Ein Stecker-Solargerät ist eine kleine Photovoltaikanlage, die aus Sonne Strom generiert, den du dann im eigenen Haushalt über die Steckdose direkt nutzen kannst. So kannst du auch als Mieter oder Wohnungseigentümer einen Teil deines Stroms selbst erzeugen. Wenn dein eigener Strom nicht reicht, fließt automatisch Strom aus dem allgemeinen Netz dazu. Photovoltaikanlagen auf dem Dach dürfen nur von Fachleuten fest installiert werden. Dagegen kann ein Balkon-Solarmodul von Privatpersonen montiert und betrieben werden. Zudem ist es mobil. Das heißt, du kannst es sogar mitnehmen, wenn du umziehst.

Verbraucherzentrale: Strom selber erzeugen - bereits ab 350 Euro

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass es Stecker-Solargeräte bereits ab 350 bis 500 Euro zu kaufen gibt. Legt man das auf die Stromkostenersparnis durch die Module um, zahlt sich ein solches Solargerät nach etwa sechs bis neun Jahren aus. Die Lebensdauer ist dann nach schätzungsweise 20 Jahren erreicht.

Ein Stecker-Solargerät ist imstande, einen beachtlichen Teil des Stromverbrauchs für Haushaltegeräte etc. zu erzeugen - zumindest an sonnigen Tagen. Geht man von einem Standardsolarmodul aus, das mit 300 Watt Leistung kommt und an einem Balkon an der Südseite montiert wird, erzeugt dieses rund 200 Kilowattstunden pro Jahr. Wenn der so erzeugte Strom direkt im Haushalt verbraucht wird, kann somit von einer Stromersparnis von etwa 200 Kilowattstunden im Jahr ausgegangen werden. Das ist in etwa der Stromverbrauch einer Waschmaschine und eines Kühlschranks in einem 2-Personen-Haushalt.

Hierbei schrumpft allerdings nicht nur der Betrag auf der Stromrechnung, sondern auch der CO2-Ausstoß. In 20 Betriebsjahren lässt sich von einer CO2-Ersparnis von rund 2,5 Tonnen ausgehen. 

Stiftung Warentest gibt Tipps: Batterien und der richtige Stromzähler

Stiftung Warentest rät zur Anschaffung eines Stecker-Solargeräts, wenn der erzeugte Strom auch wirklich direkt verbraucht wird. Denn die Energie des Minikraftwerks fließt ohne Umwege ins Netz - Batterien, die den Strom speichern, gibt es zwar, aber diese sind teuer und zudem nicht umweltfreundlich. In sonnenarmen Monaten haben sie beispielsweise keine Verwendung.

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Aus diesem Grund empfiehlt es sich, den täglichen Stromverbrauch vor dem Kauf zu tracken. Denn so kann festgestellt werden, ob tagsüber ein gleichmäßig hoher Stromverbrauch besteht und ob der Strom aus dem Solargerät überhaupt verbraucht werden kann. Unter Geräten, die täglich durchgehend laufen, sind zum Beispiel der WLAN-Router oder der Kühlschrank. 

Wichtig ist auch der richtige Stromzähler: Dieser muss unbedingt über eine Rücklaufsperre verfügen. Wenn dem nämlich nicht so ist, läuft der Zähler rückwärts, was einer Urkundenfälschung gleichkommt. Wenn der Stromzähler über eine Rücklaufsperre verfügt, ist diese an einem Symbol auf dem Zähler zu erkennen: einem Zahnrad mit einer Sperre.

Stecker-Solargerät: So funktioniert es

Im Fachhandel werden Balkonsolargeräte in verschiedenen Größen angeboten. Richte dich bei der Auswahl deines Modells nach dem geplanten Aufstellungsort und eigenem Stromverbrauch. Eine gute Marktübersicht gibt beispielsweise die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS)  oder die Plattform MachdeinenStrom. Du solltest auf jeden Fall nur steckfertige Geräte kaufen und nicht selbst an Steckern herumbasteln. Achte auch darauf, dass das Gerät deiner Wahl den DGS-Sicherheitsstandard einhält. Die Kosten für eine Mini-Solaranlage richten sich nach der Anzahl der Module und der Art der Halterung. Ein Gerät mit einem Modul kostet etwa 400 bis 500 Euro. Bei zwei Modulen kostet das Gesamtpaket zwischen 600 und 1000 Euro. Ein Stecker-Solargerät besteht aus:

  • Solarmodul mit etwa 300 Watt Leistung. Meist werden zwei Module empfohlen, für kleine Haushalte (unter 2000 kWh Jahresverbrauch) reicht wohl ein Modul aus. Speziell für die einfache und sichere Montage am Balkon gibt es kleine und leichte Module, die allerdings weniger Leistung haben (50-150 Watt). Es können mehrere solcher Module in ein Gerät integriert werden.
  • Wechselrichter: Er wandelt den Gleichstrom, den das Solarmodul erzeugt, in Wechselstrom um. Nur so kannst du den Strom mit deinen Haushaltsgeräten nutzen. Der Wechselrichter ist entweder gleich ins Solarmodul integriert oder extra, beispielsweise am Rahmen, befestigt.
  • Anschlusskabel mit Stecker
  • Befestigung: Es braucht entweder einen Ständer, eine Wandbefestigung oder eine Verankerung für die Balkonbrüstung. Ein Modul muss immer stabil und sturmsicher befestigt werden.

Ein solches Gerät, inklusive Verbindungskabeln, Haushaltsstecker und Befestigung, gibt es als fertiges Set zu kaufen. Selbsterzeugter Strom, den du nicht verbrauchst, wird vom Minikraftwerk nicht gespeichert, sondern fließt ins Netz. Einzelne Hersteller haben daher kleine Batteriespeicher im Programm. Doch solche Speicher sind derzeit relativ teuer und lohnen sich nicht wirklich.

Strom vom Balkon direkt in die Steckdose: Das gibt es zu beachten

Du kannst dein Minikraftwerk auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten aufstellen. Auch ein Flachdach, zum Beispiel der Fahrradgarage, oder eine Hauswand, sind zum Anbringen geeignet. Das Wichtigste ist, dass es dort viel Sonne gibt. Daher solltest du dein Modul im Idealfall nach Süden ausrichten. Eine Montage nach Westen und Osten ist aber immer noch gut. Es sollte, beispielsweise durch Bäume oder den Balkon über dir, möglichst kein oder nur wenig Schatten auf dein Modul fallen. Eine Außensteckdose muss vorhanden sein, damit du das Gerät anschließen kannst.

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Kläre vorher, ob du ein Solarmodul anbringen darfst. Für Miet- und Eigentumswohnungen gilt: Wenn du dein Solarmodul an der Balkonbrüstung oder der Hauswand (="bauliche Veränderung") anbringen willst, muss dein Vermieter*in oder die Eigentümergemeinschaft zustimmen. Wenn du das Gerät mit einem Ständer innerhalb deines Balkons oder auf deiner Terrasse aufstellst, brauchst du rein rechtlich keine Genehmigung.

Dann kannst du dich für ein Gerät entscheiden, es montieren und einfach über den Stecker an dein Hausnetz anschließen. Jetzt fließt der Strom automatisch zu deinen Haushaltsgeräten und wird dort genutzt. Mit einem Strommessgerät kannst du überprüfen, wie viel Strom du produzierst. Es ist möglich, dass Strom, den du nicht nutzt, ins allgemeine Netz fließt. Alte Stromzähler mit mechanischen Drehscheiben könnten dann rückwärts laufen, denn sie haben keine Rücklaufsperre. Hast du einen Zweirichtungszähler oder einen Zähler mit Rücklaufsperre? Wenn nicht, wird der Netzbetreiber deinen Zähler nach der Anmeldung deiner Minianlage kostenlos austauschen.

Sind Stecker-Solargeräte legal und sicher?

Mini-Solarkraftwerke für die Steckdose sind bis 600 Watt legal. Allerdings musst du dein Gerät anmelden. Denn alle neuen Anlagen, die Strom erzeugen, müssen innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme beim Marktstammdatenregister (MaStR) eingetragen werden. Außerdem musst du dein Solargerät auch bei deinem Stromnetzbetreiber anmelden. Anmeldehilfen findest du beispielsweise hier.

Über 150 000 Steckersolar-Systeme sind inzwischen in deutschen Haushalten ohne Schäden im Einsatz. Die Modelle gängiger Hersteller erfüllen normalerweise die üblichen Sicherheitsstandards. Sie können laut der Verbraucherzentralen in Deutschland mit dem üblichen Schutzkontaktstecker sicher angeschlossen werden. Der Elektrotechnik-Verband VDE empfiehlt allerdings spezielle Wielandstecker, die nur ein Elektriker einbauen kann. Wichtig ist, dass du nur ein Gerät, also einen Wechselrichter einsteckst. Willst du ganz sichergehen, dass deine Steckdose geeignet ist, kannst du sie gegen Entgelt vom Elektriker prüfen lassen.

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Wann lohnt sich ein Stecker-Solargerät? So rechnet sich ein Minikraftwerk - jährliche Ersparnis von rund 56 Euro

Deinen eigenen Strom zu erzeugen, lohnt sich immer: Du setzt ein Zeichen für Umweltschutz und leistest deinen kleinen Beitrag zur Energiewende. Du gewinnst ein Stück Unabhängigkeit von großen Netzbetreibern, reduzierst deine Stromrechnung und schonst langfristig deinen Geldbeutel. Wie bereits erwähnt, reduziert ein Standardmodul mit 300 Watt laut der Verbraucherzentrale etwa 200 Kilowattstunden Strom pro Jahr (an der Südseite angebracht). Bei einem durchschnittlichen Strompreis von 28 Cent hättest du so eine jährliche Ersparnis von rund 56 Euro.

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Die Anschaffungskosten eines Steckersolargerätes sind nach 5 bis 10 Jahren wieder erwirtschaftet. Berechnungen, wann sich ein Minikraftwerk lohnt, weichen hier stark voneinander ab und sind Schätzungen. Denn das hängt von vielen Faktoren ab: Wo (Süd oder Ost-West) und in welchem Neigungswinkel dein Modul angebracht ist, wie viel Schatten am Tag und übers Jahr darauf fällt, wie teuer dein Gerät war, wie viel Strom du verbrauchst und wie sich der Strompreis entwickelt. Hier kannst du deine persönliche Prognose genauer berechnen und Erträge verschiedener Module vergleichen. 

Übrigens: Viele Gemeinden, Bundesländer und Regionalverbände fördern die Minikraftwerke inzwischen durch Zuschüsse. Du musst eine Förderung allerdings beantragen, bevor du ein Gerät kaufst. Dass das sinnvoll ist, rät Stiftung Warentest: Für eine solche Stecker-Solaranlage kann es bis zu 100 Euro und mehr geben - das lohnt sich dann gleich umso mehr.

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