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Franken
Reise-Stornierung

Bei Corona-Angst: Urlauber bekommen Geld auch ohne Reisewarnung erstattet

Wer seine Urlaubsreise aus Angst vor dem Coronavirus storniert, erhält sein Geld vom Veranstalter gegebenenfalls auch ohne vorliegende Reisewarnung zurück. Dies hat ein Gericht entschieden. Das Urteil ist rechtskräftig.
 

Urteil zu Covid-Storno: Volle Erstattung auch ohne Reisewarnung: Bei einer vom Kunden wegen der Corona-Gefahr stornierten Reise muss der Veranstalter unter Umständen auch ohne vorliegende Reisewarnung den Preis voll erstatten. Das hat das Amtsgericht Frankfurt in einem am Montag (17. August 2020) veröffentlichten Urteil (32 C 2136/20) entschieden.

Der Kläger hatte am 7. März dieses Jahres von sich aus eine für Mitte April geplante Reise in den Golf von Neapel storniert. Der Veranstalter hatte auf einem Teil des Reisepreises als Stornierungsgebühr bestanden, weil zu diesem Zeitpunkt noch keine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes vorgelegen habe.

Außergewöhnliche Umstände: Rücktritt von Reisevertrag ist möglich 

Das Gericht stellte aber geringere Ansprüche an einen Rücktritt vom Reisevertrag aus unvermeidbaren und außergewöhnlichen Umständen, bei denen der Veranstalter voll erstatten muss. Grundsätzlich seien hier keine allzu strengen Anforderungen zu stellen, führte das Gericht aus.

Das Robert-Koch-Institut hat eine Statistik veröffentlicht, in welchen Ländern sich die meisten deutschen Touristen mit dem Coronavirus infizieren. Die Zahlen sind durchaus überraschend.

Reisewarnungen für das Reisegebiet seien nicht zwingend erforderlich und es genüge bereits eine gewisse Wahrscheinlichkeit für eine gesundheitsgefährdende Ausbreitung des Virus. Dies sei zum Zeitpunkt der Reisestornierung bereits für ganz Italien der Fall gewesen. Das Urteil ist rechtskräftig.

Am Airport Nürnberg müssen Reise-Rückkehrer aus Covid-19-Risikogebieten nach der Landung indes zum Corona-Test.