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Überwacht und ausspioniert: Hast du eine Spionage-App auf deinem Handy - und du merkst es gar nicht?

Beinahe jeder von uns hat heutzutage ein Smartphone. Der ständige Begleiter kann sehr hilfreich sein und fördert die Kommunikation mit anderen. Doch was, wenn genau diese heimlich überwacht wird?
Selfie Kamera
Vielleicht aus Eifersucht, womöglich auch aus anderen Gründen: Spionage-Apps können von anderen auf deinem Smartphone installiert werden. Wie kannst du die Gefahr erkennen? Foto: Selfie Kamera Foto: Pixabay/Unsplash
  • Grundlegendes über Spionage-Apps
  • 4 Erkennungs-Merkmale
  • Rechtliche Lage
  • Fazit

Egal ob bei der Arbeit, zu Besuch bei deinen Eltern oder beim Einkaufen: Dein Smartphone begleitet dich wahrscheinlich immer im Alltag. Umso wichtiger ist es, dass du dich sicher mit deinem Gerät fühlst. Anhand von vier Merkmalen kannst du herausfinden, ob sich eine Spionage-App auf deinem Handy befindet.

Wissenswertes rund um Spionage-Apps

Eine Spionage-App kann über verschiedene Wege auf dein Handy gelangen. Beispielsweise dann, wenn du es einmal aus den Augen lässt und sich jemand Zugriff verschafft, oder auch beim Herunterladen einer Anwendung. Bekannte Apps, die sich derzeit auf dem Markt befinden, sind unter anderem FlexiSpy, mSpy, Cocospy oder Spyzie. Von App zu App unterscheiden sich die Preise und Funktionen. Das Beispiel FlexiSpy soll beispielsweise Text-, Bild-, Video- und Gesprächsdaten unerkannt übermitteln können. Laut dem c't-Magazin nutzen allein in Deutschland mehr als tausend Männer und Frauen diese Spionage-App.

Grundlegend funktionieren die Apps so, dass sie einmalig auf dem Handy installiert werden müssen. Im Anschluss verbergen sie sich oftmals selbst und beginnen damit, Aktivitäten und Inhalte deines Handys über das Internet auf einen Server zu übertragen. Von dort aus kann sie die spionierende Person dann abfangen und einsehen. Je nach App unterscheidet sich, was genau übermittelt wird.

Doch eine solche App lässt sich anhand einiger Merkmale erkennen und auch wieder entfernen, sodass du dich wieder sicher mit deinem Smartphone fühlen kannst. Ein erster solcher Hinweis ist der extrem hohe Datenverbrauch. Eine App, die Internetzugriff braucht und permanent Aktivitäten und Inhalte abfängt und überträgt, verbraucht viele Daten. In der Regel kann man den eigenen Datenverbrauch nach einer Weile relativ gut selbst einschätzen, sodass ein plötzlicher stark erhöhter Verbrauch auffällig werden sollte.

3 weitere Merkmale, die auf eine Spionage-App hinweisen können

Spionage-Apps, die permanent im Hintergrund laufen, benötigen in der Regel viel Arbeitsspeicher, CPU-Leistung und Akkuleistung. All diese Faktoren sorgen dafür, dass ein Handy verlangsamt wird. Ein Blick auf die laufenden Prozesse zeigt dir, wie viele Ressourcen die einzelnen Anwendungen in Anspruch nehmen.

Ein dritter Hinweis sind ungewöhnliche Vorgänge. Darunter fallen beispielsweise Aktivitäten wie das automatische Angehen des Bildschirms oder die Unmöglichkeit, den Bildschirm auszuschalten. Skeptisch werden solltest du außerdem, wenn beim Aufrufen der Kamera eine Fehlermeldung auftritt oder das Handy ungewöhnlich lange braucht, um herunterzufahren.

Läuft eine Spionage-App einwandfrei, gibt sie keine Zeichen von sich, anhand derer du sie erkennen könntest. Doch es kann immer wieder vorkommen, dass die App nicht fehlerfrei funktioniert und Nachrichten oder Codes an dein Handy sendet. Diese sehen in der Regel etwas chaotisch aus, enthalten für die App jedoch wichtige Informationen.

Rechtliche Lage

Grundsätzlich ist der Einsatz einer versteckten Überwachungs-App rechtlich nicht erlaubt. So schützen beispielsweise der Paragraf 202a des StGB ("Ausspähen von Daten") und Paragraf 202b des StGB ("Abfangen von Daten") unsere Informationen vor unbefugtem Zugriff. Ohne explizite Zustimmung des oder der Betroffenen liegt in dem Falle ein Verstoß gegen das geltende Datenschutzrecht vor.

Beispielsweise bei unbefugten Audioaufnahmen eines "nicht öffentlich" gesprochenen Wortes droht laut Paragraf 201 des StGB eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe.

Nur in wenigen Ausnahmefällen kann eine Spionage-App auch ohne Zustimmung der abgehörten Person rechtens sein. Ein rechtmäßiger Einsatz könnte in Ausübung der elterlichen Sorge nach §§ 1626, 1631 BGB in Betracht gezogen werden. Zwar hat auch der Nachwuchs das Recht auf Privatsphäre, wie es im § 16 der UN-Kinderrechtskonvention festgehalten ist; dennoch dürfen Eltern diese Privatsphäre dann verletzen, wenn sie sich Sorgen um das Kindeswohl machen. Es wird also immer im Spezialfall entschieden, ob hier das kindliche Recht der Privatsphäre aus berechtigtem Grund verletzt wurde oder nicht. Ein solcher Fall könnte dann vorliegen, wenn du vermutest, dass dein Kind suizidales Verhalten zeigt. Sinnvoll ist es in jedem Fall, gemeinsame Regeln zu vereinbaren. Doch auch hier es ist es wichtig, die selbstständige Verantwortung deines Kindes zu beachten und zu berücksichtigen.

Fazit

Grundsätzlich sind Spionage-Apps ohne Zustimmung der Person, die beobachtet werden soll, rechtlich nicht legal. Wurde dennoch eine Spionage-App ohne dein Wissen bei dir installiert, kannst du diese anhand einiger Merkmale erkennen. Wichtig ist, dass du nicht sofort vom Schlimmsten ausgehst; so könnte beispielsweise auch ein Fehler beim Aufladen des Akkus ungewöhnliche Vorgänge verursachen.

Ein Check der Anwendungen, die auf deinem Handy installiert sind, kann dir final Klarheit verschaffen. Bist du unsicher, um welche App es sich bei einer der Anwendungen handelt, kannst du den Namen einfach googeln und so herausfinden, was sie tut. Ein Tipp zum Schutz gegen Spionage-Apps sind Anti-Virus-Softwares oder Anti-Spionage-Apps. Grundsätzlich solltest du dein Handy immer mit einem starken Passwort schützen, wodurch es für Angreifer*innen schwierig wird, sich Zugriff zu verschaffen.