Laden...
Franken
Corona-Pandemie

Urlaub im Risikogebiet: Das müssen Sie beachten

Aufgrund der anhaltenden Corona-Krise stuft das "RKI" noch immer viele Länder und Regionen als Risikogebiet ein. Zudem spricht das Auswärtige Amt auch kurzfristige Reisewarnungen aus. Was das für Ihren Urlaub bedeutet, finden Sie hier im Überblick.
 
Was tun, wenn das Urlaubsziel zum Risikogebiet erklärt wird? inFranken.de erklärt, was es dabei zu beachten gibt. Symbolfoto: Free-Photos/Pixabay
Was tun, wenn das Urlaubsziel zum Risikogebiet erklärt wird? inFranken.de erklärt, was es dabei zu beachten gibt. Symbolfoto: Free-Photos/Pixabay

Urlaub im Risikogebiet - was bedeutet das für Reisende? Vor wenigen Tagen wurden Teile Kroatiens zum Risikogebiet erklärt. Diese Meldung kam durchaus überraschend - auch für viele Urlauber, die bereits vor Ort waren. In Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium, dem Auswärtigen Amt und dem Innenministerium stuft das Robert-Koch-Institut Regionen als Risikogebiet ein. Zuletzt kamen die in Frankreich liegenden Regionen  Île-de-France und Provence-Alpes-Côte d‘Azur als Risikogebiet dazu (Stand 24. August, 20 Uhr).

Für Reisende eine schwierige Situation - denn die Einstufung kann zu ungünstigen Zeitpunkten, wie etwa am Tag vor der Abreise oder bereits während des Urlaubs erfolgen. Wir erklären Ihnen, was Sie beachten müssen, wenn Ihr Reiseziel zum Risikogebiet erklärt wird. 

Urlaub trotz Reisewarnung erlaubt

"Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen ins Ausland wird derzeit gewarnt. Ausgenommen sind die meisten Länder der EU-Schengen-assoziierte Staaten und Großbritannien", erklärt das Auswärtige Amt. Diese Warnung soll noch bis zum 31. August 2020 gelten. 

Allerdings bedeutet die Reisewarnung nicht, dass eine Einreise und der Urlaub in dem jeweiligen Land verboten wird. Seit dem 15. Juni 2020 sind Reisen aus Deutschland in die meisten EU-Länder wieder möglich.

Jedoch gibt es noch immer Einschränkungen und verschiedene Corona-Maßnahmen in den jeweiligen Ländern, die sich aufgrund der täglichen Entwicklungen ständig verändern können. Daher sollten sich Reisende vor dem Start in den Urlaub über die aktuelle Situation und die vor Ort geltenden Maßnahmen informieren.

Kostenlose Stornierung möglich - bei Pauschalreisen

Wem die Lage zu unsicher ist, kann den Urlaub alternativ auch absagen. Pauschalreisen können in den meisten Fällen kostenfrei storniert werden. Grund dafür ist die Verbreitung des Coronavirus und die damit in Zusammenhang stehenden Maßnahmen - also "unvermeidbare und außergewöhnliche Umstände" am Urlaubsort.

Das Auswärtige Amt schreibt dazu: "Gemäß den gesetzlichen Regelungen können Kunden eine Pauschalreise kostenfrei stornieren, wenn am Urlaubsort oder in dessen unmittelbarer Nähe unvermeidbare und außergewöhnliche Umstände auftreten, die die Durchführung der Pauschalreise oder die Beförderung von Personen an den Zielort erheblich beeinträchtigen." 

Allerdings gilt hier zu beachten, dass diese Definition kein zwingender Grund für eine kostenlose Stornierung ist. Vielmehr kommt es auf den Einzelfall an. Daher sollte bei einer geplanten Stornierung der Reiseanbieter kontaktiert werden. Das Amtsgericht Frankfurt hat am 17. August 2020 zudem entschieden, dass Urlauber ihr Geld auch ohne Vorliegen einer Reisewarnung zurückerstattet bekommen

Testpflicht bei Rückkehr aus Risikogebiet

Seit Anfang August gilt außerdem die Testpflicht. Sie betrifft alle Einreisenden aus Risikogebieten, wie das Gesundheitsministerium beschlossen hat. Aktuell steht die Regelung jedoch stark in der Kritik und soll möglicherweise wieder abgeschafft werden. 

Wer momentan aus einem Risikogebiet zurückkehrt, muss sich zunächst bei der zuständigen Gesundheitsbehörde melden. Der Corona-Test kann dabei bereits 48 Stunden vor der Einreise erfolgen, spätestens jedoch 72 Stunden nach der Ankunft. 

Der Test kann unter anderem "direkt am Flughafen, am Bahnhof oder im grenznahen Bereiche bei einer dafür vorgesehenen Autobahnraststätte" erfolgen, schreibt die Verbraucherzentrale. Die Tests sind kostenlos, entstehende Kosten werden vom Bund übernommen. Bei einem positiven Testergebnis müssen sich die Betroffenen in 14-tägige Quarantäne begeben. 

Quarantänepflicht in Bayern: Bußgelder bei Missachtung

In Bayern gibt es auch eine Quarantänepflicht, die für Urlauber aus Risikogebieten gilt. Das sieht die aktuelle "Einreise-Quarantäneverordnung (EQV)" vor. Darin heißt es: "Personen, die in den Freistaat Bayern einreisen und sich innerhalb von 14 Tagen vor der Einreise in einem Risikogebiet [...] aufgehalten haben, sind verpflichtet, sich unverzüglich nach der Einreise auf direktem Weg in die eigene Wohnung oder eine andere geeignete Unterkunft zu begeben und sich für einen Zeitraum von 14 Tagen nach Ihrer Einreise abzusondern." 

Dabei gelten jedoch einige Ausnahmen, wie etwa in ärztliches Zeugnis. Dieses muss bestätigen, "dass keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 vorhanden sind". Grundlage für das Zeugnis muss ein negativer Corona-Test sein, der höchstens 48 Stunden vor der Einreise nach Deutschland getätigt wurde. Weitere Ausnahmen listet die Bayerische Staatskanzlei auf

Eine Missachtung der Maßnahmen wird in Form von Bußgeldern geahndet, beim Verstoß gegen die Quarantäne sollen diese künftig sogar bei 2000 Euro liegen. Die EQV gilt vorerst noch bis zum 02. September 2020. 

Reiserücktrittsversicherung zahlt nur in bestimmten Fällen - auch bei Reisewarnung?

Die Reiserücktrittsversicherung greift nur in bestimmten Fällen, insbesondere bei einer Erkrankung und dem damit verbundenen Abbruch der Reise.  Auch nicht vorhersehbare Ereignisse, wie etwa Kurzarbeit oder der Tod eines Angehörigen, können mögliche Argumente sein.

"Eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gehört nicht dazu", erläutert die Verbraucherzentrale.  Dies sei grundsätzlich die Regel: bei Krisen, wie etwa einer regionalen Pandemie, tritt die Reiserücktrittsversicherung nicht ein. 

Problematisch ist zudem, dass die Weltgesundheitsorganisation die aktuelle Corona-Situation als Pandemie einstuft. Wer sich während der Reise mit SARS-CoV-2 infiziert und die Reise daher nicht antreten kann oder abbrechen muss, gerät womöglich in Schwierigkeiten - "denn einige Versicherer sehen vor, dass Schäden, Erkrankungen und Tod infolge von Pandemien nicht versichert sind." Die Verbraucherzentrale empfiehlt daher, die Bedingungen des Versicherungsvertrages nachzuschlagen.