• Margarine im Öko-Test: 20 Produkte kontrolliert und bewertet
  • nur zwei Margarinen schneiden mit Note "gut" ab
  • günstige Discounter-Produkte erzielen beste Ergebnisse
  • Krebserreger in Margarine: Experten raten von Verzehr ab

Margarine ist mit Schadstoffen belastet: Zu diesem alarmierenden Ergebnis kommt Öko-Test. Insgesamt 20 Produkte haben die Experten unter die Lupe genommen und in allen getesteten Margarinen wies das Labor gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH) nach. Und das meist in "erhöhter" oder sogar "stark erhöhter" Konzentration. Margarine besteht aus Fetten, Ölen, Wasser und Zusatzstoffen. Eine wichtige Rolle in den Rezepturen spielen laut Öko-Test Palmöl und tropische Fette, wie Kokosöl und Sheabutter. Empfehlen könne Öko-Test die Produkte nur "wenn ihre tropischen Fette aus nachhaltigem Anbau stammen – und sie gleichzeitig keine Schadstoffe enthält".

Alarmierender Öko-Test: Zwei Margarinen mit "gut" bewertet - teilweise enthalten Produkte krebserregende Stoffe

Insgesamt schnitten gerade einmal zwei Margarinen mit "gut" ab. Kein einziges Produkt konnte mit "sehr gut" bewertet werden. Jeweils sechs Produkte wurden als "befriedigend" beziehungsweise "ausreichend" eingestuft; fünf Margarinen vielen mit "mangelhaft" durch und ein Produkt wurde sogar mit "ungenügend" bewertet.

Wie so oft hatten im Test Margarinen die Nase vorne, die eher aus dem günstigen Segment stammen: "Bellasan Pflanzen Margarine" von Aldi Nord und "K-Classic Pflanzenmargarine" von Kaufland. Die beiden Produkte haben lauf Öko-Test ein "optimales Verhältnis von gesättigten und ungesättigten Fettsäuren und einen hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren". In der Aldi-Margarine wurde im Test außerdem als einziges Produkt MOSH nur in Spuren nachgewiesen.

Die "Ja! Pflanzenmargarine" von Rewe sowie die "Pflanzen Margarine" von Penny haben beide einen stark erhöhten MOSH-Wert und wurden mit "mangelhaft" und "ungenügend" bewertet. Noch schlimmer war das nur bei "Sojola, vegan" von Vandemoortel - die Margarine wurde ebenfalls mit "mangelhaft" bewertet. Das Produkt kommt zwar ohne Palmöl aus. Dafür verwendet der Hersteller Sojaöl aus Brasilien – und in dem Land verschwinden große Waldflächen für den Sojaanbau. Auch bei den Inhaltsstoffen fiel das Produkt negativ auf. So entdeckte das Labor Glycidol in einer "erhöhten" Menge. Der Fettschadstoff ist möglicherweise krebserregend.

Margarine im Öko-Test: Deshalb ist der Zusatzstoff Palmöl so problematisch

In allen Margarinen ist Palmöl, Kokosöl oder Sheabutter enthalten. Der Grund hierfür ist die Streichfestigkeit des Produkts. Das Problem liegt laut Öko-Test hier meist in der Gewinnung der Rohstoffe. "Für den Anbau der Ölpalmen werden im großen Stil tropische Wälder abgeholzt oder durch Brandrodung zerstört", heißt es im Bericht der Tester. "Das vernichtet wertvolle Lebensräume und setzt sehr viel klimaschädliches Kohlendioxid frei."

Bei der Bewertung der Produkte habe deshalb auch die Verantwortung der Hersteller für die sozialen und ökologischen Aspekte der Lieferkette  eine zentrale Rolle gespielt. Auch hier seien die Ergebnisse ernüchternd gewesen: Nur sechs Anbieter konnten für ihre Margarinen vollständige Lieferbelege vorlegen. 

Fünf Margarinen im Test kommen laut Öko-Test ohne Palmöl aus. Aber auch diese Alternativen haben ihre Schattenseiten - seien es ökologische oder gesundheitliche Aspekte

Butter oder Margarine: Worauf sollten Verbraucher zurückgreifen?

Viele werden sich jetzt fragen: Ist nun Butter oder Margarine gesünder? Eine eindeutige Antwort kann können die Tester auf diese Frage nicht liefern. Der Vorteil von Butter sei, dass man immer genau wisse, was im Produkt enthalten sei. Bei der Margarine komme es dagegen auf die genaue Zusammensetzung in der industriellen Herstellung an.

Margarine enthalte dafür in der Regel mehr ungesättigte Fettsäuren als Butter, was für den Menschen wesentlich gesünder ist. Wie Butter bei Stiftung Warentest abgeschnitten hat, erfährst du hier.