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Die schmutzigen Tricks der Supermärkte: So manipulieren sie unser Kaufverhalten

Die Tricks der Supermärkte: Von schöner Musik über knallige Schildchen bis hin zu riesigen Einkaufswagen, die Supermärkte und Discounter versuchen auf vielfältige Art und Weise, das Kaufverhalten ihrer Kunden zu manipulieren.
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Wer seinen Einkauf nicht plant, kauft in der Regel mehr als er tatsächlich braucht: Wer kennt das nicht? Eigentlich will man nur schnell durch den Supermarkt gehen und die Einkaufsliste abarbeiten. An der Kasse stellt man dann fest: Der Einkaufswagen ist mit doppelt so vielen Produkten beladen, wie eigentlich geplant. Doch wieso passiert uns das immer wieder?

Klar ist: Supermärkte wollen Gewinn machen - und das so effizient wie möglich. Das Ziel ihrer Kunden ist das Gegenteil: Sie wollen möglichst viele Produkte für kleines Geld erwerben. Im Laufe der Zeit haben die Supermarkt-Riesen verschiedene psychologische Tricks etabliert, die unser Unterbewusstsein manipulieren und dadurch unser Kaufverhalten beeinflussen. Welche das sind, erfahren Sie in diesem Artikel.

Mit diesen 8 Tricks wollen Supermärkte unser Kaufverhalten manipulieren

1. Frische Backwaren im Eingangsbereich

Es gibt heute kaum einen Discounter oder Supermarkt ohne eine kleine Bäckerei oder eine Backstation. Häufig befinden sich diese im Eingangsbereich oder in der Nähe der Kasse. Der Trick dahinter: Die frischen Backwaren verbreiten angenehme Gerüche, wenn wir den Laden betreten, und wir bekommen Appetit - wer hungrig einkauft, der kauft mehr.

2. Zu große Einkaufswagen, die gefüllt werden sollen

Die Einkaufswagen in Supermärkten sind oft viel zu groß, und kleine Körbe gibt es, vor allem in Discountern, häufig nicht. Die Produkte gehen so regelrecht unter. Wenige Artikel im großen Einkaufswagen geben uns das Gefühl, mehr einkaufen zu müssen.

Tipp: Für kleine Einkäufe reicht ein Stoffbeutel oder ein Einkaufskorb völlig aus.

3. Wohlfühlatmosphäre: Angenehme Temperatur und schöne Musik

Warum die Obst- und Gemüseabteilung meist ziemlich am Anfang eines Ladens aufgebaut ist? Die bunt leuchtenden frischen Lebensmittel haben eine angenehme Wirkung auf uns. Unser Unterbewusstsein reagiert aber auf noch viel mehr beim Einkauf: So wird meist Musik gespielt, die uns entschleunigen soll. Der Kunde soll dadurch mehr Zeit im Supermarkt verbringen. Übrigens: In Neuseeland gibt es ein völlig neues Supermarkt-Konzept, in dem bewusst auf Musik verzichtet wird. Was dahinter steckt, lesen Sie hier. Auch die Temperatur spielt im Supermarkt und Discounter eine entscheidende Rolle: Die Temperatur im Laden liegt konstant bei 19 Grad. So ist es weder zu kalt, noch zu warm.

4. Die Streck- und Bückware

Wer träge ist, sich beim Einkaufen nur ungern streckt oder bückt, zahlt am Ende mehr. Das zeigt ein regelrechter Klassiker der Supermarkt-Fallen. Denn auf Augenhöhe liegt lediglich Markenware. Die sogenannte Streck- und Bückware ganz oben und ganz unter im Regal ist zwar preiswerter, aber nur schwer zu erreichen. Wer es eilig hat, nimmt oft nur die Ware auf Augenhöhe wahr.

5. "Sonderangebot" - Bunte Hinweise lenken unser Kaufverhalten

Supermärkte locken mit angeblichen Sonderangeboten: Rote oder gelbe Preisschilder deuten nicht zwingend auf Preisreduzierungen hin. Auch Bezeichnungen wie "handverlesen" oder "nach spezieller Rezeptur" sind oftmals keine besseren Produkte, sondern sollen lediglich zum Kaufen anregen.

6. Regelmäßige Umgestaltungen

In regelmäßigen Abständen wird umgeräumt und am perfekten Supermarkt gearbeitet. In vielen Supermärkten haben sich mittlerweile sogenannte Kundenstopper etabliert. Darunter versteht man Körbe und kleine Ausstellungsinseln, die mitten im Gang platziert sind. So zum Beispiel Zutaten zum Plätzchenbacken während der Weihnachtszeit.

7. "Quengelware" direkt an der Kasse

Von Schokoriegeln über alkoholische Getränke und Kondome bis hin zu Batterien - beim Anstehen an der Kasse packen wir oftmals noch Dinge aufs Band, die wir eigentlich gar nicht kaufen wollten. Aber Batterien kann man schließlich immer brauchen, oder? Die Supermarktbetreiber platzieren diese Produkte bewusst an der Kasse - und Süßigkeiten häufig auf Höhe der Kinderaugen. Doch nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene lassen sich an der Supermarktkasse gerne zum Kauf verleiten.

8. Vorgetäuschte Qualität durch veraltete oder überflüssige Siegel

Neben Bio- oder Fairtrade Siegeln gibt es auch vermeintliche Gütesiegel, die weniger aussagekräftig sind. Hat ein Produkt vor einigen Jahren einen Test mit "gut" gewonnen, erfahren wir nicht, ob vergleichbare Produkte möglicherweise noch besser abgeschnitten haben oder ob die aktuelle Version dieses Produkts noch dieselbe Qualität aufweist. Darüber hinaus gibt es Label, die als umstritten gelten oder überhaupt keine geprüften Siegel sind.

Auch interessant: Welcher Supermarkt oder Discounter ist am günstigsten? inFranken.de beantwortet diese Frage mit einem großen Preisvergleich, für den wir beliebte Markenprodukte bei Kaufland, Aldi, Edeka, Rewe und Lidl in den Einkaufswagen gelegt haben.

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