. a. lockere und gebrochene Abdeckplatten sowie Schäden an Schwellen, Riegel, Streben und Rähmen. Die Holzschäden wurden repariert mittels Vierungen und Anblattungen in handwerklicher Art, durch das Hinterfüllen der Hohlräume mit diffusionsoffenem Material, die Befestigung der lockeren bzw.

gebrochenen Abdeckplatten mit Edelstahlschrauben oder durch Überspannen der Abdeckplatten mit einem Putzträger. Weiter erfolgten eine Neumontage des Gesimses sowie die Neuverblechung der Mauerabdeckung unterhalb der Schwelle.


Zuschuss der Diözese Bamberg

Laut Regionaldekan Thomas Teuchgräber ist die umfangreiche Sanierung nicht im Haushaltsplan vorgesehen. Umso dankbarer ist man über den von der Diözese Bamberg zugesagten beträchtlichen Zuschuss. Dennoch verbleibe ein hoher Eigenanteil für die Katholische Kirchenstiftung St. Johannes als Trägerin des Bauunterhalts der Klosterkirche. Deshalb sei man für Spenden sehr dankbar. hs
 

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