Lärm ist häufig Ursache für Streit in Familien, Wohngemeinschaften oder unter Nachbarn. Häufig wäre er vermeidbar - durch die richtige Schalldämmung. Schätzungen gehen davon aus, dass rund 3,3 Millionen Mehrfamilienhäuser in Deutschland nicht ausreichend gedämmt sind.
Wenn die Kinder oben toben, der Teenager nebenan seine Anlage aufdreht und man die Toilettenspülung in der Nachbarwohnung hört, kann das die gute Stimmung im Haus mächtig trüben. "Während Neubauten über eine gute Schalldämmung verfügen, sind Altbauten oft nur mangelhaft schallgedämmt", erläutert Bernd Neuborn von BHW. "Sie fallen unter den Bestandsschutz der jeweiligen Bauordnungen, die damals galten." Wird jedoch ein Altbau saniert oder umgebaut, müssen meist die aktuellen Bestimmungen eingehalten werden. Dank neuer Werkstoffe und Techniken können Modernisierer mit professioneller Unterstützung den Schallschutz erheblich verbessern.
In vielen Fällen sorgen schon einfache, aber wirkungsvolle Maßnahmen für mehr Ruhe im Haus. So reduzieren Teppiche oder Teppichböden je nach Dicke des Flors den Trittschall um 20 bis 40 Dezibel. Wer Parkett bevorzugt, kann eine integrierte Dämmschicht wählen, so genanntes Flüsterparkett. Wirkung zeigen diese Maßnahmen allerdings nur, wenn der Estrich auf der Betondecke sorgfältig verlegt wurde. Stößt er an andere Bauteile, entstehen Schallbrücken, und Geräusche können sich dann ungehindert im Haus verbreiten.
Schallschutz-Experte Matthias Rieger betont: "Schwimmender Estrich ist sehr empfehlenswert, da er den Trittschall allein schon um 20 bis 25 Dezibel vermindert." Ein nachträglicher Austausch kostet ab 30 Euro pro Quadratmeter. Die Investition lohnt sich auch finanziell: Eine gute Schalldämmung steigert den Wert der eigenen vier Wände.