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Staubsauger im Test: Fast 600 Euro Preisunterschied zwischen den Siegern - das sind die besten Geräte

Vorwerk, Dyson, AEG und Bosch - Stiftung Warentest hat in den letzten Jahren 121 Staubsauger verschiedener Firmen verglichen. Zuletzt standen 10 klassische Bodenstaubsauger mit Kabel und 10 Akkusauger im Test. Was ist besser?
 
Das wichtigste Kriterium für einen guten Staubsauger ist die Stärke der Saugkraft. Symbolfoto: Daw8ID/pixabay.com
Das wichtigste Kriterium für einen guten Staubsauger ist die Stärke der Saugkraft. Symbolfoto: Daw8ID/pixabay.com

Kabel oder Akku? Beutel oder Staubbox? Elektrobürste oder Standarddüse? All diese Fragen stellen sich beim Kauf eines Staubsaugers. Um Verbraucher bei der Entscheidung zu unterstützen, hat Stiftung Warentest in den letzten Jahren insgesamt 121 Geräte getestet.

Das wichtigste Kriterium für einen guten Staubsauger ist die Saugleistung. Schmutz muss er sowohl auf Teppichböden als auch auf harten Untergründen gut aufnehmen können. Neben groben Partikeln stellen vor allem feine - und damit schwer erfassbare - Tierhaare eine große Herausforderung für viele Geräte dar. Außerdem bewertete Stiftung Warentest die Handhabung der Sauger. Dazu gehören etwa Montage, Bedienung und Reinigung. Auch Gewicht, Lautstärke, Stromverbrauch, Haltbarkeit und Sicherheitsaspekte flossen in das Urteil ein.

Bodenstaubsauger im Test

Im Fokus des neusten Produkttests standen 15 klassische Bodenstaubsauger mit Kabel - teilweise mit, teilweise ohne Beutel. Drei der Testkandidaten waren mit einer aktiven Elektrobürste ausgestattet. Im Gegensatz zu einem Standard-Saugkopf arbeitet diese nicht nur mit einem Luftstrom. Die Bürste dreht sich beim Saugen motorbetrieben mit. Grundsätzlich haben alle Varianten Vor- und Nachteile.

Beutel vs. Box: Staubsaugerbeutel müssen, sobald sie voll sind, mitsamt dem Inhalt entsorgt und nachgekauft werden. Auf Dauer erscheint eine Staubbox daher preisgünstiger. Allerdings muss eine solche Box der Stiftung Warentest zufolge wesentlich häufiger geleert werden als ein Beutel. Die durchschnittliche Menge von 1,9 Kilogramm Schmutz pro Jahr und Haushalt entspricht etwa zwei bis drei Beuteln beziehungsweise bis zu elf Boxenfüllungen - je nach Staubsaugermodell. Besonders für Allergiker kann das Entleeren der Box zum Problem werden, da hier ordentlich Staub aufgewirbelt wird. Hygienisch sieht anders aus. Oft bleibt dann auch noch Rest-Schmutz in der schwer zu reinigenden Staubbox hängen. Erschwerend kommt hinzu, dass das sogenannte Staub-Rückhaltevermögen bei Saugern mit Box meist schlechter ist. Sie pusten zu viel eingesaugten Staub wieder aus.

Standard- vs. Elektrobürste: Besonders bei langflorigen Teppichen ist ein Staubsauger mit Elektrobürste von Vorteil. Die Bürste kämmt Teppichfasern durch und löst so selbst tiefsitzende Schmutzteilchen. Das macht sie wesentlich gründliche als eine normale Düse. Der Motor im elektrischen Saugkopf treibt diesen beim Saugen voran, macht ihn allerdings auch größer und schwerer. Bei empfindlichen Teppichen ist mit dem Tool Vorsicht geboten, weil die Elektrobürste feine Fasern zerrupfen kann. Anfällige Fliesen oder Natursteinböden könnten zerkratzt werden.

Acht mal "Gut" - Testsieger mit Elektrobürste

Acht der geprüften Kabel-Staubsauger befanden die Experten von Stiftung Warentest dieses Jahr als "Gut", davon sechs mit Beutel und zwei mit Staubbox. Testsieger ist ein Gerät mit Elektrobürste: Das Modell Kobold VT300 der Firma Vorwerk* mit einer Gesamtnote von 2,0. Auf dem zweiten Platz liegt der BGS5FMLY2 Relaxx´x von Bosch*. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis hat der AEG VX7-2-IW-S.

Testsieger von Vorwerk ansehen

Was hat die Tester überzeugt? Der Vorwerk-Staubsauger mit Beutel punktet durch eine extrem gute Saugleistung. Als eines von vier getesteten Geräten kommt der Testsieger auch mit hartnäckigen Tierhaaren gut zurecht - der Elektrobürste sei Dank. Die Reinigung von Hartböden, Polstern und Ritzen ist ebenfalls kein Problem. Abzüge gab es für die Lautstärke. Auf glattem Untergrund röhrt der Kobold mit rund 85 Dezibel, also fast so laut wie ein Standmixer in der Küche. Außerdem entdeckten die Tester eine kleine Sicherheitslücke. Da die motorbetriebene Bürste im Saugkopf mit Strom versorgt werden muss, befinden sich elektrische Kontakte dort, wo der Saugschlauch in das Gehäuse gesteckt wird. Das erhöht das Risiko für einen Stromschlag. In der Praxis ist dieser Umstand aber nur halb so schlimm, da der Schlauch in der Regel nur einmal bei ausgeschaltetem Gerät montiert wird.

Mit rund 920 Euro ist der Testsieger eine teure Angelegenheit. Ähnlich saugstark und deutlich günstiger ist der zweitplatzierte Staubsauger von Bosch zum Preis von etwa 330 Euro. Er ist der beste beutellose Staubsauger und mit einer klassischen Saugdüse ausgestattet. Preis-Leistungs-Spitzenreiter ist der AEG-Sauger für rund 141 Euro. Er ist der leichteste aller getesteten Staubsauger und verfügt über einen großen Aktionsradius. Mit ihm kann bis zu zwölf Meter von der Steckdose entfernt gesaugt werden. Schlusslichter im Ranking sind die Bodenstaubsauger von Sebo und Miele. Trotz Elektrobürste konnten diese nicht mit den Konkurrenten mithalten.

Kabellose Geräte als Alternative

Ein langes Staubsauger-Kabel ist toll. Aber ist ein kabelloses Modell nicht besser? Dieser Frage ist Stiftung Warentest bereits 2019 auf dem Grund gegangen. Anhand von zehn getesteten Akkustaubsaugern wollten die Experten herausfinden, ob diese gegen normale Bodenstaubsauger ankommen können.

Kabel vs. Akku: Ein Bodenstaubsauger ist durch sein rollendes Gehäuse, den Schlauch und das Saugrohr mit Kopf recht unhandlich. Ständig bleibt man irgendwo hängen oder muss das Kabel entwirren. Akkustaubsauger kommen dagegen meist als beutelloser Handsauger daher - sind also wesentlich flexibler und einfacher zu bedienen. Auch lässt sich das Gerät platzsparender verstauen.

Ein Nachteil von akkubetriebenen Handsaugern ist das Gewicht - schließlich bewegt sich das Gehäuse mit Motor hier nicht am Boden. Der unbegrenzte Aktionsradius erfordert Abstriche in anderer Hinsicht. Kabel-Staubsauger laufen, solange sie an der Steckdose angeschlossen sind. Bei Akkusaugern heißt es schnell sein, denn meist ist die Akkulaufzeit sehr gering - nur 15 Minuten oder kürzer. Anschließend muss der Akku mehrere Stunden aufgeladen werden, bevor der Staubsauger wieder einsatzfähig ist. Technisch sind kabellose Staubsauger noch nicht ganz ausgereift. In vielen Fällen lässt die Saugkraft zu wünschen übrig, vom Geräuschpegel mal ganz abgesehen.

Enttäuschende Testergebnisse

Das bestätigt auch die letztjährige Untersuchung von Stiftung Warentest. Nur zwei der zehn herangezogenen Akkusauger sind in Ordnung. Am besten schnitt das Modell BSS1A114 ProPower von Bosch* ab. Der Dyson SV12G Cyclone V10* liegt auf dem zweiten Platz. Beide Geräte bringen eine gute Leistung: Auf Hartboden saugen sie bei leerer Box rund 89 Prozent des Prüfstaubs ein. Schon der drittplatzierte AEG FX9-1-ANIM* schafft nur die Hälfte. Stiftung Warentest testete die Saugstärke sowohl unter Idealbedingungen als auch unter alltagsnäheren Umständen. In vielen Fällen ließ die Leistung bei teilweise gefüllter Staubbox deutlich nach.

Testsieger von Bosch ansehen

Der Testsieger von Bosch kostet rund 450 Euro. Er punktete durch eine einfache Handhabung, da er sich auch einhändig bedienen lässt. Dass trotzdem nur eine Gesamtnote von 3,0 herauskam, liegt an der langen Ladezeit des Akkus. Bei voller Leistung ist der Staubsauger 15 Minuten einsatzfähig. Das entspricht einer gesaugten Fläche von 60 Quadratmetern. Anschließend muss der Akku ganze sechs Stunden wieder aufgeladen werden. Ein weiterer Nachteil ist seine Lautstärke von rund 82 Dezibel - ähnlich hoch wie beim diesjährigen Testsieger von Vorwerk. Das Dyson-Gerät kostet um die 565 Euro und ist innerhalb von nur 2,5 Stunden wieder vollständig aufgeladen. Dafür saugt es allerdings nur 8 Minuten am Stück. Die größte Pleite in diesem Testdurchgang musste der Staubsauger RA22SE 011 der Firma Hoover mit der Note 4,9 einstecken.

Entscheidungskriterium für oder gegen einen Akkusauger sollte die Wohnungsgröße sein. Wer viel Fläche zu bewältigen hat, ist mit einem Kabel-Gerät besser bedient. Für kleine Wohnungen sowie als Zweitstaubsauger für Treppen oder schnelle Putzaktionen ist ein Akkustaubsauger gut geeignet.

Die ausführlichen Testberichte sind kostenpflichtig bei Stiftung Warentest nachzulesen.

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