Zurzeit sind überall in Deutschland wieder auffällig viele Wespen anzutreffen. Noch bis zum Herbst werden sie verstärkt hinter süßen Lebensmitteln und Getränken her sein. Was für die Wespen ein gutes Jahr bedeutet, ist für die meisten Menschen eher eine lästige und beängstigende Plage. Doch auch wenn die Tiere als sehr aggressiv gelten, so sind sie doch nützlich und dürfen laut Gesetz nicht einfach getötet werden.

Von acht heimischen sozialen Wespenarten sind nur zwei von der nervigen Sorte - nämlich die Deutsche und die Gemeine Wespe. Alle anderen fliegen eher auf Blüten statt auf Süßes und sind somit ebenso Bestäuber von Obstbäumen und Beerensträuchern wie auch die allseits bekannten Bienen - sie verhelfen uns also ganz nebenbei zu einer reichen Obsternte. Doch was kann man tun, wenn man von einer Wespe gestochen wurde? In unseren Ratgeber lesen Sie Erste-Hilfe-Tipps.

Wann sind Wespen besonders scharf auf unser Essen?

Solange sie ihre Brut füttern müssen, bekommen wir die Gemeine und die Deutsche Wespe normalerweise nie zu Gesicht. Dann benötigen sie eiweißreiches Futter, weshalb sie sich höchstens mal ein Bröckchen Fleisch aus dem Grillsteak herausschneiden. Doch, zu Gunsten der Förster, fangen sie vor allem Insekten wie Baumschädlinge. Ab Ende August müssen sie ihre Brut nicht mehr großziehen und sie suchen Nahrung für sich selbst. Diese finden sie dann in süßer energiereicher Nahrung - anders als Bienen, die ihre Brut lediglich mit Pollen und Nektar füttern. Tipp: Besser nichts Verlockendes offen herumstehen lassen.

Der Mensch als solcher ist für die Wespen relativ uninteressant, wenngleich sich einige Menschen von den Insekten gestört fühlen. Einfach zuschlagen sollte man jedoch nicht, denn Wespen stehen ebenso wie Bienen, Hummeln und Hornissen unter Naturschutz. Auch die Nester der Wespen dürfen nicht einfach ohne Weiteres vernichtet werden. Besser sucht macht man einen Wespenberater auf, der eine professionelle Umsiedlung durchführt. Bei falscher Handhabung tun die Tiere sonst selbstverständlich alles um ihre Brut zu verteidigen.

Wespen unter Artenschutz

Der allgemeine Artenschutz des § 39 I Ziffer 1 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) verbietet es, wildlebende Tiere und damit grundsätzlich auch Wespen mutwillig zu beunruhigen und ohne vernünftigen Grund zu verletzen oder gar zu töten. Was einen solchen "vernünftigen" Grund darstellt, muss jeweils im Einzelfall geklärt werden. Der Tierschutz sollte aber immer bedacht werden.

Bestimmte Arten wie die Kreisel- und Knopfhornwespen sind darüber hinaus naturschutzrechtlich besonders geschützt. Diese Tiere dürfen weder gefangen, noch dürfen ihre Nester beschädigt oder zerstört werden.

Wespen töten kann teuer werden

Wer sich nicht an die Vorschriften hält, wird entsprechend zur Kasse gebeten. Im Fall des widerrechtlichen Vernichtens von Wespen kann dem Betroffenen laut Bußgeldkatalog ein Bußgeld zwischen 5.000 und 65.000 Euro in Rechnung gestellt werden. Wie viel Geld tatsächlich eingefordert wird, hängt auch hier immer vom Einzelfall ab.

Für Allergiker besteht im Falle eines Wespenstichs sogar Lebensgefahr. Hier muss daher eine Ausnahme gelten. Bevor man sich selbst in Gefahr begibt, ist für Allergiker die Tötung erlaubt.