• Heizkosten senken: Heizung richtig einstellen, Druckausgleich kontrollieren
  • Test: Ist ein hydraulischer Abgleich sinnvoll?
  • Mögliche Fördergelder
  • Der Kostenpunkt Heizungspumpe
  • Fazit

Möchtest du deinen Energieverbrauch senken, kann das schon einfach durch das richtige Einstellen deiner Heizanlage gelingen. Wie das funktioniert und was du beachten solltest, verraten wir dir.

Heizung richtig einstellen spart Geld

Wie hoch deine Heizkosten sind, hängt maßgeblich von dem Energieträger ab. Durchschnittlich beliefen sich die Kosten im Jahr 2020 pro Quadratmeter bei Erdgas auf 9,80 Euro, bei Heizöl auf 8,90 Euro, bei Fernwärme auf 12,40 Euro, bei einer Wärmepumpe auf 10,40 Euro und bei Holzpellets auf 7,90 Euro. Dass Energie nun aufgrund der Gaskrise gespart werden muss, wird durch die ausgerufene Alarmstufe des "Notfallplan Gas" deutlich. Um Bürger*innen von den steigenden Heizkosten zu entlasten, wurde bereits ein Heiz­kosten­zuschuss vom Bundestag beschlossen. Dennoch heißt es: Sparen, wo es möglich ist. Die Stiftung Warentest schätzt, dass etwa 80 Prozent der Haushalte ihre Heizung nicht richtig eingestellt haben. Durch eine Optimierung deiner Heizanlage könntest du einen unnötigen Verbrauch von Energie vermeiden und somit eine Senkung der Kosten bewirken. Bist du dir unsicher, wie du Ventile, Regler und Thermostate einstellst, und möchtest auch kleinere Verbesserungen nicht selbst vornehmen, kannst du beispielsweise eine Inspektion und Wartung bei einer Heizungsfirma in Auftrag geben.

Einen Hinweis darauf, dass etwas an deiner Heizung nicht stimmt, ist etwa, wenn der Oberbereich nicht warm wird, oder du ein Gluckergeräusch vernimmst. Dieses Problem kannst du schnell und einfach beheben, indem du den Heizkörper entlüftest. Dafür brauchst du lediglich einen Heizkörperschlüssel. Falls du einen solchen nicht zu Hause hast, kannst du ihn im Baumarkt kostengünstig erhalten. Bevor du etwas an dem Heizkörper machst, solltest du ihn jedoch ausschalten. Du findest das Entlüftungsventil in der Regel an der oberen Seite der Heizung, an der entgegengesetzten Seite des Thermostatventils. Anschließend setzt du den Heizkörperschlüssel an das Ventil an und drehst linksherum, sodass die Luft vollständig entweichen kann. Sobald die Luft vollständig entwichen ist, tritt Heizungswasser aus. Um deinen Boden oder deinen Teppich vor dem Wasser zu schützen, solltest du unbedingt eine Schüssel unter das Ventil halten. Zuletzt musst du das Ventil wieder verschließen.

Eine zweite Einstellung, die du selber vornehmen kannst, ist der Druck. Meist wird direkt bei der Installation der Heizanlage der Sollwert auf einem Merkzettel oder in der Anleitung notiert. Hast du eine Etagenheizung, ist das in der Regel etwa 1 bar, sofern das Wasser kalt ist. Das runde Druckmessgerät, auch Manometer genannt, zeigt dir an, ob der Druck optimal ist oder ob du Wasser auffüllen solltest. Im Idealfall befindet sich der Zeiger in der Mitte des grünen Bereiches. Damit du beim Auffüllen richtig vorgehst, solltest du die Bedienungsanleitung deines speziellen Gerätes beachten. Fällt dir auf, dass du sehr häufig Wasser auffüllen musst und sich viel Luft im Heizkörper befindet, kann dies ein Hinweis auf ein größeres Problem wie eine undichte Stelle oder ein defektes Druckausgleichsgefäß sein. In dem Fall ist es immer ratsam, sich durch die Expertise von Fachpersonen helfen zu lassen.

Der hydraulische Abgleich

Des Weiteren kannst du einen einfachen Test durchführen, der dir zeigt, ob das Heizsystem gleichmäßig warm wird. Du beginnst damit, den Heizkessel auszuschalten und wartest anschließend, bis alle Heizkörper vollständig heruntergekühlt sind. Ist dies der Fall, drehst du alle Thermostatventile kurz hin und her. Im Anschluss drehst du alle Ventile voll auf und schaltest die Heizung wieder ein. Um zu prüfen, wie lange es dauert, bis der obere Teil des Heizkörpers erwärmt ist, kannst du die Zeiten stoppen. Bei Systemen mit zwei Rohrleitungen sollte das Erwärmen bei allen Heizkörpern im Idealfall ungefähr gleich viel Zeit in Anspruch nehmen.

Sind einige deiner Heizkörper bereits kräftig erhitzt, während andere immer noch kalt bleiben, solltest du professionelle Hilfe zurate ziehen: Fachkräfte verstellen bei solchen Problemen den Durchflussbegrenzer oder die Rücklaufverschraubung. In der Regel geschieht diese Korrektur recht unkompliziert und schnell. Anschließend sollten sich alle Heizkörper wieder gleichmäßig erwärmen. Dieser sogenannte "hydraulische Abgleich" sorgt also dafür, dass durch alle Heizkörper die richtige Wassermenge fließen kann und dein Heizkessel insgesamt effizienter arbeitet. Hast du eine professionelle Fachkraft bei dir, ist es ratsam, das gesamte Heizsystem überprüfen zu lassen. Durch die Einberechnung verschiedener Faktoren wie die Wärmedämmung des Gebäudes können alle Komponenten optimal eingestellt werden.

Als Mieter*in einer Wohnung oder eines Hauses kannst du dich an deine*n Vermieter*in wenden und um einen hydraulischen Abgleich bitten, wenn du eine ungleichmäßige Erhitzung der Heizkörper feststellst. Durchschnittlich belaufen sich die Kosten für den Abgleich je nach Aufwand auf 650 bis 1.250 Euro. Zudem könnten zusätzliche Kosten entstehen, wenn eine Heizungspumpe oder ein Heizkörperventil ausgetauscht werden muss.

Fördergelder und die Optimierung der Heizungspumpe

Lässt du deine Heizung optimieren, kannst du dafür Fördergelder vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle beantragen. Dies gelingt nach einer Registrierung über die Website des Bundesamtes. Nach einem Antrag hast du die Chance, dass 20 % der Kosten übernommen werden. Neben den Kosten für den Abgleich kannst du außerdem jene für eventuelle zusätzliche Anschaffungen, wie beispielsweise eine Heizungspumpe, abrechnen. Alternativ kannst du dir bei der KfW-Bank einen Kredit mit 20 % Tilgungszuschuss für die Optimierung deiner Heizanlage besorgen. Mehr Informationen dazu findest du auf der Website der KfW-Bank.

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Grundsätzlich kann dir eine niedrigere Heizwassertemperatur dabei helfen, die Heizkosten zu senken. Dies liegt daran, dass beim Verbrennen des Energieträgers Energie freigesetzt wird. Hat das Heizwasser eine niedrige Temperatur, kann die Energie aus dem Kessel leichter an das Wasser übertragen werden. Insbesondere bei Brennwertkesseln ist eine niedrige Rücklauftemperatur wichtig. Grund dafür ist, dass sie Wärmeenergie nutzen, die freigesetzt wird, wenn Wasserdampf kondensiert. Dafür müssen sie die Verbrennungsgase stark abkühlen. Einen "Brennwert-Check" kannst du über die Verbraucherzentralen durchführen, der dich dank einer Förderung durch das Bundeswirtschaftsministerium nur 30 Euro kostet.

Ein weiterer Kostenpunkt, an dem du sparen kannst, ist das Einstellen der Heizungspumpe. Lässt sich die Drehzahl deiner Pumpe stufenweise verstellen, kannst du es mit einer kleineren Stufe probieren. Stellst du hingegen in der nächsten Zeit fest, dass sich die Heizkörper durch die neue Einstellung nicht mehr ausreichend erhitzen, solltest du die Drehzahl wieder etwas erhöhen. Hast du eine moderne Heizungspumpe, stellt sich diese in der Regel nach Bedarf selbst um. In den meisten Fällen lohnt es sich, eine alte Pumpe auszutauschen, da die Ersparnis sehr hoch ist.

Fazit

Wird ein Heizsystem optimal eingestellt, kann dies die Stromkosten um rund 10 bis 15 % reduzieren. Ein hydraulischer Ausgleich ist also durchaus sinnvoll. Wie viel du im Endeffekt tatsächlich sparen kannst, hängt natürlich maßgeblich davon ab, welche Einstellungen du bisher hattest. Für weitere Ersparnisse könnten sich eventuell auch größere Anschaffungen wie eine Wärmedämmung oder eine Solarthermieanlage lohnen. Ob eine solche Investition für dich sinnvoll ist, musst du im Individualfall entscheiden.

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