• Einzelhandel seit 16. Dezember geschlossen
  • Änderungen ab dem 8. März: Geschäfte dürfen teilweise wieder Öffnen
  • Neueröffnung der Läden und Geschäfte von Inzidenz und Fallzahlen abhängig

Die meisten Geschäfte des Einzelhandels sind seit dem 16. Dezember bundesweit geschlossen. Bund und Länder vereinbarten am Mittwochabend  (03.03.2021), dass die Durststrecke des Einzelhandels nun ein Ende haben soll. Der für Bayern beschlossene Öffnungsplan sieht mehrere Änderungen ab 8. März für den Einzelhandel vor.

Laut den Beschlüssen zählen Buchläden, Blumengeschäfte und Gartenmärkte künftig zum Einzelhandel des täglichen Bedarfs - so wie bislang Bäcker, Drogerien oder Supermärkte. Für Gartenmärkte, Baumärkte und Blumenläden gilt dies schon seit dem 01.03.2021. Für Büchereien, Buchhandlungen und Bibliotheken tritt diese Regelung ab dem 08.03.2021 in Kraft. Entsprechende Hygienekonzepte vorausgesetzt, dürfen sie jeweils einen Kunden pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche in ihr Geschäft hineinlassen. Dies gilt für die ersten 800 Quadratmeter. Ist die Verkaufsfläche eines Geschäftes größer, müssen für alle weiteren Kunden 20 Quadratmeter pro Person berechnet werden.

Für Öffnung: Einzelhandel von Inzidenz abhängig

Bei allen anderen Einzelhandelsgeschäfte, wie Elektronikmärkte, Möbelhäuser oder Modegeschäfte, ist die mögliche Öffnung von den Inzidenzwerten vor Ort abhängig, also wie hoch der Sieben-Tages-Wert bei den Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner liegt, so die Beschlüsse des bayrischen Ministerrates. Demnach sei es ab dem 08.03.2021 in Bayern bei einem stabilen Inzidenzwert von unter 50  im jeweiligen Landkreis oder der kreisfreien Stadt für Geschäfte des Einzelhandels möglich unter Einhaltung der Hygienekonzepte wieder zu öffnen. Welche Landkreise momentan einen solchen Wert aufweisen lesen Sie hier.

Diese gelockerten Zügel werden bei steigenden Inzidenzwerten jedoch auch wieder angezogen. Sollte die 7-Tages-Inzidenz von einem Landkreis mit der Zeit über dem Wert von 50 steigen, gelten strengere Regeln. Wenn die Inzidenz zwischen 50 und 100 liegt, darf der Einzelhandel nur für diejenigen öffnen, die sich vorher einen Termin gebucht haben. Dieses Konzept wird "Click and Meet" genannt. Es sieht vor, dass ein Kunde pro 40 Quadratmeter Verkaufsfläche in den Laden darf. Das Terminshopping ist unter zwei Voraussetzungen möglich: Zum einen muss der Zeitraum des Ladenbesuches begrenzt sein und zum anderen muss der Besuch für eine eventuelle Kontaktnachverfolgung dokumentiert werden.

Das neu eingeführte "Click and Meet" hat vor allem einen Vorteil gegenüber dem bisherigen Konzept "Click and Collect": Bei Bedarf ist es den Verbrauchern nun möglich, auch eine Beratung zu erhalten. Ein Termin kann je nach Einzelhändler durch Verwendung der Internetseite, einer E-Mail oder einem Anruf gebucht werden. Für Geschäfte, die technisch nicht auf dem aktuellen Stand sind und ihren Kunden nicht einer der drei genannten Möglichkeiten bieten könne, gibt es auch Unternehmen, die die Terminvereinbarung über Internetangebote als Dienstleistung anbieten.

"Click and Meet" bei einer 7-Tages-Inzidenz zwischen 50 und 100

In Landkreisen, bei denen die 7-Tages-Inzidenzen den Wert von 100 übersteigen, gelten laut dem Beschluss des bayrischen Ministerrates wieder die Regelungen, die bis zum 07.03.2021 gegolten haben. Demnach müssten die Geschäfte dann entweder komplett schließen oder dürften nur "Click and Collect" anstatt "Click and Meet" anbieten. Ob überhaupt Geschäft das Konzept "Click and Meet" in Landkreisen mit einem Inzidenzwert von 50 bis 100 umsetzen, bleibt fraglich.

Der Handelsverband kritisiert in einer Pressemitteilung, dass dieses Konzept die meisten Händler wirtschaftlich nicht retten könne, denn Personal- und Betriebskosten seien hierbei oft höher als die Umsätze. Generell bezeichnet der Verband die Beschlüsse des Corona-Gipfels als eine Katastrophe für den Einzelhandel. Faktisch würde der Lockdown mit diesem Beschluss für die große Mehrheit der Händler bis Ende März verlängert, denn eine stabile Inzidenz von unter 50 sei auf absehbare Zeit flächendeckend nicht zu erreichen.

Neben den übrigen Beschlüssen des Corona-Gipfels sind die Lockerungen für den Einzelhandel vor allem ein Balanceakt: Dem Wunsch vieler Menschen nach Normalität oder den Existenzängsten vieler Einzelhändler stehen den Befürchtungen, die Infektionszahlen könnten wieder deutlich steigen und die Öffnungen könnten womöglich zu Menschenansammlungen vor Geschäften oder gar Shoppingtourismus in Regionen mit niedrigerer Inzidenz führen, gegenüber. Deswegen sollten Konsumenten bei einem Einkaufsbedürfnis unbedingt abwägen, welchen Stellenwert und welche Dringlichkeit dieses Bedürfnis hat. Außerdem sollten weiter strikt die Vorsichtsmaßnahmen wie Abstand, Hygiene und Masken eingehalten werden, um eine Erhöhung der 7-Tages-Inzidenz auf über 100 zu verhindern und damit einhergehende Ladenschließungen des Einzelhandels.