• In Deutschland gibt es rund 70 Marienkäfer-Arten
  • 20 Arten sind bereits bei uns bedroht
  • Asiatischer Marienkäfer verdrängt einheimische Arten
  • Marienkäfer sind nützlich bei der Schädlingsbekämpfung

Welches Symbol steht für Glück? Da fällt einem sofort der Marienkäfer ein. Wohl kaum ein anderer Käfer ist in Deutschland so beliebt, wie der Marienkäfer. Im deutschen Volksmund sind zahlreiche assoziative Namen für den beliebten Käfer bekannt und im Umlauf. Aufgrund der roten Farbe des Käfers gilt er außerdem als Symbol für die Liebe. Gerade der Siebenpunkt wird mit den sieben Punkten als Glückssymbol oder Symbol von Heiligkeit verehrt. Aus diesem Grund heißt er übrigens "Marienkäfer". Früher dachte man sogar, der Käfer wäre wegen seiner Nützlichkeit als Schädlingsbekämpfer ein Geschenk für die Landwirte von der Gottesmutter Maria. Ihr zu Ehren kam er zu seinem Namen. In vielen Liedern wird der Marienkäfer besungen, in vielen Gedichten gehuldigt. Mittlerweile steht es aber in Deutschland nicht mehr gut um die einheimischen Marienkäferarten. Sie werden vom eingeschleppten asiatischen Marienkäfer verdrängt.

Marienkäfer verschwinden: Ein Asiat ist auf dem Vormarsch

2001 wurde der erste asiatische Marienkäfer in Europa (konkret: in Belgien) gefunden. Bereits ein Jahr später war er teilweise in Massen in Westdeutschland zu sehen. Das war der Startschuss für die rasante Verbreitung in ganz Europa. Der asiatische Marienkäfer wurde gezielt bei uns angesiedelt, um Schädlinge wie Blattläuse zu vertilgen. Dafür wurden die Käfer sogar vermarktet.

Dass das Ansiedeln der asiatischen Marienkäfer Probleme mit sich bringen könnte, hatte man einfach nicht bedacht. Mittlerweile ist er fast weltweit zu finden.

Ein einzelner asiatischer Marienkäfer frisst bis zu 270 Blattläuse am Tag. Da er nicht wählerisch ist, verschmäht er außerdem die Larven, Puppen und Eier einheimischen Marienkäfer nicht. Ein einheimischer Siebenpunkt schafft im Vergleich zum asiatischen Marienkäfer gerade mal bis zu 50 Blattläuse am Tag. Als wäre das nicht schon genug, haben die eingeschleppten asiatischen Marienkäfer Parasiten im Gepäck, gegen die unsere einheimischen Marienkäfer nichts entgegenzusetzen haben.

Warum setzt sich der asiatische Marienkäfer durch? 

Fressfeinde haben die asiatischen Marienkäfer hingegen wenig. Die rot-schwarze Farbkombination schreckt schon mal viele potenzielle Fressfeinde ab. Nützt diese Warnung nichts, gibt der Marienkäfer ein übelriechendes und -schmeckendes Sekret ab. Das können unsere einheimischen Arten übrigens auch.

Allerdings ist der asiatische Marienkäfer schon als Larve in nahezu allen Belangen unseren einheimischen Marienkäfer-Arten überlegen und setzt sich gegen sie durch. Die Folge: Der asiatische Marienkäfer ist auf seinem Vormarsch nicht mehr aufzuhalten und verdrängt unsere einheimischen Marienkäfer-Arten immer mehr.