Franken
WhatsApp

WhatsApp-Kettenbrief kursiert in Franken: Wer steckt hinter der "Rauchmelder-Bande"?

In Franken ist aktuell wieder ein WhatsApp-Kettenbrief im Umlauf. Dieser warnt vor Kriminellen, die Rauchmelder kontrollieren wollen: inFranken.de erklärt, was dahinter steckt und was die Polizei dazu sagt.
Artikel drucken Artikel einbetten

Derzeit kursiert ein WhatsApp-Kettenbrief in der Region. Konkret warnt diese massenhaft versendete Nachricht vor Trickbetrügern, die angeblich Rauchmelder in Wohnhäusern kontrollieren wollen. Es wird davon abgeraten, die Kriminellen ins Haus zu lassen und stattdessen die Polizei zu alarmieren.

Der WhatsApp-Kettenbrief im Wortlaut: "Wir bekommen gerade die Meldung, es sind Leute unterwegs, die sich von Haus zu Haus durcharbeiten und kontrollieren wollen, ob die jetzt seit Januar gesetzlich vorgeschriebenen Rauchmelder vorhanden sind.... nicht rein lassen und Polizei rufen. ...eine organisierte Verbrecher Bande!!! Weiter posten!! Bitte lasst keinen rein!!! BITTE ZAHLREICH TEILEN. War wohl heute auch in Cadolzburg"

WhatsApp-Kettenbrief kursiert in Franken: Polizei warnt

Der Kettenbrief nimmt in der dargestellten Version Bezug auf einen angeblichen Vorfall aus dem mittelfränkischen Cadolzburg (Kreis Fürth). Im Netz kursieren ähnliche Kettenbriefe die Vorfälle in anderen Orten Mittelfrankens erwähnen. So kursiert die WhatsApp-Warnung beispielsweise auch in Erlangen. "Scheinbar geht dieser Kettenbrief aktuell in Mittelfranken viral", erklärt ein Sprecher der mittelfränkischen Polizei inFranken.de. Allerdings sei den Beamten kein Fall aus Mittelfranken bekannt, indem sich unsichere Bürger wegen falschen Feuerwehrleute gemeldet hätten. In Erlangen hingegen, meldete sich sich die Feuerwehr bei den Polizeibeamten, da sie vom WhatsApp-Kettenbrief gehört hatten. Auch dort erwies sich die Warnung als Nullnummer.

Der Kettenbrief ist bereits bekannt: Seit 2016 taucht er immer wieder in WhatsApp-Chatverläufen auf. Nicht nur die mittelfränkische Polizei weiß um die perfide Masche, die Unsicherheit schüren will. Sondern auch der Polizei in Oberfranken ist der Kettenbrief bekannt. "Der Rauchmelder-Fall ist in den letzten Jahren immer wieder aufgekommen", sagt ein Polizeisprecher zu inFranken.de - aktuell gebe es jedoch keinen Fall. Ähnlich stellt sich die Lage in Unterfranken dar: Es handle sich um eine Falschmeldung, die regelmäßig im Umlauf sei. In Unterfranken seien allerdings keine aktuellen Fälle bekannt, sagt ein Sprecher auf Nachfrage.

"Erst denken, dann klicken" empfiehlt die Polizei der Bevölkerung. Gemeint ist das "ungeprüfte Weiterleiten solcher Nachrichten": "Man sollte sehr aufmerksam sein, woher die Infos kommen", kommentiert der mittelfränkische Polizeisprecher den Kettenbrief. Darin wird auch dazu aufgerufen, die kriminelle Bande den Beamten zu melden. Grundsätzlich könne jeder besorgte Bürger bei der zuständigen Dienststelle nachfragen, betont er. Allerdings sei klar, dass die Warnung nicht von der Polizei komme, da diese kein WhatsApp nutze um Nachrichten zu verbreiten.

In Unterfranken spiele der WhatsApp-Kettenbrief keine Rolle. Auf Nachfrage von inFranken.de, sagte eine Polizeisprecherin, dass ihnen die Nachricht nicht bekannt sei.

WhatsApp: Kettenbrief treibt seit 2016 sein Unwesen

Auch der Faktencheck von mimikama.at ergibt, dass der WhatsApp-Kettenbrief bereits seit 2016 existiert. In Franken handelt es sich aktuell um eine Warnung, die für Verunsicherung sorgen soll. Anders sieht die Situation in Niedersachsen aus. Auf Nachfrage des Recherchezentrums correctiv, erklärte das zuständige Landeskriminalamt (LKA): Demnach seien "im laufenden Jahr Fälle im unteren dreistelligen Bereich registriert worden, bei denen Täterinnen und Täter eher eine offizielle Funktion oder sonst eine Befugnis zum Betreten der Wohnung vortäuschten - beispielsweise als Handwerker von den Elektrizitäts-, Gas- oder Wasserwerken -, um in die Wohnung ihrer Opfer zu gelangen. Vereinzelt wurden dabei auch Rauchmelder-Prüfungen im Namen der Feuerwehr vorgeschoben." Auch in Sachsen scheint das Phänomen eine Rolle zu spielen. Wie die Sächsische Zeitung berichtet, standen bei einer älteren Dame angebliche Rauchmelder-Kontrolleure vor der Tür. Jetzt den E-Mail-Newsletter von inFranken.de abonnieren

In den fränkischen Regionen beschränkt sich die "Rauchmelder-Prüfung" auf eine WhatsApp-Warnung. Die nordrhein-westfälische Verbraucherzentrale warnt allgemein vor Kettenbriefen: "Stutzig werden bei der Aufforderung, die Nachricht an X Leute weiterzuleiten", heißt es darin. Zudem wird dazu geraten, Kettenbriefe sofort zu löschen. In den vergangenen Jahren kursierten zahlreiche Kettenbriefe auf WhatsApp. Beispielsweise sorgte die "Momo-Challenge" für Angst und Verunsicherung im Messenger. Auch vor "Ute Lehr" wurde gewarnt: Die Warnung spricht von einem Virus, der auf der Smartphone-Festplatte installiert wird.

Rauchmelder seit 2018 in Bayern Pflicht

Seit dem 1. Januar 2018 sind Rauchmelder in Bayern Pflicht. "In Wohnungen müssen Schlafräume und Kinderzimmer sowie Flure, über die Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen, jeweils mindestens einen Rauchwarnmelder haben. Die Rauchwarnmelder müssen so eingebaut (oder angebracht) und betrieben werden, dass Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet wird", heißt es in der Bauordnung der Bundesländer. In der Regel ist der jeweilige Vermieter für die Installation und die Kosten der Rauchwarnmelder zuständig.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren