• Stand-by-Betrieb kostet 150 bis 200 Euro im Jahr pro Haushalt
  • Gesamtbilanz in Deutschland
  • Den Stand-by-Modus vermeiden

Elektrogeräte vom Stromnetz zu trennen, um damit dem Stand-by-Modus zu entgehen, das lohnt sich doch gar nicht. Diese weit verbreitete Meinung stimmt nicht: Weder, wenn auf du auf deinen Geldbeutel schaust, noch wenn du an den Klimaschutz denkst.

Stand-by-Betrieb kostet 150 bis 200 Euro im Jahr pro Haushalt

Dr. Renate Kostrewa, Klimaschutzmanagerin on Filderstadt, in der Nähe von Stuttgart, hat jüngst im CO2- und Energiebericht vorgerechnet, dass Haushalts- und Elektrogeräte für rund 40 Prozent des Stromverbrauchs in Haushalten verantwortlich sind.

Neben großen Haushaltsgeräten wie Kuhl- und Gefrierkombinationen liegen Burogerate, also Computer und Fernseher beim Verbrauch ganz weit vorne. Aber: Rund 30 Prozent des Energieverbrauchs werden für den Stand-by-Betrieb von Elektrogeräten aufgewendet. Daraus ergibt sich folgende Rechnung: In deutschen Haushalten gehen 400 bis 500 Kilowattstunden pro Jahr nur für den Betrieb von Stand-by-Betrieb drauf, so hat es Kostrewa ausgerechnet. Je nach Strompreis entstehen dadurch Kosten in Höhe von 150 bis 200 Euro pro Jahr.

Wichtig ist deshalb, Geräte nicht nur auszuschalten, sondern den Strecker zu ziehen oder wahlweise am Verlängerungskabel den - hoffentlich vorhandenen - Kippschalter zu betätigen.

Die Gesamtbilanz in Deutschland

Check24, das Online-Vergleichsportals, hat anlässlich der Earth-Hour am 6. März eine Gesamtrechnung für die Stand-by-Kosten in Deutschland vorgelegt. Weltweit wird an diesem Tag für eine Stunde die Beleuchtung von öffentlichen Gebäuden abgeschaltet, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. Folgende Bilanz zieht das Unternehmen: 

  • Pro Jahr verschwenden alle Deutschen etwa 10,5 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom, um ihre Elektrogeräte im Stand-by-Modus zu betreiben (8 Prozent des Stromverbrauchs entfallen auf diesen Bereich).
  • Das entspricht Stromkosten von knapp 504.000 Euro pro Stunde, pro Jahr etwa 4,4 Mrd. Euro.
  • Das ist etwas weniger als ein mittleres Kernkraftwerk jährlich erzeugt (Produktionsleistung: 11 Mrd. kWh).
  • In jeder Stunde verursachen alle deutschen Privathaushalte rund 440.000 Kilogramm CO2-Ausstoß durch Elektronik im Ruhemodus.

Den Stand-by-Modus vermeiden

Wann immer es geht, solltest du deshalb den Stand-by-Modus vermeiden. Die Internetplattform co2online.de hat zusammengestellt, welche Geräte den größten Stand-by-Verbrauch bei 20 Stunden Laufzeit pro Tag und Jahr haben:

  • Stereoanlage: Pro Tag 15 Watt, pro Jahr 120 Watt
  • Fernseher (LCD): Pro Tag 14 Watt, pro Jahr 112 Watt
  • Computer, Monitor & Drucker: Pro Tag 10 Watt, pro Jahr 80 Watt
  • Handy-Ladegerät: Pro Tag 5 Watt, pro Jahr 40 Watt

Den Stand-by-Modus kannst du schnell mit einer abschaltbaren Steckdosenleiste unterbrechen. Eine Leiste mit sechs Anschlüssen bekommst du bereits für unter 15 Euro. 

Fazit

Der Stand-by-Modus schadet dem Klima und ist teuer. Und: Es gibt nur ganz wenige Geräte, die Stand-by aus technischen Gründen brauchen. Deshalb die eindeutige Empfehlung: Stand-by so wenig wie möglich nutzen.