Franken

WhatsApp: Diese Alternativen gibt es - das rät Edward Snowden

"WhatsApp" ist der beliebteste Messenger-Service: Doch das massive Sammeln von Daten durch den Betreiber "Facebook" und geplante Werbeanzeigen innerhalb der App könnten zu einem Umdenken der Nutzer führen. Die gute Nachricht: Es gibt jede Menge Alternativen.
Artikel drucken Artikel einbetten

Mit etwa 1,6 Milliarden Nutzern weltweit ist "WhatsApp" der mit Abstand beliebteste Messenger-Dienst. Mit 1,3 Milliarden folgt gleich der "Facebook-Messenger". Beide Dienste gehören zu Facebook und vernetzen die zahlreichen gesammelten Daten.

Zwar sind die Nachrichten in "WhatsApp" End-to-End verschlüsselt, das heißt, kein Dritter kann die Inhalte lesen. Gesammelt werden aber die sogenannten Meta-Daten - also die Daten der Daten.

Darunter fallen etwa alle Informationen, die der Nutzer selbst angibt. Dazu zählen:

  • Name
  • Geburtstag
  • Telefonnummer
  • Status
  • Nutzungsort
  • Nutzungszeit

Facebook nutzt die Daten, um die Nutzer-Profile ungefragt zu ergänzen.

WhatsApp kündigt Werbung an

Zudem hat WhatsApp angekündigt, in Zukunft Werbung im Messenger ausspielen zu wollen. Wann dies allerdings der Fall sein, ist ungewiss. Auf der "Facebook"-Konferenz "FMS" wurde im Frühjahr 2019 gezeigt, wie das aussehen könnte: Bildschirmfüllende Werbeanzeigen insbesondere im "Status-Fenster" sind geplant. "Facebook" hat nun allerdings die vorläufigen Pläne auf Eis gelegt.

Ob der "Dark-Mode", den es ebenfalls ab diesem Jahr geben soll, darüber hinwegtröstet, müssen die Nutzer entscheiden. Wem das zu viele gesammelte Daten sind, wem die Werbung schon jetzt auf die Nerven geht und wer total auf "Dark-Mode" steht, kann auch zu einem der alternativen Messenger-Dienste wechseln, ohne auf Vorteile verzichten zu müssen.

Denn womit "WhatsApp" wirbt, das haben auch andere zu bieten. Wichtig sind für die meisten User vor allem drei Punkte: Die App sollte kostenlos sein, die Nachrichten End-to-End verschlüsselt und eine gewisse Verbreitung in Deutschland haben.

Sechs WhatsApp-Alternativen

Diese Kategorien berücksichtigend zählt die Verbraucherzentrale sechs Dienste auf, die man statt WhatsApp nutzen könnte:

  • Hoccer
  • Threema
  • Ginlo
  • Wire
  • Signal
  • Telegram

Laut messengerpeople.com nutzen 58 Millionen Deutsche täglich "WhatsApp", gefolgt von gut 18 Millionen, die den "Facebook-Messenger"nutzen und etwa 15 Millionen Usern des Apple-Nachrichtendienstes "iMessage", der aber nur Apple-Nutzern zur Verfügung steht.

Nach dieser Statistik ist "Telegram" mit 7,8 Millionen täglichen Nutzern die am weitest verbreitete Alternative zu "WhatsApp". "Threema" nutzen 6 Millionen Deutsche. Das kostet aber: 2,99 Euro für Android und 3,49 Euro für iOS. Die "Stiftung Warentest" hat diesen Dienst als beste Alternative zu "WhatsApp" ausgezeichnet. "Telegram" hingegen sieht sie hingegen eher kritisch, weil die Verschlüsselung händisch eingestellt werden muss und der Nutzer den Zugriff auf das Adressbuch erlauben muss.

WhatsApp ab 2020 mit Dark-Mode

Anonym nutzbar sind nur "Threema" und "Hoccer", bei allen anderen Messenger muss man sich mit seiner Telefonnummer anmelden. Jeder dieser Dienste speichert die Nachrichten verschlüsselt auf ihren Servern nur so lange, bis sie beim Empfänger zugestellt sind, dann werden sie gelöscht.

In den von "Telegram" angebotenen "Secret Chats" werden die Nachrichten gar nicht erst gespeichert.

Bei "Signal", "Ginlo", "Telegram" und "Wire" kann man sogar Nachrichten mit Selbstzerstörung verschicken. Dann kann der Empfänger die Nachricht nur eine bestimmte Zeit lesen. Bei "Telegram" gibt es schon jetzt einen "Dark-Mode", den "WhatsApp" in diesem Jahr einführen will.

Außerdem weist die Verbraucherzentrale darauf hin, dass wer "WhatsApp" nicht mehr nutzen möchte, nicht einfach nur die App von seinem Handy löschen sollte. Wichtig sei, den Account zu löschen. Übrigens: Edward Snowden rät zur Messenger-App "Signal".

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren