• Öko-Test hat 20 verschiedene, mittelscharfe Senf-Sorten getestet
  • Nicht lecker: Viele der Sorten wiesen Spuren von Glyphosat auf
  • Aber: 10 Produkte erhalten die Note "sehr gut"

Senf zählt zu den fränkischen Grundnahrungsmitteln. Ob zur Bratwurst, in Rouladen oder im Salat-Dressing - Senf ist vielseitig einsetzbar. Und er soll sogar gesund sein: Senföle können Krebs vorbeugen. Das sei schon in verschiedenen experimentellen Modellen erforscht, bestätigt Bernhard Watzl vom Max-Rubner-Institut. Damit ist es umso wichtiger, dass keine schädlichen Inhaltsstoffe im Senf selbst sind, dachten sich die Fachleute von Öko-Test. Aus diesem Grund haben sie 20 verschiedene mittelscharfe Senf-Sorten auf Herz und Nieren getestet.

Öko-Test hat Senf getestet: Spuren von Glyphosat in vielen Produkten

Die gute Nachricht gleich vorweg: Geschmacklich haben alle Senf-Sorten überzeugt und auch in der Gesamtwertung ist kein Produkt durchgefallen. Doch leider wiesen mehr als der Hälfte der getesteten Sorten Spuren von Glyphosat auf. Glyphosat ist ein Mittel, das in der Landwirtschaft zur Unkrautbekämpfung eingesetzt wird und immer wieder in der Kritik steht.

Es wird von der Internationalen Krebsforschungsagentur seit 2015 als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft wird und auch die Verbraucherzentrale warnt, dass Glyphosat in Verbindung mit anderen Stoffen erbgutschädigend sein könne. Andere Behörden wie die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) oder das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sehen jedoch kein Krebsrisiko. Zur Sicherheit sollte aber gar kein Glyphosat in Lebensmitteln vorkommen, findet Öko-Test.

In einem Großteil der Senf-Sorten fanden die Tester*inne Spuren, lediglich die Bio-Sorten waren frei von Glyphosat. Eine Marke hat sich allerdings noch nachträglich verbessert: Bei einem erneuten Test des "Delikato Delikatess Senf" von Aldi Nord hat das Labor kein Glyphosat mehr gefunden. Damit verbessert sich das Testurteil von "gut" auf "sehr gut".

Problemstoff, Aromen, geringer Senfanteil: Drei Produkte erhielten die Note "befriedigend"

Neben Glyphosat wurde in allen getesteten Senf-Sorten der bislang wenig bekannte Problemstoff Bisphenol F nachgewiesen. "Erste Hinweise deuten darauf hin, dass auch Bisphenol F auf das Hormonsystem wirkt", so Öko-Test. Doch hier könnt ihr beruhigt sein: Die Menge des Stoffes war in den meisten Sorten so gering, dass Öko-Test sie als "unproblematisch" eingestuft hat. Einzig der Kania Delikatess Senf von Lidl wies einen erhöhten Wert auf und wurde deshalb nur als "befriedigend" bewertet. 

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Das Schlusslicht bildet dieser Senf mit den beiden mittelscharfen Sorten der Firmen Bautz'ner und K-Classic. Der Senf von Bautz'ner wurde schlecht bewertet, da er seinen Geschmack nicht nur durch herkömmliche Gewürze, sondern durch sogenannte natürliche Aromen bekommt: "Diese dürfen zum Beispiel mithilfe von Mikroorganismen erzeugt werden. Das ist gesundheitlich nicht bedenklich", erklärt Meike Rix von Öko-Test. "Ein guter Senf sollte seinen Geschmack aber vor allem aus Senfkörnern und Gewürzen erhalten."

Der Senf von K-Classic, der Eigenmarke von Kaufland, wurde hingegen schlechter als seine Mitstreiter bewertet, da in dem Produkt ein zu geringer Senfanteil nachgewiesen wurde. Hierfür gibt es eine Branchenrichtlinie, die nicht eingehalten wurde. Auch der mittelscharfe Senf von Byodo lag unter der Mindestgrenze, konnte aber trotz Punktabzug noch das Testurteil "gut" erreichen.

10 "sehr gute" Senf-Sorten: Das sind die Testsieger

Zehn der insgesamt 20 getesteten Sorten erhielten die Note "sehr gut." Hier kannst du also problemlos zugreifen!

Das komplette Testergebnis könnt ihr bei Öko-Test nachlesen.

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