Die Bundesregierung stuft weitere Ländern in der EU und auch außerhalb als Risikogebiet ein.  Deutschland ist nun fast ganz umzingelt von Corona-Risikogebieten. So gelten ab  dem kommenden Samstag (24. Oktober 2020)  unter anderem Polen, die Schweiz, fast ganz Österreich und große Teile Italiens als Risikogebiete. Auch Großbritannien bis auf die Kanalinseln und Überseegebiete, ganz Irland und Liechtenstein gelten ab Samstag als Risikogebiete. Hinzu kommen einzelne Regionen in Bulgarien, Estland, Kroatien, Schweden, Slowenien und Ungarn. Die Kanarischen Inseln werden dagegen von der Risikoliste gestrichen.  Das Robert Koch-Institut aktualisierte seine Risikoliste entsprechend.

Polen, die Schweiz und große Teile Italiens zu Risikogebieten erklärt

Wie die dpa am Donnerstagvormittag (22 Oktober 2020) mitteilt, werden  mit Wirkung ab Samstag (24. Oktober 2020) die Nachbarländer Polen und Schweiz, fast ganz Österreich und große Teile Italiens  zu Corona-Risikogebieten erklärt. Auch Großbritannien bis auf die Kanalinseln und Überseegebiete, ganz Irland und Liechtenstein gelten ab Samstag als Risikogebiete. Hinzu kommen einzelne Regionen in Bulgarien, Estland, Kroatien, Schweden, Slowenien und Ungarn. 

Die Kanarischen Inseln werden dagegen von der Risikoliste gestrichen, wie das Robert Koch-Institut am Donnerstag auf seiner Internetseite mitteilte. Mit den neuen Entscheidungen der Bundesregierung kommen alle Grenzgebiete zu Deutschland außer die in Dänemark auf die Risikoliste. In Österreich ist nur noch das südliche Bundesland Kärnten ausgenommen. Außerdem gilt für zwei kleine Exklaven an der Grenze zu Deutschland eine Ausnahmeregelung.

Pauschale Reisewarnung ab sofort nicht mehr gültig

Ab dem 01. Oktober 2020 wurde zudem die pauschale Reisewarnung für mehr als 160 Länder außerhalb der EU aufgehoben. Ein Land oder eine Region gelten nun erst als Risikogebiet, wenn dort der Grenzwert von 50 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschritten wurde. Aktuell sind davon 130 Länder ganz oder teilweise betroffen.

Für etwa 50 weitere Länder wird unabhängig von der Infektionslage von Reisen abgeraten. Der Grund: Dort gelten noch Einreisebeschränkungen oder eine Ausreisesperre in die EU. Zu dieser Staatengruppe gehört beispielsweise das beliebte Winterurlaubsland Thailand, wo es kaum Corona-Infektionen gibt, aber ausländische Touristen auch nicht einreisen dürfen.

Bereits eine Woche zuvor hatte die Bundesregierung  drei Nachbarländer von Deutschland zu Risikogebieten erklärt. Ganz Tschechien, Luxemburg und das österreichische Bundesland Tirol zählen wegen rasant steigender Infektionszahlen als Corona-Risikogebiete. Inzwischen sind in der EU nur noch 9 der 26 Partnerländer Deutschlands von den Reisewarnungen ausgenommen. Polen ist das einzige der neun Nachbarländer Deutschlands, das noch nicht betroffen ist.

Wann wird man zu Risikogebiet erklärt?

Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat. Die Warnung des Auswärtigen Amtes vor "nicht notwendigen, touristischen Reisen" dorthin folgt in der Regel nach kurzer Zeit.

Reisende, die aus Risikogebieten zurückkehren, müssen sich 48 Stunden vor oder nach der Einreise auf Corona testen lassen und dann in Quarantäne bleiben, bis das Ergebnis da ist. Eine Reisewarnung ist zwar kein Verbot, soll aber eine erhebliche abschreckende Wirkung haben. Allerdings hat sie auch eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Reisenden, Buchungen für Pauschalreisen kostenlos zu stornieren.

Alle Reisewarnungen finden Sie auf der Seite des Auswärtigen Amtes.

Nach Ausbruch der Corona-Pandemie hatte das Auswärtige Amt am 17. März erstmals eine weltweite Reisewarnung für touristische Reisen ausgesprochen. Für mehr als 30 europäische Länder wurde sie Mitte Juni zunächst wieder aufgehoben. Schon nach wenigen Wochen mussten die Reisewarnungen für die ersten Länder aber wegen steigender Infektionszahlen wieder reaktiviert werden. Inzwischen ist mehr als die Hälfte der EU-Länder betroffen. Spanien ist aber weiterhin der einzige Mitgliedstaat, der ganz zum Risikogebiet erklärt wurde.

Testpflicht für Rückkehrer: Zwei Möglichkeiten

Anfang August (6. August 2020) verkündete Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU),  dass Einreisende aus internationalen Corona-Risikogebieten sich von Samstag (8. August 2020) an bei der Rückkehr nach Deutschland auf das Coronavirus testen lassen müssen

Für Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten gilt generell schon seit einigen Wochen, dass sie sich beim Gesundheitsamt melden und Angaben zu Symptomen und einem eventuellen Corona-Test machen müssen.

Nun greift zudem eine Testpflicht bei der Heimkehr: Wer kein negatives Test-Ergebnis von kurz vor der Abreise dabei hat, muss sich nach der Ankunft in Deutschland testen lassen. Das heißt: Entweder man lässt sich noch im Urlaubsland höchstens 48 Stunden vor der Abreise testen und legt einen Negativ-Nachweis in deutscher oder englischer Sprache vor. Tests im Ausland sind aber selbst zu zahlen. Oder man lässt sich nach Rückkehr in Deutschland testen, was drei Tage lang kostenlos möglich ist.

Überblick: Diese Länder stuft das RKI aktuell als Risikogebiet ein 

Das "Robert-Koch-Institut (RKI)" teilt mit: "Die Einstufung als Risikogebiet basiert auf einer zweistufigen Bewertung. Zunächst wird festgestellt, in welchen Staaten/Regionen es in den letzten sieben Tagen mehr als 50 Neu-Infizierte pro 100.000 Einwohner gab."

In einem zweiten Schritt prüft das Auswärtige Amt, welche Maßnahmen in den entsprechenden Risikogebieten zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie getroffen werden. 

Folgende Länder stuft das "RKI" aktuell (Stand: 01. Oktober 2020) als Risikogebiet ein (europäische Länder gefettet): 

  • Afghanistan
  • Ägypten
  • Albanien
  • Algerien
  • Andorra (Fürstentum Andorra)
  • Angola
  • Äquatorialguinea
  • Argentinien
  • Armenien
  • Aserbaidschan
  • Äthiopien
  • Bahamas
  • Bahrain
  • Bangladesch
  • Belarus
  • Belgien 
  • Belize
  • Benin
  • Bhutan
  • Bolivien
  • Bosnien und Herzegowina
  • Brasilien
  • Bulgarien
    • Blagoevgrad
    • Rasgrad (ab 24. Oktober)
    • Sliven (ab 24. Oktober)
    • Sofia Stadt (ab 24. Oktober)
    • Targowischte
  • Burkina Faso
  • Burundi
  • Cabo Verde
  • Chile
  • Costa Rica
  • Côte d'Ivoire
  • Dänemark
    • Region Hovedstaden
  • Dominikanische Republik
  • Dschibuti
  • Ecuador
  • El Salvador
  • Eritrea
  • Estland
    • Jogeva (ab 24. Oktober)
  • Eswatini
  • Finnland
    • Region Österbotten 
  • Frankreich 
    • gesamtes Kontinentalfrankreich
    • Überseegebiet: Französisch-Guyana 
    • Überseegebiet: Guadeloupe
    • Überseegebiet: St. Martin
    • Überseegebiet: La Réunion
    • Überseegebiet Martinique 
  • Gabun
  • Gambia
  • Georgien
  • Ghana
  • Guatemala
  • Guinea
  • Guinea Bissau
  • Guyana
  • Haiti
  • Honduras
  • Indien
  • Indonesien
  • Irak
  • Iran
  • Irland (das gesamte Land ab 24. Oktober)
  • Island
  • Israel
  • Italien
    • Abrruzzen (ab 24. Oktober)
    • Aostatal (ab 24. Oktober)
    • Emilia-Romagna (ab 24. Oktober)
    • Friaul-Julisch Venetien (ab 24. Oktober)
    • Kampanien 
    • Latium (ab 24. Oktober)
    • Ligurien 
    • Lombardei (ab 24. Oktober)
    • Piemont (ab 24. Oktober)
    • Sardinien (ab 24. Oktober)
    • Toskana (ab 24. Oktober)
    • Venetien (ab 24. Oktober)
    • Autonome Provinz Bozen (seit 24. Oktober)
  • Jamaika
  • Jemen
  • Jordanien
  • Kamerun
  • Kasachstan
  • Katar
  • Kenia
  • Kirgisistan
  • Kolumbien
  • Komoren
  • Kongo DR
  • Kongo Rep
  • Korea (Volksrepublik)
  • Kosovo
  • Kroatien
    • Bjelovar-Bilogora (ab 24. Oktober)
    • Dubrovnik-Neretva
    • Grad (Stadt) Zagreb
    • Krapina-Zagorje
    • Lika-Senj
    • Medimurje
    • Požega-Slawonien
    • Sisak-Moslavina
    • Split-Dalmatien
    • Varaždin (ab  24. Oktober)
    • Virovitica-Podravina
    • Vukovar-Syrmien
    • Karlovac (ab 24. Oktober)
    • Osijek-Baranja (ab 24. Oktober)
    • Zagreb (ab24. Oktober)
  • Kuwait
  • Lesotho
  • Libanon
  • Liberia
  • Libyen
  • Liechtenstein  (ab  24. Oktober)
  • Litauen
    • Kaunas
    • Šiauliu 
  • Luxemburg
  • Madagaskar
  • Malawi
  • Malediven
  • Mali
  • Malta
  • Marokko
  • Mauretanien
  • Mexiko
  • Mongolei
  • Montenegro
  • Mosambik
  • Nepal
  • Nicaragua
  • Niederlande 
  • Niger
  • Nigeria
  • Nordmazedonien
  • Oman
  • Österreich
    • Burgenland (ab 24. Oktober)
    • Niederösterreich (ab 24. Oktober)
    • Oberösterreich (ab 24. Oktober)
    • Salzburg (ab 24. Oktober)
    • Steiermark (ab 24. Oktober)
    • Tirol mit Ausnahme der Gemeinde Jungholz 
    • Vorarlberg mit Ausnahme der Gemeinde Mittelberg / Kleinwalsertal 
    • Wien 
  • Pakistan
  • Palästinensische Gebiete
  • Panama
  • Papua-Neuguinea
  • Paraguay
  • Peru
  • Philippinen
  • Polen (ab 24. Oktober) 
  • Portugal
    • Lissabon
    • Norte
  • Republik Moldau
  • Rumänien
  • Russische Föderation
  • Sambia
  • São Tomé und Príncipe
  • Saudi-Arabien
  • Schweden
    • Jämtland 
    • Jönköping (ab 24. Oktober)
    • Örebro 
    • Östergötland (ab 24. Oktober)
    • Stockholm 
    • Uppsala 
  • Schweiz (ab 24. Oktober)
  • Senegal
  • Serbien
  • Sierra Leone
  • Simbabwe
  • Slowakai 
  • Slowenien
    • Gorenjska 
    • Goriška (ab 24. Oktober)
    • Jugovzhodna Slovenija
    • Koroška
    • Osrednjeslovenska 
    • Podravska 
    • Pomurska 
    • Posavska (ab 24. Oktober)
    • Primorsko-Notranjska 
    • Savinjska 
    • Zasavska
  • Somalia
  • Spanien mit Ausnahme der Kanarischen Inseln (seit 24. Oktober)
  • Südafrika
  • Sudan
  • Südsudan
  • Surinam
  • Syrische Arabische Republik
  • Tadschikistan
  • Tansania
  • Tschechien
  • Timor Leste (Osttimor)
  • Togo
  • Trinidad Tobago
  • Tschad
  • Tunesien
  • Türkei
  • Turkmenistan
  • Ukraine
  • Ungarn
    • Hauptstadt Budapest
    • Baranya 
    • Borsod-Abaúj-Zemplén
    • Csongrád-Csanád
    • Györ-Moson-Sopron
    • Hajdú-Bihar 
    • Heves (ab 24. Oktober)
    • Jász-Nagykun-Szolnok
    • Komárom-Esztergom 
    • Nógrád 
    • Pest 
    • Somogy (ab 24. Oktober)
    • Szabolcs-Szatmár-Bereg
    • Vas 
    • Veszprém 
    • Zala (seit 24. Oktober)
  • USA
  • Usbekistan
  • Venezuela
  • Vereinigte Arabische Emirate
  • Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland sowie Gibralta
    • Ausnahme: Isle of Man und die Kanalinseln (Guernsey, Jersey) (seit 24. Oktober)
  • Zentralafrikanische Republik

Corona-Risikogebiete: Was bedeuten die Reisewarnungen für Urlauber?

Die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes sind keine Reiseverbote. Die Behörden wollen Urlauber lediglich darauf hinweisen, dass sie auf eigene Verantwortung im jeweiligen Land unterwegs sind. Eine Reisewarnung kann für Urlauber allerdings Auswirkungen vor Ort haben: Beispielsweise kann die Reiserücktritts- oder Auslandskrankenversicherung betroffen sein: Mögliche Arztkosten im Reiseland können durch die Versicherung verweigert werden. Zudem ist die Kostenrückerstattung bei freiwilliger Stornierung der Reise eingeschränkt. "Wenn ich bei bestehender Reisewarnung buche, habe ich diese in Kauf genommen", erklärt Sabine Fischer-Volk, Expertin für Reiserecht, der Deutschen Presse-Agentur

Die Reisewarnung der Auswärtigen Amtes bezieht sich nicht nur auf das konkrete Infektionsgeschehen vor Ort, sondern auch auf daraus entstehenden Konsequenzen: Zum Beispiel kann es zu Einschränkungen im Flugverkehr kommen. Auch drastische Quarantäne-Maßnahmen vor Ort sind möglich. 

Corona-Test für Rückkehrer aus Risikogebiet

Ab Montag (3. August 2020) müssen sich Reise-Rückkehrer aus Urlaubsgebieten einem Corona-Test unterziehen. Das kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zuletzt an. "Wir müssen verhindern, dass Reiserückkehrer unbemerkt andere anstecken und so neue Infektionsketten auslösen", so Spahn.

Zuletzt wurden an zahlreichen Flughäfen Corona-Teststationen eingerichtet. Dort sind freiwillige Covid-19-Tests möglich, wie beispielsweise am Airport Nürnberg. 

Quarantäne nach Corona-Urlaub: Das ist zu beachten

Quarantäne-Vorschriften seien immer dann einzuhalten, wenn sich Urlauber innerhalb der vergangenen zwei Wochen vor der Einreise nach Deutschland in einem Risikogebiet aufgehalten hätten, teilt das Auswärtige Amt mit. Wichtig sei dabei die vom "RKI" veröffentlichte Liste an Risikogebieten. 

Urlauber, die aus Risikogebieten nach Deutschland zurückkehren müssen: 

  • "sich nach der Einreise in Deutschland unmittelbar an ihren Zielort begeben,"
  • "sich dort für 14 Tage häuslich isolieren und"
  • "sich per E-Mail oder Telefon bei der für Sie zuständigen Behörde, in der Regel das Gesundheitsamt am Wohnort bzw. Ort der Unterkunft, melden."

Alle aktuellen Informationen rund um Reisewarnungen und Urlaubshinweise der Bundesregierung finden Sie hier

Die Lage in den betroffenen Ländern kann sich schnell ändern. Für neue Reisewarnungen und Risikoeinschätzungen empfiehlt es sich, regelmäßig die Hinweise der Auswärtigen Amts und des RKI zu überprüfen. In der Corona-Krise ereignen sich auch sonst täglich neue Entwicklungen. Alles Wichtige zur Pandemie erfahren Sie im News-Ticker von inFranken.de.