Bei einer Stichprobe von zehn verschiedenen Leberwurst-Sorten haben Forschende des Robert Koch-Institutes Hepatitis-E-Viren nachweisen können. Veröffentlicht wurde die Untersuchung im Verbrauchermagazin "SUPER.MARKT". In sieben der zehn getesteten Leberwurst-Sorten konnte das Virus nachgewiesen werden.

Das heißt, 70 Prozent der Stichprobe aus handelsüblichen Leberwürsten waren mit dem Erreger belastet. Die Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Berlin, Dr. Britta Schautz, zeigte sich gegenüber dem Verbrauchermagazin entsetzt: "Wir wissen zwar, dass die Belastung in den letzten Jahren zugenommen hat, aber dass so viele Proben Viren aufweisen, ist sehr erschreckend."

Hepatitis-E Viren in Lebensmitteln: "Das darf nicht sein", so Verbraucherschützer

Hepatitis E wird üblicherweise durch kontaminiertes Trinkwasser oder verunreinigte Lebensmittel übertragen. Infiziert sich ein Mensch damit, kann sich eine schwere Leberentzündung entwickeln. Hepatitis E-Fälle steigen in den vergangenen Jahren gerade in Deutschland rasant an. Wegen dieser Entwicklung hat das Robert Koch-Institut in Zusammenarbeit mit der Universität Tübingen sowie das Bundesinstitut für Risikobewertung schon im vergangenen Jahr nach potenziellen Gründen für diesen Anstieg geforscht. Prof. Dr. Reimar Johne vom Bundesinstitut für Risikobewertung erklärte: "Wir wissen, dass dieses Virus vor allem in Hausschweinen und in Wildschweinen sehr weit verbreitet ist. Über den Verzehr von Lebensmitteln von diesen infizierten Tieren können sich auch Menschen infizieren."

Die Hersteller der getesteten Leberwurst-Produkte argumentierten, dass sie eine sichere Lebensmittelherstellung gewährleisten würden. Die Leberwurst werde im Vorfeld erhitzt. So seien die Viren zwar nachweisbar, aber ungefährlich. Britta Schautz geht dieses Vorgehen indes nicht weit genug. Zu behaupten, von den Produkten gehe keine Gefahr aus, sei nicht richtig. Denn "Ein Restrisiko ist nicht auszuschließen", so die Expertin. "Gefährliche Erreger, ob tot oder lebendig, haben in einem Lebensmittel nichts zu suchen", kritisierte sie die Hersteller. In anderen Produkten können dies schließlich auch sichergestellt werden.

Der Hersteller müsse ausschließen können, dass Krankheitserreger in die Produkte gelangen. "Das geht nur mit sorgfältiger Kontrolle der Rohprodukte", so Schautz. Nur so könne der Verbraucher vor den Viren geschützt werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät deshalb: "Wer sicher gehen will und der gerade zu einer hochempfindlichen Risikogruppe gehört, der sollte im Zweifel auf den Verzehr auch solch einer Leberwurst verzichten."

Bei diesen Produkten wurde das Hepatitis-E Virus nachgewiesen

Im Test des rbb Verbrauchermagazins "SUPER.MARKT" wurden in der „Delikatess Leberwurst“ von Mühlenhof, der "Pfälzer Leberwurst" von Cornelius und der "Leberwurst Fein" von Hofmaier Hepatisis E Viren nachgewiesen. Ebenso in der feinen Leberwurst von Wildmann, der Leberwurst mit Kalbfleisch von "Gut & Günstig", der Hausmarke von Edeka, der Leberwurst fein von "Gut drei Eichen" und dem Bio-Produkt "Pommersche Leberwurst fein" von Plüntsch.