• Tabaksteuer erhöht: Ab dem 1. Januar 2022 werden Tabakwaren teurer
  • Auch Vaper und E-Zigaretten sind von der Steuererhöhung betroffen
  • Welche Hintergründe hat die der Beschluss der Tabaksteuer-Erhöhung?

Obwohl sich der deutsche Tabakkonsum im Abwärtstrend befindet, wurden im Jahr 2020 deutschlandweit 75 Milliarden Tabakprodukte abgesetzt. Nur durch den Verkauf von Zigaretten wurden im vergangenen Jahr Erlöse im Wert von rund 23 Milliarden Euro netto erzielt. Nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass in der Bundesrepublik täglich mehr als 200 Millionen Zigaretten geraucht werden. Um mehr Menschen vom Rauchen abzuhalten, hat das Bundeskabinett am 24. März  2021 den Entwurf des Tabaksteuermodernisierungsgesetzes beschlossen. Damit verbunden ist eine deutliche Erhöhung der Tabaksteuer. Doch was bedeutet das für die Konsumenten? Wie viel müssen Sie nun mehr zahlen?

Tabaksteuer erhöht: So viel teurer werden Tabakprodukte

Schon seit Jahrzehnten wird die Tabaksteuer in Deutschland immer wieder angepasst. Raucher mussten in Deutschland im Jahr 2020 rund 31 Cent für eine Zigarette zahlen. Im Vergleich zum Jahr 1964 stieg der Preis für einen Glimmstängel damit um etwa 600 Prozent. Zuletzt wurde die Tabakwaren-Steuer im Jahr 2015 angehoben.

Die neue Erhöhung tritt ab dem 1. Januar 2022 in Kraft. Bis 2026 soll der Preis einer Packung mit 20 Zigaretten um acht Cent pro Jahr ansteigen. Der aktuelle Preis pro Packung liegt derzeit bei etwa sieben Euro im Inland.  Für eine Packung Feinschnitt von 40 Gramm steigt der Betrag im selben Zeitraum um durchschnittlich 13 bis 16 Cent pro Jahr. Auch die Preise für Zigarren und Zigarillos sollen angepasst werden. 

Für das kommende Jahr rechnet der Staat mit Steuereinnahmen von 1,2 Milliarden Euro aus der Tabaksteuer. Durch die Reform sollen diese bis ins Jahr 2026 auf 3,5 Milliarden Euro ansteigen. 

Sind Konsumenten von E-Zigaretten und Vapern ebenfalls betroffen?

Das Tabaksteuermodernisierungsgesetz bezieht sich auch auf die "Besteuerung von Heat-not-Burn-Produkten (erhitzter Tabak) und nikotinhaltigen Substanzen zur Verwendung in E-Zigaretten (sog. Liquids)". Damit soll die Ungleichbehandlung zwischen Zigaretten, nikotinhaltigen Substanzen für E-Zigaretten und Heat-not-Burn-Produkten aufgehoben.

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"Nach Ansicht des Bundesinstituts für Risikobewertung ist es auch durch den Gebrauch von nikotinhaltigen Liquids in E-Zigaretten möglich, eine Nikotinsucht zu entwickeln", heißt es in der Pressemitteilung des Bundeskabinetts.

Die Besteuerung wird ab ebenfalls ab dem 1. Januar 2022 in Kraft treten, allerdings zunächst nur mit 0,02 Euro pro Milligramm Nikotin. Ab 2024 steigt der Steuersatz auf 0,04 Euro pro Milligramm Nikotin.

Warum wird die Tabaksteuer erhöht? - Die Regierung hat ihre Gründe

Mit dem Tabaksteuermodernisierungsgesetz wurden folgende Ziele gesetzt:

  • Stärkung des Gesundheits- und Jugendschutzes: Durch die Preiserhöhung soll der Einstieg ins Rauchen erschwert werden.
  • Anpassung an den veränderten Tabakkonsum: Immer mehr Menschen greifen zu Alternativprodukten, die nun ebenfalls sachgerecht besteuert werden.
  • Eine stufenweise Anpassung der Tabaksteuertarife, wie sie auch in der Vergangenheit erfolgt ist.

Die Anpassung der Steuertarife erfolgt, um die gesundheitspolitische Lenkungswirkung weiterhin zu gewährleisten. "Das ist insbesondere für den Gesundheitsschutz von Jugendlichen und Heranwachsenden wichtig", so das Bundeskabinett. 

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Zigaretten und Co. noch nicht teuer genug: Politiker fordern noch höhere Tabaksteuer

Auch wenn die Erhöhung für einige Raucher schon schmerzhaft sein dürft, sei sie noch nicht schmerzhaft genug. Das glauben zumindest die beiden Politiker Michael Schrodi (SPD) und Sebastian Brehm (CSU).  Wie der Spiegel schreibt, sei Schrodi dafür, den Preis für Tabakwaren noch weiter zu erhöhen, da erwiesen sei, dass viele Menschen gar nicht erst mit dem Rauchen anfangen würden, wenn Zigaretten besonders teuer seien: "Erhöhen wir die Preissensibilität unter Verbrauchern, hätte das positive Folgen – für die Gesundheit der einzelnen Menschen und für unsere ganze Gesellschaft."

Brehm und Schrodi seien zudem für eine Besteuerung von Wasserpfeifentabak, da Shishas für junge Menschen besonders attraktiv seien.

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