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WhatsApp-Alternative: Alle Vorteile von Clubhouse, ICQ, Telegram und Signal

Der Unmut bezüglich des Messengerdienstes WhatsApp nimmt unter Nutzern immer mehr zu. Der Grund liegt in der neuen Datenschutzrichtlinie, die WhatsApp angekündigt hatte. Nun schauen sich viele User nach Alternativen um und stoßen dabei auf die Plattformen Telegram, Signal und ICQ. Und auch eine weitere Social-Media-App feiert momentan große Erfolge. Welche Funktionen die einzelnen Dienste ausmachen lesen Sie bei inFranken.de.
 
WhatsApp steht in der Kritik aufgrund der geplanten Datenschutzrichtlinien. Nutzer fliehen zu den Plattformen Telegram, Signal und ICQ.
WhatsApp steht in der Kritik aufgrund der geplanten Datenschutzrichtlinien. Nutzer fliehen zu den Plattformen Telegram, Signal und ICQ. Foto: HeikoAL/Pixabay
  • WhatsApp kündigt Update zu Datenschutzrichtlinie an: Nutzer fliehen zu Telegram oder Signal
  • Telegram gewinnt binnen 72 Stunden 25 Millionen neue Nutzer
  • Messengerdienst Signal zählt 50 Millionen Downloads im Google-Play-Store
  • Das Urgestein ICQ ist mit einer neuen Aufmachung und neuen Funktionen zurück
  • Neue Trend-App "Clubhouse" sehr beliebt

Nachdem der Messengerdienst WhatsApp ein Update seiner Datenschutzrichtlinien angekündigt hat, haben sich viele Nutzer dazu entschlossen, sich nach Alternativen umzuschauen. Nach massiven Protesten hat der einst beliebte Messengerdienst sein geplantes Update zwar verschoben, aber trotzdem: Die neuen Richtlinien würden dem Messengerdienst erlauben, deutlich mehr Nutzerdaten mit dem Mutterkonzern Facebook oder Werbepartnern zu teilen. Nutzer hätten den neuen Bedingungen bis zum 8. Februar zustimmen müssen, um den Messenger weiter nutzen zu können. Diese Richtlinien hat WhatsApp, nach Angaben des Redaktionsnetzwerks Deutschlands, nun auf den 15. Mai verschoben.

Nach umstrittenem WhatsApp-Update: Telegram als Zufluchtsort

Nach Angaben der Bild-Zeitung  hat der Messengerdienst Telegram binnen 72 Stunden rund 25 Millionen neue Nutzer dazugewonnen. Wie der russische App-Gründer Parel Duwow mitteilte, verzeichnet die Plattform derzeit rund 500 Millionen monatlich aktive Nutzer. Damit rückt Telegram immer näher an seinen US-Konkurrenten WhatsApp heran. Der Anstieg an Telegram-Downloads erfolgte kurz nach der Einführung der neuen Datenschutzbedingungen bei WhatsApp. "Die Menschen wollen ihre Privatsphäre nicht mehr für kostenlose Dienste hergeben", sagte Durow, ohne sich konkret auf WhatsApp zu beziehen. Telegram sei der "größte Zufluchtsort" für diejenigen, die eine private und sichere Kommunikationsplattform suchen, fügte er hinzu. Durow versicherte den Nutzern, dass sein Team "diese Verantwortung sehr ernst nimmt".

Die Messenger-App Telegram wurde im Jahr 2013 von den Brüdern Pavel und Nikolai Durow gegründet. Weil Telegram sich weigert, mit Behörden zu kooperieren und Verschlüsselungen weiterzugeben, ist die App unter anderem in Russland verboten.

Hier die wichtigsten Vorteile von Telegram:

  • unbegrenzter Speicher für Fotos und Videos, da die gespeicherten Medien cloudbasiert sind
  • Riesige Gruppen für bis zu 200.000 Nutzern möglich
  • Dateien jeglicher Art mit bis zu zwei Gigabyte können geteilt werden
  • verschlüsselte Chats und Medienübertragungen schon lange Standard
  • Nachrichten können nach Ablauf einer bestimmten Zeit automatisch gelöscht werden

Prominenter Anhänger von Signal ist Edward Snowden

Auch der Messengerdienst Signal hat laut dem Redaktionsnetzwerk Deutschland in den vergangenen Wochen einen starken Nutzeranstieg verzeichnet. Im Google Play Store wurde die App inzwischen mehr als 50 Millionen Mal heruntergeladen. Grund für die hohe Nachfrage dürfte auch hier die Änderung der Datenschutzrichtlinie bei WhatsApp sein. Prominente Anhänger von Signal sind unter anderem der US-Whistleblower Edward Snowden oder Tesla-Chef Elon Musk.

Hier die wichtigsten Vorteile von Signal:

  • keine zentralen Chatdatenbanken
  • Nachrichten werden so verschlüsselt, dass nur die wirklich gewünschte Person sie öffnen und lesen kann
  • Chats lagern nur auf dem Mobilgerät des Besitzers
  • Open-Source-Software, also ein quelloffenes Programm: es lässt sich jederzeit überprüfen, was hinter den Kulissen geschieht
  • Signal-Infrastruktur wird von einer gemeinnützigen Stiftung betrieben, die sich dem Datenschutz verschrieben hat und vollständig aus Spenden finanziert

Auch ein Urgestein mischt mit

Die Plattform ICQ erlebt momentan einen regelrechten Hype. Weltweit schießen die Downloadzahlen der App in die Höhe. Allein in Hongkong vermehrte sich die Anzahl an Downloads in der Woche vor dem 12.01. um das 35-fache. 

Nachdem der Messenger-Dienst am Ende der 2000er Jahren von WhatsApp überholt wurde, wendet sich das Schicksal von ICQ nun wieder. In neuer Aufmachung ist "ICQ New" zurück und mischt bei den Alternativen zu WhatsApp mit. Grund hierfür sind unter anderem die neuen Funktionen, die die Betreiber angeben.

Seit kurzem ist noch eine weitere App sehr beliebt: die Audio-Social-Media-App Clubhouse. Nach Angaben der Deutschen Presseagentur ist sie auf Platz zwei der Download-Bestenliste im App-Store und hat damit Telegram überholt. Auf Platz eins der Top-Downloads liegt der Messengerdienst Signal.

Clubhouse kämpft sich an die Spitze der Top-Downloads

Clubhouse ist eine Audio-App, bei der die Anwender Gesprächen wie bei einem Live-Podcast zuhören oder sich aktiv an Diskussionen beteiligen können. Im Gegensatz zu Netzwerken wie Facebook oder Twitter kann man Beiträge nicht schriftlich kommentieren oder "Likes" vergeben.

Zum Marketing-Konzept der Clubhouse-Macher gehört eine künstliche Verknappung. Bisher wird die App nur für iOS angeboten, Nutzer eines Android-Smartphones sind außen vor. Doch auch die meisten iPhone-Besitzer, die Clubhouse installiert haben, müssen noch warten, um die App überhaupt nutzen zu können: Sie benötigen eine Einladung von einem aktiven Clubhouse-Anwender.

Für die virale Verbreitung setzt Clubhouse auf eine umstrittene Methode, die bereits Grundlage des rasanten Wachstums von WhatsApp war. Nachdem man die App installiert und die Einladung aktiviert hat, verlangt die App Zugriff auf sämtliche Einträge im Kontakte-Adressbuch des verwendeten iPhones. Diese Praxis wurde bei WhatsApp von Datenschützern in Europa heftig kritisiert, weil Anwender eigentlich zuvor jeden einzelnen Kontakt um Erlaubnis fragen müssten, bevor die persönlichen Daten auf Server in den USA übertragen werden. Es bleibt also offen, wie lange Clubhouse noch in der Spitze der Top-Downloads bleibt.

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