• Welche Ziele verfolgen Kriminelle mit Fake-Shops?
  • Welche Kriterien weisen auf einen Fake-Shop hin?
  • Worauf muss ich bei Werbung in Sozialen Netzwerken achten?
  • Wie erkenne ich schwarze Schafe in Marktplätzen?
  • Was ist zu tun, wenn ich Opfer geworden bin?

Während der Corona-Pandemie haben viele Menschen Online-Shopping für sich entdeckt. Laut einer Studie des E-Commerce-Unternehmens Solute ist der Umsatz der Onlineshops 2020 im Vergleich zu 2019 um 60 Prozent gestiegen. Auch 2021 boomt der E-Commerce. Den Boom haben auch schwarze Schafe erkannt und locken Kaufwillige mit Fake-Shops in die Betrugs-Falle.

Welches Ziel verfolgen Betreiber von Fake-Shops?

Die meisten Fake-Shops, deren Betreiber oft im Ausland sitzen und schwer greifbar sind, verfolgen nur ein Ziel: Ware anbieten, Geld entgegennehmen und nicht liefern, weil es die Angebote gar nicht gibt.

Eine andere Variante ist, dass die Betrüger Imitationen von Markenprodukten in schlechter Qualität schicken. Dabei machen sich die Kriminellen nicht nur des Betrugs strafbar, sondern auch der Produkt- und Markenpiraterie.  

Aber auch eine weitere Gefahr lauert: Phishing! Die Betreiber sammeln durch die Bezahlvorgänge Kreditkarten- und Bankdaten sowie Passwörter, die sie für weitere kriminelle Handlungen nutzen.

Wie erkenne ich einen Fake-Shop?

Schlecht gemachte Fake-Shops sollten die meisten Online-Shopper inzwischen identifizieren können. Das wissen auch Cyberkriminelle. Das Heimtückische und Gefährliche ist deshalb, dass betrügerische Internetseiten immer professioneller gemacht werden. Oft stößt man auf ziemlich echt aussehende Kopien von Shops bekannter Markenartikelhersteller oder großer Händler. Die Produktfotos kopieren Cyberkriminelle von den Originalen.

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Ob Mode, Accessoires oder Unterhaltungselektronik: Eines haben Fake-Shops gemeinsam - sie werben mit ungewöhnlich günstigen Preisen für Markenprodukte, die du in einem seriösen Shop nicht finden wirst. Trotz der vor allem optischen "Verbesserung" der Betrugsseiten, gibt es einige Anhaltspunkte, anhand derer du Fake-Shops erkennen kannst:

  • Der Shop hat eine auffällige Domainendung, wie zum Beispiel name.de.com.
  • Der Domainname passt nicht zum Angebot. Oft melden Betrüger abgemeldete Domains, zum Beispiel von Restaurants oder Dienstleistern, neu an. Wenn du beispielsweise auf der ehemaligen Internetseite eines Gasthauses "zur Post" Markenbekleidung findet, ist das mit Sicherheit ein Fake-Shop.
  • Es ist kein Impressum zu finden oder eines mit einer ausländischen Adresse, oft auch nur mit der Angabe eines Postfaches.
  • Es gibt keine Kundenhotline. Es wird nur Kontakt per Mail angeboten, oft mit einer seltsamen, kryptischen Mailadresse.
  • Produktbeschreibungen und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen sind in schlechtem Deutsch mit vielen Fehlern verfasst.
  • Die Preise sind durchgehend ungewöhnlich niedrig. Vergleiche die Preise mit denen in bekannten Shops!
  • Der Shop hat kein Gütesiegel. Die großen seriösen Shops, aber auch kleinere, lassen sich durchweg prüfen, zum Beispiel von Trusted Shops. Auch der TÜV bietet solche Dienstleistungen an. Echte Siegel sind interaktiv. Das heißt: Wenn du sie anklickst, kommst du zur Internetseite des prüfenden Unternehmens. Wenn ein Fake-Shop unberechtigt ein Prüfsiegel führt, ist das meist nur abgebildet, nicht interaktiv.

Immer gleiche Abverkaufs-Masche

In Sozialen Netzwerken, wie Facebook, versuchen Betrüger beispielsweise mit gefälschten Werbeanzeigen die niedrigen Preise mit der Corona-Krise zu erklären - und machen auf Mitleid. Über Fotos, geklaut bei bekannten Modeunternehmen, ist etwa zu lesen: "Es tut uns leid, dass unser Bekleidungsgeschäft diese Katastrophe nicht überlebt. Wir haben beschlossen, diese Sammlungsseite zu schließen und diese Kostüme zu einem niedrigen Preis zu verkaufen." Über einen Link kommt man zu einer dubiosen Website, die nur eines bezweckt: Betrug.

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Echte Werbung erkennst du, indem du über diese zur Facebook-Seite eines Unternehmens kommst. Große Anbieter erkennst du oft am blauen Häkchen. Auch die Echtheit von Seiten kleinerer Shops kannst du überprüfen, indem du folgendes checkst:

  • Gibt es ein Impressum mit echter Adresse? Dieses ist nicht nur auf Websites Pflicht, sondern auch auf Facebook-Seiten.
  • Findest du eine seriöse Kontaktmöglichkeit?
  • Kommentieren "echte" User gezielt und persönlich, antwortet der Betreiber transparent? Kommt eine richtige Kommunikation zustande?
  • Du kannst dir auch die Profile der User, die auf der Seite kommentieren, ansehen. Sehen die Profile "echt" aus, triffst du vielleicht sogar jemanden aus deinem Umfeld? Keine Angst: Das ist nicht Stalking, ein kurzer Blick auf ein Profil dient nur deinem Schutz und auch dem anderer.

Schwarze Schafe in Marktplätzen

Betrüger versuchen nicht nur mit eigens gehostete Internetseiten Usern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Auch in sogenannten Marktplätzen ist Vorsicht geboten. Diese werden oft von Versandhäusern und Vollsortimentern zusätzlich zu den eigenen Produkten angeboten. Man hat dabei die Möglichkeit, die Shops für den Verkauf eigener Produkte zu nutzen, ähnlich wie bei Ebay. Auch hier gilt: Bevor du bestellst, überprüfe den Anbieter!

Auch Amazon hat das Problem in seinem Marketplace erkannt. Der Versandriese gründete vergangenes Jahr eine Einheit gegen Fälschungskriminalität. Die "Counterfeit Crimes Unit" hat sich zur Aufgabe gemacht, kriminelle Drittanbieter aufzuspüren und rechtlich zu verfolgen. So überprüfst du selbst Anbieter in Marktplätzen:

  • Findest du den Anbieter über Google, hat er zusätzlich zu seiner Aktivität im Marktplatz auch einen eigenen seriösen Online-Shop?
  • Gibt es eine transparente Adresse und eine Kontaktmöglichkeit?
  • Nimm vorab Kontakt auf, um dich etwa über ein Produkt zu informieren! Wenn du zeitnah eine zufriedenstellende Antwort bekommst, ist das ein Indiz dafür, dass der Anbieter seriös ist.

Was kann ich tun, wenn ich reingefallen bin?

Wenn du Opfer geworden bist, gilt es schnell zu handeln. So solltest du reagieren:

  • Wenn du Geld überwiesen hast, ist Eile geboten. Denn die Zeitspanne, in der deine Bank einen Transfer stoppen kann, ist sehr kurz. Bei Einzug per Lastschrift hast du einige Wochen Zeit, das Geld zurückzuholen. Deshalb solltest du auch nie Geld überweisen, schon gar nicht vorab. Seriöse Verkäufer bieten vielfältige und sichere Bezahlmethoden an.
  • Wenn du per Kreditkarte bezahlt hast, informiere dein Kreditkartenunternehmen. Auch bei der Nutzung von Dienstleistern, wie PayPal, informiere den Anbieter.
  • Erstatte Anzeige bei der Polizei. Die strafrechtliche Verfolgung in Einzelfällen kann sich zwar schwierig gestalten, die Strafanzeige kann aber zur konsequenten Löschung von Fake-Shops beitragen.

Tipp: Die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) bietet eine Broschüre zum Thema "Sicherheit im Internet" zum kostenlosen Download an.

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