Die Bundesregierung stuft weitere Ländern in der EU und auch außerhalb als Risikogebiet ein. Auch zahlreiche Nachbarländer Deutschlands stehen mittlerweile auf der Liste. Ab dem 1. November gelten fast ganz Österreich und Italien als Risikogebiet. Das Robert Koch-Institut aktualisierte seine Risikoliste entsprechend.

Die Bundesregierung hat Österreich bis auf zwei kleine Exklaven und fast ganz Italien wegen dramatisch steigender Infektionszahlen ab diesem Sonntag (01. November 2020) zu Corona-Risikogebieten erklärt. Mit Kroatien, Slowenien, Ungarn, Bulgarien und Zypern werden zudem fünf EU-Länder komplett auf die Risikoliste gesetzt, wie das Robert Koch-Institut am Freitag (30. Oktober 2020) auf seiner Internetseite mitteilte.

Reisewarnung für fast ganz Österreich und Italien ab November

In Griechenland, Portugal, Schweden, Lettland, Litauen und Dänemark wurden einzelne Regionen als Riskogebiet eingestuft. Außerhalb der EU gilt ab November eine Warnung für Monaco.

Erst am Mittwoch (28. Oktober 2020) hatte die Bundesregierung bekannt gegeben, dass die Reisewarnung für die ganze Türkei am 9. November wieder in Kraft treten wird. Die bisher bestehende Ausnahmeregelung für die Touristenregionen Aydin, Izmir, Mugla und Antalya am Mittelmeer würden nur noch bis zum 8. November gelten, teilte das Auswärtige Amt in seinen Reisehinweisen für die Türkei im Internet mit.

Zuletzt wurden bereits Deutschlands Nachbarländer Polen und Schweiz zu Corona-Risikogebieten erklärt. Auch Großbritannien bis auf die Kanalinseln und Überseegebiete, ganz Irland und Liechtenstein gelten als Risikogebiete. Hinzu kommen einzelne Regionen in Estland und Schweden.

Die Kanarischen Inseln werden dagegen von der Risikoliste gestrichen, wie das Robert Koch-Institut am Donnerstag auf seiner Internetseite mitteilte. Mit den neuen Entscheidungen der Bundesregierung kommen alle Grenzgebiete zu Deutschland außer die in Dänemark auf die Risikoliste.

Pauschale Reisewarnung ab sofort nicht mehr gültig

Ab dem 1. Oktober 2020 wurde zudem die pauschale Reisewarnung für mehr als 160 Länder außerhalb der EU aufgehoben. Ein Land oder eine Region gelten nun erst als Risikogebiet, wenn dort der Grenzwert von 50 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschritten wurde. Aktuell sind davon 130 Länder ganz oder teilweise betroffen.

Für etwa 50 weitere Länder wird unabhängig von der Infektionslage von Reisen abgeraten. Der Grund: Dort gelten noch Einreisebeschränkungen oder eine Ausreisesperre in die EU. Zu dieser Staatengruppe gehört beispielsweise das beliebte Winterurlaubsland Thailand, wo es kaum Corona-Infektionen gibt, aber ausländische Touristen auch nicht einreisen dürfen.

Wann wird man zu Risikogebiet erklärt?

Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat. Die Warnung des Auswärtigen Amtes vor "nicht notwendigen, touristischen Reisen" dorthin folgt in der Regel nach kurzer Zeit.

Reisende, die aus Risikogebieten zurückkehren, müssen sich 48 Stunden vor oder nach der Einreise auf Corona testen lassen und dann in Quarantäne bleiben, bis das Ergebnis da ist. Eine Reisewarnung ist zwar kein Verbot, soll aber eine erhebliche abschreckende Wirkung haben. Allerdings hat sie auch eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Reisenden, Buchungen für Pauschalreisen kostenlos zu stornieren.

Alle Reisewarnungen finden Sie auf der Seite des Auswärtigen Amtes.

Nach Ausbruch der Corona-Pandemie hatte das Auswärtige Amt am 17. März erstmals eine weltweite Reisewarnung für touristische Reisen ausgesprochen. Für mehr als 30 europäische Länder wurde sie Mitte Juni zunächst wieder aufgehoben. Schon nach wenigen Wochen mussten die Reisewarnungen für die ersten Länder aber wegen steigender Infektionszahlen wieder reaktiviert werden. Inzwischen ist mehr als die Hälfte der EU-Länder betroffen. Spanien ist aber weiterhin der einzige Mitgliedstaat, der ganz zum Risikogebiet erklärt wurde.

Testpflicht für Rückkehrer: Zwei Möglichkeiten

Anfang August (6. August 2020) verkündete Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU),  dass Einreisende aus internationalen Corona-Risikogebieten sich von Samstag (8. August 2020) an bei der Rückkehr nach Deutschland auf das Coronavirus testen lassen müssen

Für Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten gilt generell schon seit einigen Wochen, dass sie sich beim Gesundheitsamt melden und Angaben zu Symptomen und einem eventuellen Corona-Test machen müssen.

Nun greift zudem eine Testpflicht bei der Heimkehr: Wer kein negatives Test-Ergebnis von kurz vor der Abreise dabei hat, muss sich nach der Ankunft in Deutschland testen lassen. Das heißt: Entweder man lässt sich noch im Urlaubsland höchstens 48 Stunden vor der Abreise testen und legt einen Negativ-Nachweis in deutscher oder englischer Sprache vor. Tests im Ausland sind aber selbst zu zahlen. Oder man lässt sich nach Rückkehr in Deutschland testen, was drei Tage lang kostenlos möglich ist.

Überblick: Diese Länder stuft das RKI aktuell als Risikogebiet ein 

Das "Robert-Koch-Institut (RKI)" teilt mit: "Die Einstufung als Risikogebiet basiert auf einer zweistufigen Bewertung. Zunächst wird festgestellt, in welchen Staaten/Regionen es in den letzten sieben Tagen mehr als 50 Neu-Infizierte pro 100.000 Einwohner gab."

In einem zweiten Schritt prüft das Auswärtige Amt, welche Maßnahmen in den entsprechenden Risikogebieten zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie getroffen werden. 

Folgende Länder stuft das "RKI" aktuell (Stand: 01. Oktober 2020) als Risikogebiet ein (europäische Länder gefettet): 

  • Afghanistan
  • Ägypten
  • Albanien
  • Algerien
  • Andorra (Fürstentum Andorra)
  • Angola
  • Äquatorialguinea
  • Argentinien
  • Armenien
  • Aserbaidschan
  • Äthiopien
  • Bahamas
  • Bahrain
  • Bangladesch
  • Belarus
  • Belgien 
  • Belize
  • Benin
  • Bhutan
  • Bolivien
  • Bosnien und Herzegowina
  • Brasilien
  • Bulgarien (ab 1. November)
  • Burundi
  • Cabo Verde
  • Chile
  • Costa Rica
  • Côte d'Ivoire
  • Dänemark
    • Region Hovedstaden
    • Region Nordjylland (seit 1. November)
  • Dominikanische Republik
  • Dschibuti
  • Ecuador
  • El Salvador
  • Eritrea
  • Eswatini
  • Finnland
    • Region Österbotten 
  • Frankreich 
    • gesamtes Kontinentalfrankreich
    • Überseegebiet: Französisch-Guyana 
    • Überseegebiet: Guadeloupe
    • Überseegebiet: St. Martin
    • Überseegebiet: La Réunion
    • Überseegebiet Martinique 
  • Gabun
  • Gambia
  • Georgien
  • Ghana
  • Griechenland
    • West-Makedonien (ab 1. November)
  • Guatemala
  • Guinea
  • Guinea Bissau
  • Guyana
  • Haiti
  • Honduras
  • Indien
  • Indonesien
  • Irak
  • Iran
  • Irland 
  • Island
  • Israel
  • Italien (ab 1. November mit Ausnahme der Region Kalabrien)
  • Jamaika
  • Jemen
  • Jordanien
  • Kamerun
  • Kasachstan
  • Katar
  • Kenia
  • Kirgisistan
  • Kolumbien
  • Komoren
  • Kongo DR
  • Kongo Rep
  • Korea (Volksrepublik)
  • Kosovo
  • Kroatien (ab 1. November)
  • Kuwait
  • Lesotho
  • Lettland
    • Latgale (ab 1. November)
    • Riga (ab 1. November)
    • Vidzeme (ab 1. November)
  • Libanon
  • Liberia
  • Libyen
  • Liechtenstein
  • Litauen
    • Kaunas
    • Klaipéda (ab 1. November)
    • Marijanpolé (ab 1. November)
    • Šiauliu
    • Telšiai (ab 1. November)
    • Vilnius (ab 1. November)
  • Luxemburg
  • Madagaskar
  • Malawi
  • Malediven
  • Mali
  • Malta
  • Marokko
  • Mauretanien
  • Mexiko
  • Monaco (ab 1. November)
  • Mongolei
  • Montenegro
  • Mosambik
  • Nepal
  • Nicaragua
  • Niederlande 
  • Niger
  • Nigeria
  • Nordmazedonien
  • Oman
  • Österreich (ab 1. November mit Ausnahme der Gemeinden Jungholz und Mittelberg/Kleinwalsertal)
  • Pakistan
  • Palästinensische Gebiete
  • Panama
  • Papua-Neuguinea
  • Paraguay
  • Peru
  • Philippinen
  • Polen 
  • Portugal
    • Centro (ab 1. November)
    • Lissabon
    • Norte
  • Republik Moldau
  • Rumänien
  • Russische Föderation
  • Sambia
  • San Marino
  • São Tomé und Príncipe
  • Saudi-Arabien
  • Schweden
    • Dalarna (ab 1. November)
    • Halland (ab 1. November)
    • Jämtland 
    • Jönköping 
    • Örebro 
    • Östergötland 
    • Skåne (ab 1. November)
    • Stockholm 
    • Uppsala 
    • Västmanland (ab 1. November)
    • Västra Götaland (ab 1. November)
  • Schweiz
  • Senegal
  • Serbien
  • Sierra Leone
  • Simbabwe
  • Slowakei 
  • Slowenien (ab 1. November)
  • Somalia
  • Spanien mit Ausnahme der Kanarischen Inseln
  • Südafrika
  • Sudan
  • Südsudan
  • Surinam
  • Syrische Arabische Republik
  • Tadschikistan
  • Tansania
  • Tschechien
  • Timor Leste (Osttimor)
  • Togo
  • Trinidad Tobago
  • Tschad
  • Tunesien
  • Türkei (ohne Ausnahmen ab 9. November)
  • Turkmenistan
  • Ukraine
  • Ungarn (ab 1. November)
  • USA
  • Usbekistan
  • Vatikan/ Heiliger Stuhl (ab 1. November)
  • Venezuela
  • Vereinigte Arabische Emirate
  • Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland sowie Gibralta
    • Ausnahme: Isle of Man und die Kanalinseln (Guernsey, Jersey) (seit 24. Oktober)
  • Zentralafrikanische Republik
  • Zypern

Corona-Risikogebiete: Was bedeuten die Reisewarnungen für Urlauber?

Die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes sind keine Reiseverbote. Die Behörden wollen Urlauber lediglich darauf hinweisen, dass sie auf eigene Verantwortung im jeweiligen Land unterwegs sind. Eine Reisewarnung kann für Urlauber allerdings Auswirkungen vor Ort haben: Beispielsweise kann die Reiserücktritts- oder Auslandskrankenversicherung betroffen sein: Mögliche Arztkosten im Reiseland können durch die Versicherung verweigert werden. Zudem ist die Kostenrückerstattung bei freiwilliger Stornierung der Reise eingeschränkt. "Wenn ich bei bestehender Reisewarnung buche, habe ich diese in Kauf genommen", erklärt Sabine Fischer-Volk, Expertin für Reiserecht, der Deutschen Presse-Agentur

Die Reisewarnung der Auswärtigen Amtes bezieht sich nicht nur auf das konkrete Infektionsgeschehen vor Ort, sondern auch auf daraus entstehenden Konsequenzen: Zum Beispiel kann es zu Einschränkungen im Flugverkehr kommen. Auch drastische Quarantäne-Maßnahmen vor Ort sind möglich. 

Corona-Test für Rückkehrer aus Risikogebiet

Ab Montag (3. August 2020) müssen sich Reise-Rückkehrer aus Urlaubsgebieten einem Corona-Test unterziehen. Das kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zuletzt an. "Wir müssen verhindern, dass Reiserückkehrer unbemerkt andere anstecken und so neue Infektionsketten auslösen", so Spahn.

Zuletzt wurden an zahlreichen Flughäfen Corona-Teststationen eingerichtet. Dort sind freiwillige Covid-19-Tests möglich, wie beispielsweise am Airport Nürnberg. 

Quarantäne nach Corona-Urlaub: Das ist zu beachten

Quarantäne-Vorschriften seien immer dann einzuhalten, wenn sich Urlauber innerhalb der vergangenen zwei Wochen vor der Einreise nach Deutschland in einem Risikogebiet aufgehalten hätten, teilt das Auswärtige Amt mit. Wichtig sei dabei die vom "RKI" veröffentlichte Liste an Risikogebieten. 

Urlauber, die aus Risikogebieten nach Deutschland zurückkehren müssen: 

  • "sich nach der Einreise in Deutschland unmittelbar an ihren Zielort begeben,"
  • "sich dort für 14 Tage häuslich isolieren und"
  • "sich per E-Mail oder Telefon bei der für Sie zuständigen Behörde, in der Regel das Gesundheitsamt am Wohnort bzw. Ort der Unterkunft, melden."

Alle aktuellen Informationen rund um Reisewarnungen und Urlaubshinweise der Bundesregierung finden Sie hier

Die Lage in den betroffenen Ländern kann sich schnell ändern. Für neue Reisewarnungen und Risikoeinschätzungen empfiehlt es sich, regelmäßig die Hinweise der Auswärtigen Amts und des RKI zu überprüfen. In der Corona-Krise ereignen sich auch sonst täglich neue Entwicklungen. Alles Wichtige zur Pandemie erfahren Sie im News-Ticker von inFranken.de.