• Supermarkt-Preisvergleich: Was ist der günstigste Supermarkt?
  • Aldi, Lidl, Rewe, Edeka und Norma in Bamberg im Preis-Check
  • Preise für Lebensmittel so teuer wie nie zuvor
  • das ist der günstigste Supermarkt - und das der teuerste
  • Starke Preissteigerung: Wie viel teurer sind die Supermärkte im Vergleich zu Juli?

Wir haben es wieder getan: Für unseren Supermarkt-Preisvergleich haben wir erneut fünf große Supermarkt- bzw. Discounter-Ketten im Stadtgebiet von Bamberg abgeklappert und unseren Warenkorb gefüllt. Dabei fällt auf, dass sich die Inflation deutlich zeigt und die Händler die Preise im Vergleich zum Juli teils ordentlich erhöht haben. Wir klären, ob der Spitzenreiter vom Juli auch im August die günstigsten Preise hat und bei welchem Supermarkt die heftigste Preissteigerung zu verzeichnen ist.

Alles wird teurer: Preise für Lebensmittel so hoch wie nie zuvor

Nicht nur die Preise für Energie, auch die Preise für Lebensmittel schießen in die Höhe: Das Statistische Bundesamt hat einen Anstieg von ganzen 11,1 Prozent errechnet (Vergleich von Mai 2022 zum Mai des Vorjahres). Dabei waren gerade die Preise für Lebensmittel eine Sparte, die im Vergleich zu anderen Lebenshaltungskosten in Deutschland in den letzten 20 Jahren nur sehr wenig angestiegen sind. Zum Vergleich: In den Jahren 2000 bis 2019 liegt eine Teuerungsrate von lediglich 1,5 Prozent vor. 

Laut Verbraucherzentrale gibt es keine Lebensmittel-Sparte, die nicht von den Preiserhöhungen betroffen ist. Extrem deutlich wird das bei Speiseölen und -fetten, für die ein Preisanstieg von 38,7 Prozent zu verzeichnen ist. Hinzu kommt, dass die Nachfrage nach Speiseöl, einer Auswertung des Statistischen Bundesamtes zufolge, nach Beginn des Krieges gegen die Ukraine mehr als doppelt so hoch war, wie davor - das erinnert an die Corona-Hamsterkäufe.

Ein Hauptgrund für die aktuell extrem hohen Preise für Lebensmittel scheint somit der Krieg in der Ukraine. Denn der führt zu einer weiteren Steigerung der ohnehin schon teuren Preise für Energie, die von den Händlern kompensiert werden muss. Es müssen schließlich nicht nur die Märkte betrieben werden, auch für die Herstellung der Produkte werden große Mengen Strom und Gas benötigt. Hinzu kommen Lieferengpässe, beispielsweise für Getreide, das in der Ukraine angebaut wird, die weithin als "Kornkammer Europas" bezeichnet wird. Außerdem herrscht ein Arbeitskräftemangel, und auch der Mindestlohn lässt die Preise steigen, da dieser die Ausgaben für Gehälter aufseiten der Unternehmen erhöht. Schlussendlich bleibt offen, inwiefern die Händler die Gunst der Stunde nutzen, um sich zu bereichern - das mahnt die Verbraucherzentrale und fordert eine Überwachung durch Politik und Kartellamt.

Supermarkt-Preisvergleich: Welches ist der günstigste Supermarkt?

Wir haben genau hingeschaut und Preise verglichen: Welches ist der günstigste Supermarkt? Dafür waren wir in Bamberg in den folgenden Supermärkten und Discountern unterwegs:

  • Aldi Süd
  • Lidl
  • Edeka
  • Rewe
  • Norma

Hinweise: Für den Preisvergleich haben wir ausschließlich Produkte der Eigenmarken der Supermärkte recherchiert. Hierfür waren wir jeweils am Monatsanfang (sowohl am 4. Juli als auch am 2. August 2022) in den oben genannten Supermärkten bzw. Discountern im Stadtgebiet von Bamberg unterwegs. Die Preise bei Rewe gelten nicht für Rewe City. Nach Möglichkeit wurde vermieden, Sonderangebote mit in den Preisvergleich zu integrieren.

Supermarkt-Preisvergleich: Das landet im Test-Warenkorb

Im Warenkorb sind Produkte gelandet, die sich wohl in mindestens jedem zweiten Einkaufswagen finden lassen. Das umfasst sowohl Grundnahrungsmittel als auch Obst und Gemüse sowie Verarbeitetes und Fertiggerichte. Diese Produkte sind konkret in unserem Warenkorb gelandet:

  • Grundnahrungsmittel:
    • Butter (250g)
    • Sonnenblumenöl (1l)
    • Mehl (Weizen 405, kg)
    • H-Milch 3,5 % (1l)
    • Eier (6er Bio)
    • Nudeln (Spaghetti, kg)
    • Toastbrot, weiß (kg)
    • Kaffee (gemahlen, kg)
    • Hackfleisch (gemischt, kg)
    • Ketchup (1l)
  • Obst und Gemüse
    • Gurke (Stück)
    • Tomaten (kg)
    • Äpfel (Standard) (kg)
    • Champignons, braun (kg)
    • Kartoffeln, vorw. festkochend (kg)
  • Verarbeitetes und Fertiggerichte
    • Tiefkühlpizza Margherita (kg)
    • Linseneintopf (kg)
    • Kartoffelchips (Paprika, kg)
    • Schokolade (Vollmilch, kg)
    • Pesto Verde (kg)

Es ist zu beachten, dass es sich bei den Preisen unseres Vergleichs unter anderem um Kilogramm-Preise handelt, damit der tatsächliche Preisunterschied eindeutiger ist. Beim Sonnenblumenöl von Edeka handelt es sich um das teurere Bio-Produkt der Eigenmarke, da die günstige Marke nicht vorrätig war.

Supermarkt-Preisvergleich: Welcher Supermarkt in der Region ist am günstigsten? Hier sparst du im August am meisten

Der alte Sieger unseres Supermarkt-Preisvergleichs ist auch der neue: Aldi ist auch im August der günstigste Supermarkt im Test. Norma folgt ihm dicht und tauscht den Platz mit Lidl. Edeka ist vorletzter und Rewe dieses Mal auf dem letzten Platz des Preisvergleichs. Das haben wir im August für den Warenkorb in den Supermärkten ausgegeben:

  • Platz 1: Aldi Süd - Ausgaben für den Warenkorb: 60,96 Euro
  • Platz 2: Norma - Ausgaben für den Warenkorb: 61,27 Euro
  • Platz 3: Lidl - Ausgaben für den Warenkorb: 64,09 Euro
  • Platz 4: Edeka - Ausgaben für den Warenkorb: 70,57 Euro 
  • Platz 5: Rewe - Ausgaben für den Warenkorb: 72 Euro

So sahen die Ausgaben im Juli aus:

  1. Platz: Aldi Süd - Ausgaben für den Warenkorb: 59,58 Euro
  2. Platz: Lidl - Ausgaben für den Warenkorb: 62,01 Euro
  3. Platz: Norma - Ausgaben für den Warenkorb: 65,11 Euro
  4. Platz: Rewe - Ausgaben für den Warenkorb: 69,74 Euro
  5. Platz: Edeka - Ausgaben für den Warenkorb: 70,57 Euro

Supermarkt-Preisvergleich im August: Starker Preisanstieg in fast allen Supermärkten

Der Vergleich zeigt: Die Platzierungen haben sich teilweise verändert. Lidl und Norma tauschen die Plätze, Rewe rückt auf den letzten Platz. Eines wird jedoch deutlich: der starke Preisanstieg bei fast allen Supermärkten und Discountern in unserem Vergleich. Davon ausgenommen ist lediglich Edeka, bei dem wir für den Warenkorb das exakt gleiche ausgegeben haben wie im Juli.

Bei Idealo den besten Preis finden

Den geringsten Preisunterschied - nach Edeka - gibt es bei dem Erstplatzierten Aldi: Hier muss für denselben Warenkorb 1,38 Euro mehr als im Juli ausgegeben werden. Lidl schlägt mit einem Preisanstieg von 2,08 Euro zu buche. Krassere Preisveränderungen sind bei Rewe zu verzeichnen: Unser Warenkorb ist bei Rewe im Vergleich zu Juli 2,26 Euro teurer. Der Warenkorb bei Norma ist im Vergleich zu Juli sogar 3,84 Euro günstiger. Das liegt unter Umständen an einer vermeintlich falschen Preisauszeichnung im Juli, die nicht abschließend geklärt werden konnte.

Der Preisvergleich zeigt auch, dass der Preisunterschied zwischen dem günstigsten Discounter Aldi und dem teuersten Supermarkt Rewe nicht unerheblich ist - er beträgt ganze 11,04 Euro. Geht man davon aus, all die Produkte aus unserem Warenkorb lediglich einmal pro Monat einzukaufen, macht das auf das Jahr gerechnet 132,48 Euro - so viel lässt sich potenziell sparen, wenn man den Supermarkt bzw. Discounter sorgsam auswählt.

Unterschiede nach Produktgruppen: Wo gibt es die günstigsten Grundnahrungsmittel?

Die Produkte in unserem Warenkorb lassen sich in drei Gruppen unterteilen: Grundnahrungsmittel, Obst und Gemüse sowie Verarbeitetes und Fertiggerichte. Gibt es auch bezüglich der einzelnen Produktgruppen Preisunterschiede bei den Supermärkten in unserem Vergleich?

Auch bezüglich der Grundnahrungsmittel ist Aldi mit geringem Abstand der günstigste Discounter. Hier werden im August für Grundnahrungsmittel wie Butter, Speiseöl, Nudeln, Milch & Co. 29,80 Euro fällig. Im Juli waren diese mit 30,98 Euro sogar teurer. Bei Norma kostet unsere eingekauften Grundnahrungsmittel 30,38 Euro (Juli: 30,99 Euro), bei Lidl 32,61 Euro (Juli: 31,44 Euro) und bei Edeka 34,01 Euro (Juli: 35,25 Euro). Am meisten Geld für diese Grundnahrungsmittel lässt man mit 36,14 Euro bei Rewe (Juli: 34,80 Euro).

Da Obst und Gemüse gesund sind, sollte man davon genügend essen - je nachdem, bei welchem Supermarkt eingekauft wird, lässt sich auch hier bares Geld sparen. Am günstigsten sind Gurke, Kartoffeln, Tomaten, Äpfel und Champignons bei Norma zu bekommen. Der Preis für unseren Test-Warenkorb beträgt 9,57 Euro (Juli: 9,29 Euro). Knapp darauf folgt Aldi, der im Juli noch die Nase vorne hatte, mit 9,65 Euro (Juli: 7,62 Euro). Bei Lidl ist unsere Obst- und Gemüseauswahl für immerhin 9,97 Euro zu haben (Juli: 10,26 Euro). Teuer sind hingegen Rewe und Edeka: Bei Rewe legen wir 14,35 Euro hin (Juli: 14,63 Euro), bei Edeka sogar 15,30 Euro (Juli: 15,01 Euro). Bemerkenswert ist, dass Gurken im August deutlich teurer wurden: Im Juli kosteten sie zwischen 44 und 59 Cent - im August liegen die Preise zwischen 99 Cent und 1,49 Euro. Dafür sind Kartoffeln deutlich billiger - der günstigste Preis für das Kilo liegt im August bei 80 Cent, im Juli waren das 1,16 Euro.

Preisvergleich: Diese Produkte kosten bei allen Supermärkten dasselbe

Es gibt einige Produkte in unserem Warenkorb, die bei allen Supermärkten dasselbe kosten. Darunter fallen die TK-Pizza Margherita, Vollmilchschokolade, das Pesto Verde, Butter, Milch und Ketchup. 

Auffällig ist, dass manche Produkte bei allen Händlern bis auf einen oder zwei dasselbe kosten: Unter anderem ist das Sonnenblumenöl bei Aldi, Lidl und Norma im August für 2,39 Euro zu bekommen - bei Rewe und Edeka kostet der Liter Öl mehr. Das Gleiche gilt für die Salatgurke, welche bei allen Supermärkten bis auf Edeka 0,99 Euro kostet. Und auch das Toastbrot kostet in allen Märkten bis auf Rewe dasselbe - hier wird pro Kilogramm ein ganzer Euro mehr fällig.

Vor allem Verarbeitetes und Fertiggerichte scheinen somit häufig dasselbe zu kosten bzw. zu ähnlichen Preisen verkauft zu werden. Die deutlichsten Preisunterschiede gibt es beim Obst und Gemüse.

Fazit im August: Aldi Süd ist erneut der günstigste Supermarkt - Rewe auf dem letzten Platz

Unser Supermarkt-Preisvergleich im August zeigt, was wir vermutet haben: die Preise für Lebensmittel steigen. Die Ausnahme bildet Edeka, bei dem wir dasselbe ausgegeben haben wie für unseren Warenkorb im Juli. Aber dort, wo ein Preisanstieg zu verzeichnen ist, ist er deutlich - wir mussten bis zu 2,26 Euro mehr bezahlen als noch letzten Monat.

Somit hält sich Aldi Süd auf dem ersten Platz und ist nach wie vor der günstigste Discounter in unserem Vergleich. Norma liegt auf dem zweiten Platz, Lidl rutscht auf den dritten. Rewe löst Edeka als teuersten Supermarkt im Preisvergleich ab. Bemerkenswert sind auch die deutlichen Preisunterschiede zwischen dem günstigsten und dem teuersten Supermarkt: Bei Aldi kostet unseren Warenkorb ganze 11,04 Euro weniger als bei Rewe.

Um Geld zu sparen, sollte man sich also gründlich überlegen, in welchem Supermarkt oder Discounter man seine Lebensmittel einkauft, denn in der Summer kann der Unterschied im Geldbeutel mitunter sehr groß sein.

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