• Galaxie in Erdnähe wird durch riesige Explosion ausgelöscht und schickt Gammablitz ins Universum
  • Wissenschaftler sprechen von "einer der größten Explosionen im Universum"
  • Messung des Gammablitzes wirft bei Forschern Fragen auf

Gammablitze sind in unserem Universum keine Seltenheit. Sie sind Energieausbrüche mit hoher elektromagnetischer Strahlung, die vermutlich bei der Entstehung eines Neutronensterns oder Schwarzen Lochs auftreten. Vor Kurzem konnten Forscher mittels eines Weltraumteleskops einen solchen Gammablitz erfassen. Dieser unterschied sich jedoch deutlich von allen bisher beobachteten Blitzen. 

Gammablitz entsteht nach "einer der größten Explosionen im Universum" 

Auch wenn die Beobachtung von Gammablitzen nichts Ungewöhnliches ist, so hatte es der Blitz GRB 190829A doch in sich. Ein Team der H.E.S.S.-Kollaboration hatte im Fachmagazin "Science" kürzlich seinen Beobachtungsbericht veröffentlicht.

Dort schilderten sie den Gammablitz als Resultat "einer der größten Explosionen im Universum" - allerdings in einer Milliarde Lichtjahre Entfernung. Wahrscheinlich kollabierte dort ein massereicher Stern zu einem Schwarzen Loch und verschlang die Galaxie SDSS J025810.28-085719.2. Als Abschiedsgeschenk sendete es einen letzten Blitz raus ins Universum.

Meistens sind Gammablitze nur ein kurzes Ereignis, wenige Sekunden lang. In dieser kurzen Zeit wird jedoch so viel Energie frei gesetzt, wie unsere Sonne in ein paar Milliarden Jahren erzeugt. Das Nachglühen eines Gammablitzes kann dann noch mehrere Tage anhalten. Seine Strahlung ist Billionen Mal energiereicher als sichtbares Licht. Auf seinem langen Weg durch das Universum wird die Strahlung immer weiter abgeschwächt bis sie von uns auf der Erden mit einem Teleskop wahrgenommen werden kann.

Gammablitz in kosmischer Nachbarschaft stellt Forscher vor Fragen

Eine Explosion in einer Milliarde Lichtjahre Entfernung hört sich im ersten Moment weit weg an. Aus kosmischer Sicht gehört dies jedoch gewissermaßen zur Nachbarschaft. Den Wissenschaftlern gelang es deshalb das Nachleuchten des Gammablitzes besonders stark nachzuweisen.

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Dabei stellten sie eine Besonderheit im Energiespektrum des Blitzes fest: Der Anteil an Röntgenstrahlung sowie an hochenergetischer Gammastrahlung waren verblüffend ähnlich. Ihre beiden Wellenlängenbereiche verblassten auf ähnliche Art und Weise. Demzufolge könnten beiden Komponenten auf denselben physikalischen Mechanismen basieren. 

Dies würde allerdings allen gängigen Theorien, wie Gammablitze erzeugt werden und mit ihrem Umfeld interagieren, widersprechen. Bisher hatten sich Physiker für die energiereichen Photonen des Nachleuchtens der Gammablitze einen ungleich komplizierteren Prozess überlegt. Ob die Theorie der Gammablitze wirklich angepasst werden muss, wird sich wohl erst in Zukunft zeigen. Bis dahin müssen Wissenschaftler auf weitere günstige und erdnahe Gammablitze wie GRB 190829A hoffen, um noch präzisere Messungen durchführen zu können.

aa

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