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Franken
Altersvorsorge

Wie sich die Rente zusammensetzt

Die Altersvorsorge ist in Deutschland ein großes Thema. Doch die meisten Menschen wissen gar nicht, wie sich ihr Alterseinkommen zusammensetzt: Hier erfahren Sie, auf was es beim Ausrechnen Ihrer Rente ankommt.
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Kabinettssitzung zu Seuerschätzung
Es ist oftmals schwer nachzuvollziehen, wie hoch die eigene Rente später ausfallen wird. Foto: Monika Skolimoska/dpa

Gesetzliche Altersvorsorge, private Vorsorge, Riester-Rente und Rürup-Rente: Das Thema Altersvorsorge wird in Deutschland großgeschrieben. Gerade in der Politik ist es eine heiß diskutierte Angelegenheit. Immer wieder werden neue Renten-Konzepte entwickelt und vorgestellt. 

Doch für viele Menschen ist die Zusammensetzung ihres Alterseinkommens undurchsichtig. inFranken.de erklärt Ihnen, welche Faktoren bei der Berechnung ihrer Rente besonders wichtig sind.

Die "Renten-Information": Wie viel erfahren Sie über Ihre Rentenansprüche?

Die "Deutsche Rentenversicherung" schickt jährlich an alle Versicherten ein Informationsschreiben über deren Rentenansprüche. Diese soll als Planungsgrundlage für alle Bundesbürger dienen. 

Die "Renten-Information" wird automatisch allen Versicherten, die mindesten 27 Jahre alt sind und bereits seit fünf Jahren in die Rentenkasse einzahlen, postalisch zugesendet. 

Das Schreiben enthält Details über den derzeitigen Rentenanspruch und ab wann die Regelaltersrente bezogen werden kann. Dabei werden allerdings nur Informationen zur gesetzlichen Rentenversicherung genutzt. Alle privaten Einkünfte, Betriebsrenten oder Riester-Renten werden bei der "Renten-Information" nicht miteinbezogen. 

Die Informationen zu allen nicht-gesetzlichen Renten werden Ihnen von den Anbietern selber zugesandt. Allerdings ist es schwierig die Angaben zu vergleichen, da die Leistungen variieren können, von beispielsweise Einmalauszahlungen bis hin zu unverbindlichen Zielrenten.

Berechnung der Rente: Diese Faktoren sind wichtig

Die monatliche gesetzliche Rente ist von insgesamt vier Faktoren abhängig: 

  • den Entgeltpunkten
  • dem aktuellen Rentenwert
  • dem Rentenfaktor
  • dem Zugangsfaktor

Die gesammelten Entgeltpunkte sind der wichtigste Wert. Er setzt sich aus dem Vergleich Ihres Jahresverdienstes mit dem Durchschnittsverdienst aller Versicherten zusammen. Liegt Ihr Jahresgehalt genau im Durchschnitt, so erhalten Sie exakt einen Entgeltpunkt für das gearbeitete Jahr.  "Zeiten, in denen Sie Ihre Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt haben, werden so berücksichtigt, als hätten Sie in diesem Zeitraum einen „hypothetischen“ Verdienst gehabt, der sich voll oder anteilig nach dem jeweiligen Durchschnittsverdienst richtet", heißt es von Seiten der "Deutschen Rentenversicherung".

Der aktuelle Rentenwert ist der Gegenwert, der einem Entgeltpunkt entspricht. Dieser Wert ist in Westdeutschland (33,05 Euro) und Ostdeutschland (31,89 Euro) unterschiedlich.

Der Rentenfaktor definiert die Art Ihrer Rente: Je nachdem ob Sie beispielsweise Vollwaise, Halbwaise oder Witwe sind, gibt es hier Zuschläge und Abzüge.

Der Zugangsfaktor berücksichtigt, mit welchem Alter Sie anfangen, Ihre Altersvorsorge zu beziehen. Sollten Sie noch vor der Regelaltersgrenze in Rente gegangen sein, werden auch hier Abzüge getätigt.

Alle weiteren Rentenformen sind optional. So gibt es beispielsweise noch die betriebliche Altersvorsorge, welche je nach Unternehmen unterschiedlich ausfällt. Die betriebliche Rente kann eine Direktanlage über das Unternehmen sein, oder eine externe Geldanlage durch den Verzicht eines gewissen Teils des Bruttogehalts bis zur Beitragsbemessungsgrenze (aktuell 48.600 Euro). 

Daneben existieren noch weitere Altersabsicherungen, wie die staatlich geförderte Riester-Rente, die Rürup-RenteRentenversicherungen oder die Lebensversicherung. Wer sich neben der gesetzlichen Rente ein weites Altersmodell zulegen möchte, der sollte sich Hilfe bei unabhängigen Verbraucherzentralen oder Honorarberatern suchen. Banken- oder Versicherungsvertreter arbeiten hingegen provisionsorientiert. 

Die Rente ausrechnen: Wo gibt es einen Rentenrechner?

Sobald mehrere Rentenmodelle miteinander kombiniert werden, wird es schwierig den Überblick zu behalten und eine Prognose für den tatsächlichen Rentenwert abzugeben.

Im Internet gibt es zahlreiche Rechner, welche Ihnen versprechen Ihre Netto-Rente auszurechnen. Dabei sollen sowohl Steuern und Inflationserwartungen berücksichtigt werden. Doch auch hier können oftmals entscheidende Faktoren nicht miteinbezogen werden. 

Niels Nauhauser von der "Verbraucherzentrale Baden-Württemberg" warnt sogar gegenüber der Frankfurter Rundschau vor der Gefahr der Renten-Hochrechner: "Prognosen sind weder für die Kapitalmarktentwicklung noch für das zukünftige Verhalten der Anbieter zuverlässig möglich." 

Eine sichere Zahl, welcher Wert später mal monatlich auf Ihrem Konto landen wird, ist also nicht möglich. Wenn Sie nun allerdings doch einen groben Überblick haben wollen, können Sie auf folgende Rechner zurückgreifen:

Im Internet gibt es noch zahlreiche weitere Rechner, welche allerdings häufig nur die gesetzliche Rente miteinbeziehen.