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Reisetipps

Coronavirus: Was Sie jetzt bei der Reise- und Urlaubsplanung beachten müssen

Die Verunsicherung ist bei vielen Urlaubern angesichts des Coronavirus groß. Es stellt sich die Frage: Kann ich kostenlos stornieren oder soll ich die Reise antreten? Wir bei inFranken.de erklären, worauf nun zu achten ist.
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Der sonst volle Platz vor dem Mailänder Dom ist fast menschenleer.  Das Coronavirus sorgt dafür, dass beliebte Reiseziele von der Außenwelt abgeschottet sind.  Foto: Virginia Mayo/AP/dpa
Der sonst volle Platz vor dem Mailänder Dom ist fast menschenleer. Das Coronavirus sorgt dafür, dass beliebte Reiseziele von der Außenwelt abgeschottet sind. Foto: Virginia Mayo/AP/dpa

Zahlreiche Großveranstaltungen und Messen in Deutschland sind bereits abgesagt, etwa die Leipziger Buchmesse oder die weltgrößte Reisemesse der Welt, die ITB in Berlin. Die Verbreitung des Coronavirus soll damit eingedämmt werden. Das Coronavirus SARS CoV 2 breitet sich weltweit aus. Ein Überblick über die Lage in Franken, Deutschland und der ganzen Welt im Ticker von inFranken.de.

Dicht gedrängte Menschenmengen treffen aber nicht nur in Messehallen aufeinander, sondern auch auf Flughäfen, Bahnhöfen und in Hotels. Wie sieht es nun mit dem Urlaub aus? Wohin kann man noch reisen und was passiert mit einer bereits gebuchten Reise in ein Risikogebiet?

Coronavirus: Risikogebiete und Reisewarnung

Von "unnötigen" Reisen wird im Moment vom richtungsweisenden Institut, dem Robert-Koch-Institut (RKI), abgeraten. Das RKI stuft China, Südkorea, Iran und Italien als Risikogebiet ein. Italiens Regierung weitet derweil die Sperrzone von Norditalien auf das ganze Land aus.

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Das Auswärtige Amt rät von einer Reise nach Italien ab, ohne eine explizite Reisewarnung auszusprechen. Ebenso sollte man Reisen in Länder mit geringen hygienischen Standards meiden.

Einige Länder haben Einreisestopps für deutsche Staatsangehörige verhängt: Israel lässt seit dem 6. März keine Menschen aus Deutschland mehr ins Land, außer diese können sich dort in 14-tägige häusliche Quarantäne begeben. Eine Hotelbuchung reicht dafür nicht aus. De facto wurde hier ein Einreiseverbot ausgesprochen.

Weitere Einreiseverbote und Quarantänezwang

Auch bei Einreise in das afrikanische Uganda "müssen sich Reisende seit dem 7. März 2020 in eine 14-tägige Selbst-Quarantäne begeben. Die Nichtbefolgung führt zur zwangsweisen Einweisung in institutionelle Quarantäne auf eigene Kosten", heißt es hier vom Auswärtigen Amt. Das Königreich Bhutan, am östlichen Rand des Himalayas, hat allen ausländischen Touristen vorerst die Einreise untersagt, ebenso der zentralamerikanische Kleinstaat El Salvador.

Wer nach Moskau einreist, soll sich in 14-tägige Quarantäne begeben. Dies gilt aber nur für die Hauptstadt. Wer in eine andere Stadt Russlands einreist, bleibt von dieser Maßnahme bislang verschont. Vietnam hat am 9. März vorübergehend beschlossen, die Visafreiheit für Deutsche auszusetzen.

Wer nach Tschechien oder Polen möchte, muss mit Kontrollen rechnen. An der tschechischen Grenze wird bei Corona-Verdacht die Einreise verwehrt, in Polen muss mit einer Einweisung in ein Krankenhaus gerechnet werden.

Pauschalreise, Städtetrip und Rücktrittsversicherung

Urlauber mit Pauschalreisen in gesperrte Gebiete wenden sich direkt an ihren Veranstalter. Diese müssen aufgrund der außergewöhnlichen Umstände keinen Schadensersatz zahlen, aber Umbuchungen gestatten oder den Reisepreis zurückzahlen.

Auch Städtetrips, bei denen der Höhepunkt der Reise wegfällt - zum Beispiel geschlossene Museen oder Sehenswürdigkeiten -, können storniert werden, entschied der Bundesgerichtshof im Januar 2018.

Für Individualreisen, also Einzelbuchungen bei Hotel, Bahn und Flug, muss eine Reisewarnung vorliegen, um kostenfrei stornieren zu können. Bei Einreisesperren wie nach Italien, liegt höhere Gewalt vor. Dies lässt nach deutschem Recht die kostenfreie Stornierung zu. "Auch eine Hotelbuchung lässt sich bei einer behördlichen Einreisesperre kostenlos stornieren, weil die Unterkunft gar nicht mehr erreichbar ist", erläutert Reiserechtsexperte Ernst Führich bei sz.de.

Übrigens hilft eine Reiserücktrittsversicherung bei bloßer Angst vor der Ansteckung nicht. Auch bei höherer Gewalt und Einreisesperren kommt sie in den meisten Fällen nicht zur Anwendung. Die Rücktrittsversicherung gilt meistens nur, wenn der Urlauber bereits selbst erkrankt ist - zum Beispiel an Corona oder Influenza - und die Reise deshalb nicht antreten kann.

Zusammengefasst bedeutet dies, dass bei einer Reisewarnung und Einreisesperre der Anbieter einspringt und bei einer Erkrankung die Versicherung.

Immer mehr Veranstalter bieten auch gelockerte Stornierungs- oder Umbuchungsbedingungen an. So möchten die Airlines, Bahnunternehmen und Veranstalter mehr Leute dazu bewegen, ihren Urlaub zu planen. Hierbei zeigen sich immer mehr Unternehmen angesichts der Ausnahmesituation kulant. Die Österreichische Bundesbahn lässt etwa eine kostenlose Stornierung für Fahrten von und nach Italien bis einschließlich Donnerstag, 12. März, zu.

Bei den großen Online-Reiseportalen wie Booking.com ist eine Stornierung oft relativ unkompliziert. Die kostenlose Stornierungsoption können Urlauber bei der Buchung für wenig Geld hinzufügen. Zahlreiche Hotelportale bieten diese Möglichkeit ebenfalls an.

Urlaub riskieren?

Empfiehlt es sich nun, Urlaub in Risikogebiete oder angrenzende Regionen zu buchen oder bereits gebuchte Reisen anzutreten? Die Preise für Hotels in Italien und auch Flüge nach Südostasien sind aufgrund der Corona-Krise tendenziell tiefer als sonst.

Andererseits streichen zahlreiche Airlines wie Lufthansa Verbindungen in Corona-Regionen wie rund um Mailand, Venedig und China. Sollte sich das Virus also in andere beliebte Urlaubsregionen ausbreiten, könnte das ähnliche Folgen für diese Ziele nach sich ziehen. Auch muss Reisenden klar sein, dass sie sich nach einem Aufenthalt in einer von Corona betroffenen Region oft in eine zweiwöchige, häusliche Quarantäne begeben müssen.

Fazit

Die derzeitigen Maßnahmen der Reiseindustrie sind also kostenlose Umbuchungs- und Stornierungsmöglichkeiten. Diese sollten Urlauber in Betracht ziehen. Gleichzeitig sollten sie die Entwicklungen in der Urlaubsregion sowie die Seite des Auswärtigen Amts und des Robert-Koch-Instituts genau beobachten.

*Hinweis: Die in diesem Artikel bereitgestellten Buchungs-Links sind sogenannte Affiliate-Links/Werbelinks. Wenn Sie auf einen dieser Links klicken und dann eine Unterkunft buchen, bekommen wir eine Provision von einem Kooperationspartner (z. B. Booking.com, lastminute.de oder hotel.de) nach Abschluss des Aufenthalts. Für Sie ändert sich dadurch nichts am Preis.

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