• Asiatische Tigermücke überträgt gefährliche Krankheiten
  • Insekt breitet sich auch in Bayern immer weiter aus
  • Erste Stadt trifft stärkere Vorkehrungen: Gefäße mit Regenwasser austrocknen
  • Landesamt für Gesundheit gibt Tipps: So gehst du gegen die Brutstätten vor
  • Mithelfen und verdächtige Mücken melden

Aufgrund des Klimawandels breitet sich die asiatische Tigermücke in Deutschland immer weiter aus - gerade auch in Bayern. Das Tier gilt als Überträger des gefährlichen Dengue-Fiebers sowie weiterer Virus-Erkrankungen und hat deshalb bereits den Technik-Pionier Bill Gates den Beinamen "tödlichstes Tier der Welt" erhalten. Im Kampf gegen die aggressive Art erweitert die Stadt München jetzt sogar ihre Maßnahmen und hofft dabei auch auf die Mitarbeit der Bevölkerung.

Update vom 22. Juli 2022: Stadt München geht stärker gegen gefährliche Tigermücke vor

Die asiatische Tigermücke ist in Bayern weiter auf dem Vormarsch. Wie der Münchner Merkur berichtet, ist das gefährliche Insekt bereits an zwölf Standorten im Freistaat gemeldet worden. Die Stadt München hat auf die Ausbreitung der Mückenart bereits reagiert und ihre Maßnahmen zur Bekämpfung ausgeweitet. In den sozialen Medien warnte das Gesundheitsreferat vor dem Tier und gibt Hinweise, um seine Ausbreitung zu verhindern. Auch seien etwa Fallen an städtischen Friedhöfen aufgestellt worden.

Gefäße mit abgestandenem Wasser sind der perfekte Brutplatz für die aggressive Tigermücke. Grabbesitzer, aber auch Besitzer von Balkonen und Gärten werden deshalb unter anderem gebeten, Regenwasser-Behälter auszuleeren und trocken zu halten oder zumindest wöchentlich das Wasser auszutauschen. Auf Friedhöfen gelten außerdem noch zahlreiche andere Anweisungen. So sollen etwa auch Blumentopfuntersetzer mit Sand oder Kies aufgefüllt werden und geschlossene Weihwasserschalen umgestellt werden.

Im Vergleich zu den Stichen heimischer Stechmücken seien die Stiche der asiatischen Tigermücke intensiver, erklärt Jens Gerhardt vom Gesundheitsschutz  München. Außerdem übertrage sie gefährliche Krankheiten. Deshalb wolle man die weitere Ansiedelung des Tieres hier verhindern. Was du gegen juckende und schmerzende Insektenstiche tun kannst, erfährst du hier.

Meldung vom 07. Juli 2022: Asiatische Tigermücke: Insekt vermehrt sich in Süddeutschland

Es ist mittlerweile fast 14 Jahre her, dass die Tigermücke das erste Mal in Deutschland gesichtet wurde. Damals entdeckte man das Tier auf einem Autobahnrastplatz bei Weil am Rhein. Seitdem tauchten immer größere Populationen der Tigermücke, auch im Süden Deutschlands, auf. Im Süden Europas ist sie schon in sehr weiten Teilen verbreitet.

Die Mücke kann neben dem Dengue-Fieber auch Chikungunya- und Zika-Viren übertragen. Diese tauchen bisher in Deutschland zwar kaum auf, könnten aber durch Reiserückkehrer eingeschleppt werden, die sich im Ausland damit infiziert haben. Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) sei das deutsche Klima für die Verbreitung der Tigermücke sowie der tropischen Viren eher ungeeignet, da die Temperaturen selbst im Sommer nicht hoch genug seien. Griechenland, Italien und Südfrankreich seien daher eher gefährdet.

Das Berliner Landesamt für Gesundheit warnt dennoch und gibt Tipps, wie man sich vor den Stichen des winzigen Insekts schützen kann. Hilfreich seien neben langer, dichter Kleidung auch Netze und natürlich das klassische Insektenspray zur Abwehr. Oftmals dient den Insekten Wasser als Brutstätte, beispielsweise in Gießkannen, Regentonnen, Vogeltränken, Eimern, Abflussrinnen, aber auch in Pflanzenvasen und -schalen. Diese sollten daher ausgetrocknet oder gut abgedeckt werden.

Tigermücke in Berlin aufgetaucht - Gesundheitssenatorin warnt

Doch es gibt auch tierische Helfer: Libellen und Käfer, die sich häufig an Gartenteichen aufhalten, fressen beispielsweise die Larven der Mücken. Kröten, Salamander und Molche ernähren sich auch von den ausgewachsenen Insekten.

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Die Berliner Gesundheitssenatorin Ulrike Gote betont in einer Mitteilung vom April 2022: "Die Funde der Asiatischen Tigermücke in Berlin nehme ich sehr ernst. Meine Verwaltung und das Landesamt für Gesundheit und Soziales haben die notwendigen Maßnahmen eingeleitet, um (...) vor möglichen Infektionskrankheiten zu schützen. Die Informationskampagne zu Prävention und Bekämpfung der Tigermücke ist ein wichtiger Schritt. Ich fordere alle Betroffenen auf, die Maßnahmen ernst zu nehmen und so dazu beizutragen, die Ausbreitung der Tigermücke einzudämmen."

Insgesamt fordern Moskitos jedes Jahr rund 750.000 Leben und sind somit die tödlichsten Tiere auf dem Planeten, wie das Portal gatesnotes.com veröffentlichte. Die Tigermücke kam mutmaßlich als blinder Passagier nach Europa und fing dort an, sich zu vermehren. Noch fällt die Übertragung von Krankheiten in Deutschland allerdings gering aus.

Klimawandel trägt zur Verbreitung der Insekten bei

Der Klimawandel könnte die Rahmenbedingungen in Deutschland jedoch verändern. Sollten die Temperaturen weiter steigen, könnten sich auch die genannten Krankheiten weiter ausbreiten. Und noch ein Problem kommt hinzu: Die Asiatische Tigermücke ist laut dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit ein sogenannter "Container-Brüter".

Dafür kleben sie ihre Eier - 40 bis 90 pro Eiablage, insgesamt etwa 300 - oberhalb der Wasseroberfläche fest. Die Larven schlüpfen, sobald sie mit einem steigenden Wasserspiegel in Berührung kommen. Die Eier sind sehr unempfindlich gegen Trockenheit, und noch nach Monaten können daraus Larven schlüpfen.

Das Bayerische Landesamt betont, dass eine erfolgreiche Bekämpfung und Kontrolle ganz wesentlich auf die Mitarbeit der Bevölkerung angewiesen sei: durch Erkennen und Melden dieser auffälligen Stechmücke und lokale Sanierung möglicher Brutstätten. Verdächtige Mücken können zur genauen Bestimmung an das Citizen Science-Projekt "Mückenatlas" geschickt werden.

Mückenlarven frühzeitig vernichten

Die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) plant zudem, durch Helikoptereinsätze und das Verteilen des biologischen Wirkstoffes BTI, die Larven der Tigermücke frühzeitig zu vernichten. Allzu groß stehen die Chancen allerdings nicht, die Insekten endgültig auszurotten, wie Doreen Werner, Biologin am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung, in der tz erklärt: "Die Asiatische Tigermücke, die Asiatische Buschmücke und die Aedes koreicus, auch Koreanische Buschmücke genannt, werden wir in Deutschland wohl nicht mehr ausrotten können."

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