Nürnberg
Vogelsterben

Amselsterben durch Usutu-Virus: Auch Franken ist betroffen

Seit Juli häufen sich Meldungen über kranke und kurz darauf verstorbene Amseln. Schuld daran ist mit großer Wahrscheinlichkeit das Usutu-Virus aus Südafrika. Die Region um Nürnberg ist besonders betroffen. Finder von toten Vögeln können helfen. Wir erklären, wie Sie am besten vorgehen.
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Das undatierte Handout-Foto zeigt eine am Usutu-Virus erkrankte Amsel. Foto: Jutta Böhm-Wacker/NABU/dpa
Das undatierte Handout-Foto zeigt eine am Usutu-Virus erkrankte Amsel. Foto: Jutta Böhm-Wacker/NABU/dpa

Laut Naturschutzbund Deutschland (NABU) breitet sich das Usutu-Virus seit seinem erstmaligen Auftreten im Jahr 2011 zunehmend in Deutschland aus. Besonders Amseln sind betroffen. In diesem Jahr wurden bereits 1500 Verdachtsfälle gemeldet, knapp zwei Drittel davon alleine im August. Besonders im Spätsommer breitet sich das Virus aus, denn es wird durch Stechmücken auf die Vögel übertragen. Infizierte Vögel wirken offensichtlich krank, apathisch, flüchten nicht mehr und sterben meist innerhalb weniger Tage.

In diesem Jahr sind laut NABU offensichtlich vor allem die Regionen um Nürnberg sowie zwischen Bremen und Hamburg erstmals betroffen.

"Leider kann man Usutu-Infektionen weder verhindern noch behandeln. Es bleibt lediglich die einmalige Chance zu nutzen, die Auswirkungen einer für Deutschland neuen Vogelkrankheit auf wildlebende Vogelarten zu dokumentieren und deren Folgen abzuschätzen", heißt es seitens des NABU. Erklärtes Ziel sei es deshalb, neuartige Gefährdungsursachen für Vogelarten mit anderen Bedrohungen wie Klimawandel und Lebensraumverlust vergleichen und beurteilen zu können.

Meldeaktion zum Amselsterben - so können Sie helfen

Wer tote Vögel findet, kann sie zu Untersuchungszwecken an das Bernhard-Nocht-Institutfür Tropenmedizin (BNI) in Hamburg einschicken, erläutert der NABU.

Dabei gehen Finder am besten folgendermaßen vor:

- Nach aktuellem Stand geht von den Vögeln keine Infektionsgefahr aus: Zur Sicherheit sollte man tote Tiere dennoch nur mit Handschuhen oder einer umgestülpten Plastiktüte aufheben und sich danach gründlich die Hände waschen.

- Wichtig ist ein schneller Versand: Idealerweise sollten die Vögel mit einem Tiefkühlakku versehen, gut gepolstert und wasserdicht verpackt versendet werden.

- Besonders vor dem Wochenende empfiehlt es sich, die Sendung telefonisch mit dem BNI abzustimmen.

- Finder fügen der Sendung am besten genaue Informationen zum Absender sowie zu Fundort mit Postleitzahl und Funddatum bei.

- Einsender sollten die Verpackung mit den Worten "Freigestellte veterinärmedizinische Probe" beschriften.

Wer keine Vögel einschicken kann oder möchte, hat außerdem die Möglichkeit, sie online auf www.nabu.de/usutu-melden über ein Formular des NABU zu melden. Am besten wird das Ganze durch digitale Bilder des toten oder kranken Vogels ergänzt. Der NABU sammelt diese Daten und stellt sie Wissenschaftlern zur Verfügung.



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