Auch 2020 hat Stiftung Warentest Auto-Kindersitze auf ihre Sicherheit getestet. In diesem Jahr kamen 26 neue Modelle hinzu. Nach wie vor können einige der Modelle das Kind nicht zuverlässig schützen - bereits ein Aufprall bei einer Geschwindigkeit von 30 KM/H kann tödlich enden. Die Schadstoff-Belastung der Sitze ist dieses Jahr jedoch überraschend unauffällig. 

Auto-Kindersitze im Test bei Stiftung Warentest

  • 26 neue Auto-Kindersitze und Babyschalen von Stiftung Warentest untersucht
  • Testzeitraum: 2020
  • Testkriterien: Handhabung, Ergonomie, Schadstoffe und Sicherheit
  • Ergebnis: Ein Modell ist lebensgefährlich, Schadstoffe enthalten die Sitze kaum

Auto-Kindersitze bei Stiftung Warentest: Besseres Ergebnis als im Vorjahr

Stiftung Warentest hat 2020 26 neue Auto-Kindersitze unter die Lupe genommen. Entscheidende Kriterien waren auch im Jahr 2020 die Sicherheit im Falle eines Aufpralls sowie die im Bezug enthaltenen Schadstoffe. Weitere Kriterien waren Handhabung und Ergonomie. Viele Auto-Kindersitze und Babyschalen erhielten das Testurteil "gut", ein Kindersitz wurde sogar mit "sehr gut" ausgezeichnet. Von einem Kindersitz rät Stiftung Warentest jedoch ab: Er schützt bei einem Frontal-Crash nicht zuverlässig und kann für das Kind lebensgefährlich werden. 

Im Test aus dem Jahr 2019 hatte Stiftung Warentest 31 Babyschalen und Kindersitze ab dem Laufalter untersucht und dem Crashtest unterzogen. Alle überstanden den Aufpralltest, erstmals seit Jahren. Dennoch wurden vier von ihnen mit dem Testurteil "mangelhaft" abgestraft. Laut Stiftung Warentest sind viele der vormals getesteten Modelle ebenfalls noch erhältlich. Im Test 2020 schnitten die Sitze insgesamt besser ab: Lediglich ein Modell wird mit "mangelhaft" bewertet, viele sind "gut" und eines "sehr gut".

Preis-Leistung: Ein guter Auto-Kindersitz muss nicht teuer sein

Die Preisspanne der getesteten Auto-Kindersitze bewegt sich von 50 bis 500 Euro. Die gute Nachricht: Ein mit "gut" bewerteter Auto-Kindersitz muss nicht teuer sein. Empfehlenswerte Modelle gibt es schon ab 50 Euro. Auf der anderen Seite entpuppt sich einer der teureren Kindersitze als kleiner Reinfall: Das Modell Beryl von Maxi-Cosi erhält lediglich ein "befriedigend" - bei einem stolzen Preis von 400,00 Euro. 

Neu im Test 2020: Gewinner, Verlierer, Preistipp

Neu im Kindersitz-Test 2020 ist die i-Snug-Babywanne von Joie. Die Babyschale bietet einen sehr guten Schutz bei einem Frontalaufprall und einen guten Schutz bei einem Seitenaufprall. Das Modell ist einfach im Auto eingebaut und ermöglicht ein unkompliziertes Anschnallen. Positiv ist auch der geringe Platzbedarf im Auto und die gute Ergonomie. Zudem ist dieser Kindersitz der Preis-Tipp des diesjährigen Kindersitz-Tests: Im Laden ist dieses Model für etwa 130 Euro zu haben (aktuell bei Amazon: 119 Euro, Stand: 27.08.20*).

Ebenfalls neu im Kindersitz-Test ist die Babyschale Dream + Dream i-Size Base von Silver Cross. Das Modell schlägt mit Kosten von 500,00 Euro zu Buche, allerdings auch zurecht: Die Tester bewerten diesen Kindersitz mit einem "Sehr gut". Der Sitz eignet sich für Kinder von der Geburt bis ca. eineinhalb Jahren und wird als "sehr sicher" bewertet. 

Lediglich mit einem "mangelhaft" bewertet wird hingegen der Kindersitz Flux Plus von Osann. Dieser schützt zwar bei einem Seitenaufprall, jedoch nicht genügend bei einem Frontal-Crash.  Das kann das Kind in lebensbedrohliche Situationen bringen. Der Einbau des Sitzes ist nicht so leicht wie etwa bei der Babywanne von Joie. Zusätzlich nimmt der Sitz viel Platz im Auto weg. 

Stiftung Warentest warnt vor diesem Kindersitz

Im Test 2020 schnitt der schlechteste Kindersitz mit einem "ausreichend" ab (Flux Plus von Osann). Dieses Model schützt bei einem Frontalcrash nicht genügend, was lebensgefährlich sein kann. Deshalb raten die Tester davon ab. Den Totalausfall im Auto-Kindersitze-Test der Stiftung Warentest gab es allerdings 2019 : Die Tester warnen ausdrücklich vor dem Kindersitz Chicco Oasys i-Size, der nach wie vor erhältlich ist. Der i-Size-Sitz für Kinder bis 78 cm Körpergröße versagte im Crashtest komplett. "Beim Aufprall im Kindersitz-Test riss das Gurtschloss mit dem Schrittgurt vorne aus der Sitzschale heraus. Bei einem Unfall würde das Kind aus dem Sitz geschleudert." Der Anbieter hat nach eigenen Angaben reagiert und den Sitz überarbeitet. Besitzern des Sitzes bietet können die betroffenen Teile beim Hersteller Chicco austauschen lassen.

Auto-Kindersitze mit Alarmsystem

Einige der getesteten Modelle enthalten ein neuartiges Alarmsystem, das verhindern soll, dass Eltern ihre Kinder im Auto vergessen - in Italien ist dieses bereits Pflicht. Auf der Wunschliste der Tester steht zudem ein Alarmsystem, das auslöst, sobald ein Kind sich während der Fahrt abschnallt.

Kindersitz kaufen: Tipps der Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest liefert zudem wertvolle Tipps für Familien, die den Kauf eines Auto-Kindersitzes planen.

  • "Ausprobieren ist Pflicht. Passt der Sitz in Ihr Fahrzeug? Prüfen Sie Alternativen."
  • "Lassen Sie Ihr Kind Probe sitzen. Prüfen Sie Passform und Komfort. Bauen Sie den Sitz unbedingt ins eigene Auto ein."
  • "Achten Sie beim Kauf auf das Prüfsiegel ECE R 44 mit der Prüfnummer 03 oder 04. Der orangefarbene Aufkleber garantiert, dass der Sitz nach der neuesten Norm getestet und zugelassen ist."
  • Vom Gebrauchtkauf eines Auto-Kindersitzes auf Flohmärkten, Basaren oder das Internet rät die Stiftung Warentest ab. "Verwenden Sie gebrauchte Auto­Kindersitze nur, wenn Sie Herkunft und Vorgeschichte kennen."

 

Den kompletten Auto-Kindersitze-Test der Stiftung Warentest mit insgesamt 535 getesteten Sitzen (225 aktuell lieferbar) und Babyschalen finden Sie gebührenpflichtig auf der Webseite der Stiftung Warentest.

 

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