Recycling-Klopapier kratzt und ist unhygienisch? Das sind veraltete Vorurteile! Heutzutage gelingt es den Herstellern, qualitativ sehr hochwertiges Recycling-Toilettenpapier* zu produzieren, das problemlos mit herkömmlichem Papier aus Frischfasern mithalten kann.

Öko-Test hat dem Recycling-Klopapier auf den Zahn gefühlt: Im Test befanden sich 20 verschiedene Produkte, wovon es sich bei 17 um Toilettenpapier aus 100 Prozent Recyclingpapier handelte. Drei enthalten teilweise Frischfasern. Die Tester kommen zu einem tollen Ergebnis: Sechs der Produkte erhalten ein "sehr gut", elf ein "gut". Negativ ist lediglich der in Recycling-Klopapier relativ hohe Anteil an halogenorganischen Verbindungen. 

Öko-Test: Recycling-Klopapier ist besser als normales

Sechs Produkte sind "sehr gut", elf "gut", lediglich eines fällt mit einem "ausreichend" durch - das ist das Ergebnis des großen Recycling-Klopapier-Tests von Öko-Test. Auffällig sind lediglich Spuren von halogenorganischen Verbindungen, die vom Bleichen des Papiers herrühren. Die Tester geben eine klare Empfehlung für Recycling-Toilettenpapier und gegen herkömmliches Papier aus Frischfasern. 

Recycling-Klopapier ist laut Öko-Test besser 

Was die Öko-Tester an herkömmlichem Klopapier bemängeln ist ganz klar die Umweltbelastung: Auf dem Weg in die Kläranlage löst sich das Papier auf und die wertvollen Fasern gehen verloren. Besonders wichtig sind hierbei die Primärfasern - neu gewonnenen Fasern. Manche der Produkte im Test bestehen teilweise aus Primärfasern - diese werden von den Testern um zwei Noten herabgestuft. Dabei sind die Fasern in der Lage, noch sehr viel mehr zu leisten, immerhin sind sie bis zu 25 Mal verwendbar - so Studien der Technischen Universität Darmstadt

Ein weiterer großer Umwelt-Vorteil von Recycling-Toilettenpapier: kein Baum muss dafür gefällt werden. Außerdem entfällt das aufwendige Aufbereiten des Zellstoffs der Bäume. Laut dem Bundesumweltamt werden für die Produktion von Recycling-Papier nur die Hälfte der Energie verbraucht, die für die Produktion von herkömmlichem Papier notwendig sind. I

Robin Wood kritisiert hohen Primärfaser-Anteil

Die Umweltschutz-Organisation Robin Wood kritisiert, dass in vielen FSC-zertifizierten Recycling-Toilettenpapieren Primärfasern enthalten sind. Aufgrund der Corona-Krise hat FSC laut Robin Wood die Zertifizierungs-Standards gesenkt - dadurch sei es erlaubt, bis zu 50 Prozent Primärfasern zu verwenden.

Ganz klar ein Täuschung der Verbraucher, die mit dem Kauf von Recycling-Papier* ja etwas Gutes tun wollen. Dass die Hälfte mancher Papiere aus gänzlich neuen Fasern besteht, sollte dann natürlich nicht sein. Diesen Aspekt beachtet Öko-Test selbstverständlich auch.

Wie Sie auch zuhause umweltbewusst sein können, erfahren Sie in unserem Artikel zu den 10 kreativen Recycling-Tipps im Haushalt.

Die Sieger und Verlierer des Klopapier-Tests

Toilettenpapier, das aus Primärfasern besteht, wird von den Tester um zwei Noten herabgestuft. Darunter befinden sich Zewa Bewährt und Regina Softis. Auch das Klopapier Pandoo wird negativ bewertet. Der Hersteller beschreibt das Produkt als "umweltfreundliche Alternative", allerdings besteht auch dieses Papier aus Primärfasern - aus Bambus, der auf einer Plantage wächst, die FSC-geprüft ist. Wirklich umweltfreundlich wäre in diesem Fall echtes Recycling-Papier. 

Die sehr guten und guten Bewertungen sind jedoch zahlreich: Das Sanft und Sicher Toilettenpapier Recycling von dm erhält die Bestnote. Ebenso das Alouette Toilettenpapier Recycling von Rossmann und die Marken von Aldi Süd/Nord, Hakle, Wepa und Globus

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Halogenorganische Verbindungen im Klopapier

Kritikpunkt der Tester sind die enthaltenen Schadstoffe im Recycling-Klopapier: In fast allen getesteten Produkten konnten halogenorganische Verbindungen nachgewiesen werden. Der Grund dafür liegt vermutlich im Bleichen des Altpapiers. Dabei wird das Papier mit Chemikalien, wie beispielsweise Chlorverbindungen, gebleicht. Öko-Test sieht das jedoch nicht als fatal an, weshalb es dafür keinen Punktabzug gab. 

Negativ: Bambus aus China

Was Öko-Test bemängelt ist unter anderem eine Anlieferung des Materials aus dem Ausland. Das Toilettenpapier von Pandoo bezieht seinen Rohstoff Bambus beispielsweise aus China. Es stellt allerdings einen absoluten Transportwege-Ausreißer dar.

Denn die meisten der getesteten Toilettenpapiere* werden in Deutschland hergestellt, manche stammen aus dem europäischen Ausland.

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Für Klopapier müssen viele Bäume gefällt werden

Laut WWF landet jeder zweite auf der Welt gefällte Baum in der Papierindustrie - oftmals aus illegaler Fällung im Ausland. Deutschland ist eines der wichtigsten Länder in Bezug auf den  Papierkonsum:

  • Deutschland importiert mit 11,6 Millionen Tonnen (im Jahr 2006) am zweitmeisten Papier, nach den USA.
  • Deutschland ist mit circa vier Millionen Tonnen ebenfalls des zweitgrößte Importeur von Zellstoff, nach den USA (im Jahr 2006).
  • Unser Papierkonsum ist so groß wie der Südamerikas und Afrikas zusammen.
  • Positiv ist aber auch: Wir Deutschen sammeln so viel Altpapier wie fast kein anderes Land auf der Welt. 

Sie sehen also, dass es sehr wichtig ist, auf den Papierkonsum zu achten, da wir sehr große Mengen verbrauchen und dafür viele Wälder, oftmals auch illegal, abgeholzt werden. Mit der Benutzung von Recycling-Klopapier* kann man einen kleinen Beitrag dazu leisten. 

Recycling-Klopapier kratzt und ist unhygienisch?

Die Tester überprüften auch, was an den gängigen Vorurteilen gegenüber Recycling-Klopapier dran ist: Es würde kratzen, fusselt, die Farbe sei nicht schön und außerdem sei es unhygienisch

Im Praxistest bewertet Öko-Test alle Toilettenpapiere mit der Note "gut" - dabei spielt es keine Rolle, ob die Klopapiere Primärfasern oder Recyclingpapier enthalten. Das Vorurteil, dass Recycling-Toilettenpapier kratzt und weniger weich ist, konnten die Tester nicht bestätigen. 

Das komplette Testergebnis finden Sie auf der offiziellen Website von Öko-Test.

Fazit

Öko-Test ist überzeugt: Recycling-Klopapier ist um Welten besser als herkömmliches Klopapier, das aus Frischfasern besteht. Der Grund liegt in der sehr hohen Umweltbelastung durch frisch hergestelltes Klopapier. Recycling-Papier benötigt nur die Hälfte der Energie und unzählige Bäume werden verschont. Jedoch enthielten auch manche der Recycling-Produkte sogenannte Primärfasern - das wurde im Test abgestraft. Wer etwas für die Umwelt tun möchte, sollte definitiv zu Recycling-Toilettenpapier greifen - dass es kratzig und unhygienisch sei, sind überholte Vorurteile, die nicht bestätigt werden. 

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